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Der Wolf ist zurück – und reißt 30 Schafe

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Wildtiere in Deutschland  

Der Wolf ist zurück – und reißt 30 Schafe

19.05.2017, 17:04 Uhr | Uwe Kauss, dpa

Der Wolf ist zurück – und reißt 30 Schafe. Ein Wolf fletscht die Zähne (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Purestock)

Vor einem Wolf sollte man nie wegrennen – denn dann verhält man sich wie Beute (Quelle: Purestock/Thinkstock by Getty-Images)

Der Wolf ist zurück in Deutschland. Bei einem nächtlichen Angriff in einem Dorf in Brandenburg riss ein Wolf 30 Schafe. Wir erklären, wie man sich bei einer Begegnung richtig verhält.

30 Schafe sind bei einem nächtlichen Wolfsangriff auf eine Herde im brandenburgischen Kummersdorf gerissen worden. "Am Donnerstagmorgen habe ich die toten Tiere entdeckt", sagte Schäfer Dirk Hoffmann am Freitag.

Gezielte Bisse in den Kopf

Der Wolf habe vermutlich einen 90 Zentimeter hohen Zaun, der unter Strom stand, übersprungen. Zuvor hatte die "Märkische Allgemeine Zeitung" darüber berichtet. Der Wolf habe die Schafe gezielt durch Bisse in den Kopf getötet und anschließend zum Teil aufgerissen, sagte der Sprecher des Landesamtes für Umwelt, Thomas Frey. Laut Gutachten sei nur wenig Fleisch gefressen worden.

Foto-Serie mit 8 Bildern

In Deutschland kommt es immer wieder vor, dass Wölfe Nutztiere reißen. Vergleichsweise viele Wölfe gibt es in Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Derzeit leben rund 70 Rudel und Wolfspaare in Deutschland. Allein im vergangenen Jahr seien nach der amtlichen Statistik 700 Weidetiere getötet worden.

Bloß nicht losrennen!

Vor allem in der Dämmerung und nachts sind Wölfe unterwegs, denn nun ist ihre Chance am größten, Beute zu machen. Die seltene Begegnung mit Wanderern werde daher am ehesten in der Dämmerung oder in der Dunkelheit stattfinden, erklärt die Biologin Vanessa Ludwig, Projektleiterin des Kontaktbüros "Wolfsregion Lausitz" in Rietschen, Sachsen.

"Unter bestimmten Umständen kann man einem Wolf auch auf kleinerer Distanz begegnen", weiß Biologin Ludwig. Etwa, wenn der Wanderer ihm gegen die Windrichtung entgegen kommt. Der Gegenwind hindert die Wolfsnase, ihn zu erkennen.

Auch hat ein Wolf keine Chance, Menschen im Auto bei geschlossenen Scheiben zu identifizieren. Wer das seltene Glück hat, vor einem der so seltenen Wölfe zu stehen, braucht sich, so Ludwig, aber keine Sorgen zu machen. Ruhig bleiben – das sei die erste Regel. "Wer nun panisch losrennt, könnte beim Wolf einen Beutereflex auslösen. Den haben übrigens auch Hunde. Wer flieht, verhält sich wie Beute." Keine gute Idee. Also stehen bleiben, gegebenenfalls den Hund zurückrufen und anleinen. 

Der Umgang mit neugierigen Jungwölfen

Sucht der Wolf nicht binnen Sekunden das Weite, könnte es ein neugieriger Jungwolf sein. "Wenn er nicht verschwindet: Einfach in die Hände klatschen und laut schreien, um auf sich aufmerksam zu machen", empfiehlt sie, "dabei langsam zwei, drei Schritte in seine Richtung gehen." Doch das sei nur äußerst selten nötig. Ihre Erfahrung ist eine andere: "Es genügt das leiseste Geräusch, und der Wolf ist weg. Der Druckknopf an der Kamerahülle, eine Bewegung am Reißverschluss – das genügt normalerweise, und er haut ab. Fotos sind in freier Wildbahn daher fast unmöglich zu machen."

Stolpern Querfeldein-Wanderer zufällig über einen Wolf am "Riss", also beim Fressen eines Beutetiers, sei Distanz die beste Vorsicht: "Wenn er die Gefahr vermutet, der Mensch wolle seinen Riss erbeuten, könnte er angreifen." Auch hier gilt: Ruhig bleiben und hundert Meter Umweg gehen, dann geschieht nichts. 

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