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Verliebt in den Lehrer: So helfen Eltern

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Lehrer verurteilt: "Die Schülerinnen Ihrer Schule sind tabu"

13.04.2012, 17:18 Uhr | dpa

Verliebt in den Lehrer: So helfen Eltern. Der angeklagte Lehrer Peter M. vor der Urteilsverkündung im Hamburger Landgericht. (Quelle: dpa)

Der angeklagte Lehrer Peter M. vor der Urteilsverkündung im Hamburger Landgericht. (Quelle: dpa)

Verliebt in den Lehrer - und umgekehrt: Immer wieder kommt es zu Fällen, in denen Lehrer mit minderjährigen Schülern eine Beziehung eingehen, das ist weit entfernt von einer Teenie-Schwärmerei für den coolen Pädagogen. Jetzt wurde ein 46 Jahre alter Lehrer aus Hamburg zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er mit seiner damals 14-jährigen Schülerin eine sexuelle Beziehung hatte. So sollten Eltern in einer solchen Situation reagieren.

Liebe zum Lehrer darf kein Tabuthema sein

Es war wohl ihre erste große Liebe - und er ließ sich darauf ein: Monatelang hatte der Lehrer in Hamburg ein Verhältnis mit einer 14-jährigen Schülerin. Vermuten Eltern, dass ihr Kind in einen Lehrer verliebt ist, sollten sie das unangenehme Thema nicht einfach totschweigen. "Sie sollten das Kind auf jeden Fall darauf ansprechen", empfiehlt Karin Jacob vom SOS-Familienzentrum in Berlin.

Facebook beflügelte das Verhältnis

Das Mädchen und der Lehrer waren sich über Facebook nähergekommen, bis zu drei Stunden am Tag chatteten sie miteinander. Er nannte sie dabei "Liebling", sie siezte ihn konsequent weiter, um sich im Unterricht nicht zu versprechen. Dann trafen sie sich auch außerhalb der Schule, für den ersten Sex mit der 14-Jährigen mietete der Familienvater extra eine Ferienwohnung an.

"Sie haben nicht nur die geistige, sondern auch die körperliche Distanz zu Ihrer Schülerin aufs Gröbste verletzt", sagte der Vorsitzende Richter in seiner Begründung. Der Angeklagte habe selbst eine Tochter, die sogar etwas älter sei als seine ehemalige Geliebte, sagte der Richter. "Wie würden Sie es finden, wenn Ihre Tochter den ersten sexuellen Kontakt mit einem Lehrer macht?"

Lehrer übte Druck aus

Selbst als das Verhältnis aufflog, weil die Schwester des Mädchens zufällig dessen Nachrichten las, habe der Lehrer nicht von seiner Schülerin lassen können. Um doch noch aus der Sache herauszukommen, forderte er sie sogar dazu auf, ihm eine E-Mail zu schreiben und darin den sexuellen Kontakt mit ihm zu bestreiten. Nach einem Monat schrieb sie die Zeilen - aus Liebe. Er kam danach wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft.

Richter: "Die Schülerinnen Ihrer Schule sind tabu"

Auch wenn der Angeklagte schon vor seiner Affäre Probleme in seiner Ehe gehabt habe: "Die Schülerinnen Ihrer Schule sind tabu", stellte der Richter klar. Der Fall liege anders als in Koblenz, wo ein 37-jähriger Vertretungslehrer vom Oberlandesgericht nach dem Sex mit einer 14-Jährigen Anfang des Jahres freigesprochen wurde, weil es sich nach Ansicht des Gerichts nicht um ein "Obhutsverhältnis" gehandelt hat.

Nicht das Alter ist problematisch, sondern das Abhängigkeitsverhältnis."Bei uns ist es juristisch eindeutig", sagte der Richter des Hamburger Landgerichts - der Angeklagte war erst der Mathe- dann der Biolehrer des Mädchens. Vor seiner Suspendierung gab er die Klasse der 15-Jährigen sogar noch als Wunsch für das nächste Jahr an.

So sollten Eltern reagieren

Für Eltern ist es eine ausgesprochen schwierige Situation: In diesem Alter sind Schwärmereien normal, auch sexuelle Beziehungen, ebenso wie Geheimnisse vor den Eltern. Auch empfänden es Jugendliche oft als peinlich, mit Mutter oder Vater über das Verliebtsein zu sprechen. Das Signal "Du bist für so ein Gespräch nicht geeignet" sollten Eltern daher akzeptieren und nicht gekränkt reagieren. Besser fragten sie, ob es einen Verwandten oder Freund gebe, dem er sich lieber anvertraue. Verbieten können sie in diesem Fall nichts.

Grenzen und Konsequenzen aufzeigen

Manche sind aber auch dankbar, wenn sie sich endlich jemandem anvertrauen können. Lasse sich Sohn oder Tochter auf ein Gespräch mit den Eltern ein, sollten die sensibel vorgehen: "Am besten thematisieren sie, dass das ganz normal ist, dass es aber Grenzen gibt", rät Jacob. Die seien durch ethische Prinzipien und Gesetze festgelegt. Eltern sollten ihrem Kind klarmachen, dass sich der erwachsene Lehrer strafbar macht, wenn er die Liebe zu einem Minderjährigen erwidert.

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