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Jetzt geht's um die Wurst: Darf die Vegi-Wurst weiter so heißen?

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Jetzt geht's um die Wurst  

Darf die Vegi-Wurst weiter Wurst heißen?

15.08.2017, 16:56 Uhr | dpa

Jetzt geht's um die Wurst: Darf die Vegi-Wurst weiter so heißen?. Darf vegetarische und vegane Wurst noch Wurst heißen?  (Quelle: imago/Heike Lyding)

Darf vegetarische und vegane Wurst noch Wurst heißen? (Quelle: Heike Lyding/imago)

Nachdem Soja-Milch nicht mehr Milch genannt werden darf, geht es jetzt um die Bezeichnung vegetarischer Fleischersatz-Produkte. In der Debatte gibt sich der Vegetarierbund (Vebu) siegessicher.

Ein Entwurf für die entsprechenden Leitsätze sehe vor, dass die Begriffe "Schnitzel", "Bratwurst" und "Frikadelle" weiter "uneingeschränkt" für vegetarische oder vegane Alternativen genutzt werden dürfe, die zum Beispiel aus Soja hergestellt werden. Der Fachausschuss der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission habe die Verbändeanhörung dazu gestartet. Die Verbände haben nun sechs Wochen Zeit, Stellung zu nehmen.

Der Vebu hat auch seine Kritik schon formuliert: Begriffe, die zum Beispiel bestimmte Fleischteilstücke oder Tiere beschreiben - "Filet", "Schinken", "Hühnchen" oder "Rind" -, sollen nicht verwendet werden dürfen. Spezielle Bezeichnungen wie "Salami" sollten nach Meinung der Kommission nur über Umwege wie "vegane Tofu-Wurst nach Salami-Art" zulässig sein. Till Strecker vom Vebu kritisierte das als Willkür: "Die Logik, die dem zugrunde liegt, ist nicht erkennbar."

"Irreführend und verunsichert die Verbraucher"

Zufrieden zeigte sich der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF): Der Entwurf gehe in die richtige Richtung. "Wie zu erwarten, wird es die verbraucherfreundliche Anlehnung an bestehende Bezeichnungen von Fleischwaren auch weiterhin geben, wenn der Verbraucher dadurch nicht irregeführt wird", sagte Thomas Vogelsang vom BVDF der Deutschen Presse-Agentur. Das Verbot von Bezeichnungen wie "vegetarisches Rindersteak" sei eine sinnvolle Klarstellung.

Die Debatte hatte Bundesagarminister Christian Schmidt (CSU) im Dezember begonnen. "Diese Begriffe sind komplett irreführend und verunsichern die Verbraucher", antwortete er auf die Frage der "Bild"-Zeitung, warum ein "vegetarisches Schnitzel" oder eine "vegane Currywurst" so heißen dürfen. "Ich setze mich dafür ein, dass sie im Sinne einer klaren Verbraucherkennzeichnung verboten werden." Das Bundesernährungsministerium äußerte sich auf Anfrage nicht dazu.

Deutsches Lebensmittelbuch

Wie Lebensmittel beschaffen sind und was drin stecken muss, steht im Deutschen Lebensmittelbuch. Darin ist zum Beispiel festgehalten, dass ein "Wiener Schnitzel" ein paniertes Kalbsschnitzel sein muss. Deshalb bieten Restaurants oft "Schnitzel Wiener Art" an – das kann dann auch Schwein sein.

Der temporäre Fachausschuss für "vegetarische und vegane Lebensmittel" der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission will noch in diesem Jahr einen Leitsatz veröffentlichen. Der Vebu argumentiert, dass eine Bezeichnung wie "Schnitzel" viele Informationen transportiert - etwa über Aussehen, Zubereitungsweise und herzhaften Geschmack.

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