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Bildungsmonitor 2012: Wo die Bildungschancen in Deutschland am besten sind

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Wo die Bildungschancen in Deutschland am besten sind

15.08.2012, 13:58 Uhr | dpa

Bildungsmonitor 2012: Wo die Bildungschancen in Deutschland am besten sind. Laut Bildungsmonitor 2012 sind die Bildungschancen deutschlandweit in Sachsen am größten. (Quelle: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft)

Laut Bildungsmonitor 2012 sind die Bildungschancen deutschlandweit in Sachsen am größten. (Quelle: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft)

Sachsen bietet deutschlandweit die besten Bildungschancen. Platz zwei belegt Thüringen vor Baden-Württemberg und Bayern. Zu diesem Ergebnis kommt der Bildungsmonitor 2012 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Er wurde im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt.

Ranking: Berlin nicht mehr auf dem letzten Platz

Bremen verbessert sich in der Liste gegenüber dem vergangenen Jahr um einen Platz auf Rang fünf. Das bisherige Schlusslicht Berlin rückt einen Platz auf und gibt die rote Laterne an den bisherigen Vorletzten Schleswig-Holstein ab. Hier das Ranking der Bundesländer im Überblick:

  1. Sachsen
  2. Thüringen
  3. Baden-Württemberg
  4. Bayern
  5. Bremen
  6. Sachsen-Anhalt
  7. Niedersachsen
  8. Hamburg
  9. Hessen
  10. Mecklenburg-Vorpommern
  11. Rheinland-Pfalz
  12. Brandenburg
  13. Nordrhein-Westfalen
  14. Saarland
  15. Berlin
  16. Schleswig-Holstein


Sachsen und Thüringen bieten optimale Voraussetzungen zur Förderung von Kindern

Der Bildungsmonitor stellt das Länder-Ranking anhand eines eigenen Punktesystems mit 110 Indikatoren auf. Er wurde zum neunten Mal vorgelegt. Im Kern fragt die Studie, inwieweit ein Land die Bildungsinfrastruktur verbessert hat, die Chancen auf Teilhabe sichert und damit auch das Wirtschaftswachstum stärken kann.

Der Geschäftsführer der Initiative, Hubertus Pellengahr, begründete die Spitzenplätze für Sachsen und Thüringen mit optimaler Infrastruktur für die Förderung. Die Länder bekämpften Bildungsarmut und böten breiten Zugang zu akademischen Abschlüssen besonders in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern.

Experten stellen sich gegen das Betreuungsgeld

Insgesamt gebe es Fortschritte in den Ländern - am meisten zugelegt habe Hamburg. Auch Bremen, Thüringen, Brandenburg und Niedersachsen hätten sich verbessert. Die Verbesserungen zeigen sich vor allem am Beispiel Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren: Das Angebot stieg dem Report zufolge innerhalb der vergangenen fünf Jahre von 13,6 auf 25,2 Prozent - dies sei jedoch noch zu langsam, um die Ausbauziele der Regierung zu erreichen. In diesem Zusammenhang warnten die Forscher vor vertanen Wachstumschancen durch die Einführung des von der CSU forcierten Betreuungsgelds für Eltern, die ihr Kleinkind in eigener Regie betreuen. Nötig sei hingegen ein flächendeckender Kita-Ausbau.

Auch bei den Ganztagsschulen habe es Fortschritte gegeben. Rund 23 Prozent der Grundschüler besuchten 2010 eine Ganztagsschule - zehn Jahre zuvor waren es nur vier Prozent.

Wie Ganztagsbetreuung der Wirtschaft hilft

Die Studienautoren plädierten eindringlich für eine flächendeckenden Infrastruktur für Ganztagsbetreuung kleiner Kinder. Die Wachstumsrate würde so laut Bildungsmonitor langfristig um mehr als 0,33 Prozentpunkte steigen. Das Bruttoinlandsprodukt läge dann 2050 um 221 Milliarden Euro höher als ohne Ausbau der Betreuung. Bildungs- und Familienpolitik sollten darauf abzielen. "Für Leistungen wie das Betreuungsgeld sind diese Effekte nicht nachweisbar", mahnte der Studienleiter beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Axel Plünnecke, an die Adresse von Schwarz-Gelb.

Frühkindliche Bildung zahlt sich für Migrantenkinder aus

Jugendliche mit Migrationshintergrund hätten wegen stärkerer Beteiligung an frühkindlicher Bildung ihren Rückstand reduziert. Der Anteil ausländischer Schulabgänger ohne Abschluss an allen Schulabsolventen sank laut dem Report von 20 Prozent im Jahr 2000 auf rund 13 Prozent 2010. Die Forscher mahnen aber zugleich: "Schüler aus bildungsfernen Haushalten oder aus Migrantenfamilien bleiben weiterhin hinter den anderen Schülern zurück."

Seit dem Jahr 2000 gebe es wegen der steigenden Zahl von Hochschulabsolventen pro Jahrgang heute rund 556.000 zusätzliche Akademiker in Deutschland, davon 168.000 in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

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