Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Familienleben >

Das passiert im Gehirn, wenn wir uns gruseln

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Halloween-Horror  

Das passiert im Gehirn, wenn Sie sich gruseln

26.10.2017, 08:52 Uhr | Andrea Barthélémy, dpa

Das passiert im Gehirn, wenn wir uns gruseln. Wer weiß, was im Körper passiert, wenn man sich gruselt, versteht auch, warum manche Menschen das Grusel-Gefühl mögen. (Quelle: dpa/Cris Faga/ZUMA Wire)

Wer weiß, was im Körper passiert, wenn man sich gruselt, versteht auch, warum manche Menschen das Grusel-Gefühl mögen. (Quelle: Cris Faga/ZUMA Wire/dpa)

Mit Halloween nahen sie wieder: Unheimliche Clowns, Vampire und Zombies, ebenso wie neue Grusel- und Katastrophenfilme – Gründe genug, sich mehr oder weniger wohlig zu erschrecken. Aber was passiert im Gehirn, wenn Sie sich gruseln?

Ein markerschütternder Schrei, ein heranfliegender Stein – Menschen reagieren instinktiv auf potenzielle Bedrohungen, ducken sich weg, schützen den Kopf mit den Armen. Hierbei hilft die Amygdala, das aus einem Bündel Neuronen bestehende, mandelförmige Angstzentrum über dem Stammhirn. Sofort nach dem Eintreffen der sensorischen Reize im Thalamus gelangen sie an die Amygdala und werden von dort aus weitergeleitet – auf zweierlei Wegen.

Der schnellere der beiden Wege funktioniert wie der Bewegungsmelder einer Alarmanlage und setzt spontan Reaktionen im ganzen Körper in Gang. Erstarren, Fliehen oder Kämpfen sind die Optionen, die je nach Bedrohung folgen. Und zwar noch bevor beispielsweise der heranfliegende Stein genau identifiziert wird.

Das Signal der Sinnesreize gelangt aber auch über einen Sekundenbruchteile langsameren "Umweg" zum sensorischen Kortex. Dieser Hirnbereich verschafft ein einordnendes, klareres Bild über die potenzielle Bedrohung – und verstärkt dann die Abwehrreaktion oder entlarvt sie als Fehlalarm.

Warum Menschen das Grusel-Gefühl mögen

Dabei betont der Neurowissenschaftler Joseph LeDoux, Angst beim Menschen sei mehr als das Empfinden von Bedrohung. "Angst ist ein Konzept, nicht ein 'Ding' im Gehirn." Die Chemie der Angst: Die Erwartung, dass uns Schlimmes zustoßen kann, setzt eine chemische Kaskade in Gang. Vor allem über den Botenstoff Glutamat werden Alarmsignale in andere Hirnteile wie den Hypothalamus und dann in den Körper gestreut. Das Nebennierenmark stößt große Mengen des aufputschenden Stresshormons Adrenalin aus, der Blutzuckerspiegel steigt, das Herz schlägt schneller und die Handinnenflächen werden feucht.

Bleibt das Schlimmste dann aber aus, strömt das beruhigende Wohlfühlhormon Endorphin durch den Körper. Dieser Hormonmix ist es wohl auch, den viele Menschen am Grusel-Gefühl mögen – denn er kann selbst bei der Gespensterstory vor dem Kamin einsetzen.

Die schlimmsten Alpträume

Es gibt eine Hitliste der Alpträume, die manche Menschen immer wieder verfolgen: Kinder träumen am häufigsten von

  • Aggression und Gewalt (45%),
  • Unfällen (29%),
  • Verfolgungsjagden (23%) und
  • Katastrophen (4%).

Erwachsene erleben immer wieder Alpträume von

  • Flucht und Verfolgungsjagden (26%),
  • Gewalt (20%),
  • Körperanomalien (17%) und
  • Misserfolgen (7%).

Wiederkehrende Träume mit positiven Themen haben Mädchen und Frauen wesentlich häufiger als Jungen und Männer.

Gespenster-Illusion selbst erzeugen

Manche Geistererscheinung ist auch schlicht eine optische Täuschung. Wer 30 Sekunden auf das grafische Bild eines Totenkopfs starrt und danach auf eine leere Fläche, sieht dort für eine Weile ebenfalls einen Totenkopf – das sogenannte Nachbild. Es kommt zustande, wenn die Lichtrezeptoren des Auges durch das Starren ermüdet sind und nicht mehr flexibel reagieren.

Das funktioniert auch bei Farbbildern: Ein Teil der Zapfen-Rezeptoren, die rot, gelb oder blau wahrnehmen, setzt nach dem Starren auf ein blaues Motiv erstmal überanstrengt aus. Auf der leeren Fläche ist das Motiv dann prompt in der Komplementärfarbe Orange zu sehen, zusammengesetzt aus den Signalen der rot- und gelb-sensitiven Zapfen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Zwei bügelfreie Blusen im Black & White-Look für nur 59,90 €
zum Walbusch Test-Angebot
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Meistgesuchte Themen

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017