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Sieben Versuche: Kinder können gesundes Essen lernen

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Essen lernen  

Gesunde Ernährung braucht sieben Versuche

18.09.2017, 12:31 Uhr | dpa-tmn

Sieben Versuche: Kinder können gesundes Essen lernen. Etwa sieben Versuche brauchen Kinder, bis sie einen Geschmack als angenehm empfinden können. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Etwa sieben Versuche brauchen Kinder, bis sie einen Geschmack als angenehm empfinden können. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Kinder verschmähen Gemüse und Obst. Von Geburt an haben Menschen eine Präferenz für Süßes oder Salziges. Kinder können aber lernen, den Geschmack gesunder Sachen zu mögen. Entscheidend ist dabei die Hartnäckigkeit der Eltern.

Denn Kleinkinder brauchen sieben oder acht Versuche, bis sie einen Geschmack als vertraut und angenehm empfinden, erläutert Bernhard Koletzko, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Eltern sollten deshalb nicht zu schnell aufgeben, und ihrem Nachwuchs bestimmte Speisen immer wieder anbieten.

Frühkindlicher Lernerfolg prägt die Ernährungsgewohnheiten

Die Übung macht's: Durch regelmäßiges Essen gesunder Lebensmittel entwickeln Kinder Geschmack an Gemüse und Obst. Dieser frühkindliche Lernerfolg prägt dann nachhaltig die Ernährungsgewohnheiten (und die Gesundheit) im weiteren Leben.

"Wir essen nicht das, was uns schmeckt, sondern uns schmeckt das, was wir regelmäßig essen!“, betont Koletzko. Während Süßes und Salziges auf angeborene Präferenzen treffen,  ist die Vorliebe für Gemüse und Obst weit geringer ausgeprägt. 

Sieben Versuche für einen neuen Geschmacksimpuls

Zu viel Süßes und Fleisch und zu wenig Flüssigkeit, Gemüse und Bewegung ist auch in Deutschland immer häufiger die Regel. Es gibt aber Methoden, Kinder dauerhaft an gesunde Ernährung heranzuführen. Für einen neuen Geschmacksimpuls, so Koletzko, brauchen Kleinkinder sieben bis acht Versuche, bis sie ihn wirklich als vertraut und wohlschmeckend akzeptieren. Gesunde Kost sollte also immer wieder freundlich angeboten und "Testbissen“ der Kleinen gelobt werden. 

Kinder und Jugendliche in Deutschland nehmen heute zu viel Zucker, gesättigte Fette und Salz und zu wenig mehrfach ungesättigte (essenzielle) Fettsäuren, Eisen, Jod und die  Vitamine D und Folat zu sich, warnen Ernährungsexperten immer wieder.

Diese Übersicht zeigt, wie viele Vitamine und Mineralstoffe Kinder brauchen.

Gesunde Ernährung beginnt früh, denn schon vor der Geburt stellt die Mutter erste Weichen und beeinflusst so die Entwicklung ihres Kindes vom ersten Moment an. Eltern schaffen mit dem richtigen Nahrungsangebot die Grundlagen für eine gute Entwicklung. Für Geist und Körper ist es wichtig, dass die richtigen Baustoffe in der richtigen Menge vorhanden sind. Das bleibt dann natürlich auch nach der Geburt eine Aufgabe für die ganze Familie, weiß Firas Ala Eldin, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Helios Klinikum Schwelm.

Empfehlungen für Kindergärten, Krippen und Schulen

Damit sich Vollkornprodukte, Gemüse und Obst auf dem Ernährungsplan behaupten können, empfehlen die Ernährungsexperten der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) qualitätsgesicherte Standards in Krippen, Kindergärten und Schulen sowie praxisnahe Informationen für Eltern und Kinder: Regelmäßige Bewegung mit Spaß, täglich frisches Gemüse und Obst und Wasser statt gezuckerte Getränke zeigen signifikante Gesundheitserfolge für die gesamte Familie.

Sieben Tipps: So können Eltern Kindern das Essen schmackhaft machen

  • Kochen und Essen kindgerecht gestalten: Eine eigenhändig belegte Pizza oder selbstgemachte Spieße fördern die Freude am Essen. Kinder lieben es darüber hinaus besonders, mit Fingern zu essen. Als Fingerfood mit leckerem Joghurtdip serviertes Obst und Gemüse sieht bunt aus und macht Spaß.
  • Ablehnungsphasen akzeptieren: Wenn ein Kind plötzlich ein Lebensmittel ablehnt, das es sonst ohne Probleme gegessen hat, handelt es sich wahrscheinlich um eine Phase. Oft genügt es, diese Phase zu akzeptieren, die Ablehnung geht nach einigen Wochen von selbst vorbei.
  • Gelassen und konsequent sein: Um Machtkämpfe zu vermeiden, muss es klare Regeln geben. Eltern bestimmen in Absprache mit den Kindern, was es zu Essen gibt – und bereiten es vor. Auch regelmäßige Essenszeiten vereinfachen das Leben der Eltern ungemein. Dabei ist neben Gelassenheit ebenso Konsequenz wichtig – auch wenn es noch so schwierig ist.
  • Wiederholung schadet nicht: Der Geschmack der Kleinen ist noch nicht auf Vielseitigkeit programmiert. Wenn also nur Kartoffeln mit Möhren gewünscht sind, so kann das Gericht ruhig häufiger auf dem Tisch landen. Irgendwann wird sich eine natürliche Sättigung einstellen, und der kleine Knirps wird von sich aus etwas anderes verlangen.
  • Kleine Tricks helfen, Neues einzuführen: Es gibt viele kleine Tricks, den Kleinen das Essen schmackhaft zu machen. So können Früchte püriert unter Quark und Joghurt eine gesunde Leckerei werden. Manchmal hilft auch die Form, damit Obst und Gemüse besser angenommen werden: In Stifte geschnittene Möhrchen werden so fix zu Gemüsepommes, und die Radieschenmäuse finden schnell den Weg ins Bäuchlein.
  • Vorbildfunktion: Auch die Vorbildfunktion spielt eine wichtige Rolle: Wenn Kinder sehen, dass Eltern bestimmte Nahrungsmittel gerne essen, werden sie es schließlich auch probieren. Generell gilt: Kinder sollten das, was auf den Tisch kommt, erst probieren, grundsätzliche Verweigerung sollte nicht akzeptiert werden.
  • Kinder mit einbeziehen: Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme. Die Kleinen sollten neben dem gesunden Essen auch lernen, mit allen Sinnen zu genießen. Es hilft schon, die Kinder mit in die Essensplanung einzubeziehen und sie, soweit es geht, beim Kochen und Tischdecken helfen zu lassen.

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