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Beschichtung in Pappbechern kann im Kaffee landen

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Risiko Coffee to Go?  

Beschichtung von Pappbechern kann im Kaffee landen

14.07.2014, 11:47 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Beschichtung in Pappbechern kann im Kaffee landen. Der heiße Kaffee kann dazu führen, dass sich Stoffe aus der Becherbeschichtung lösen und im Getränk landen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Stoffe aus dem Kaffeebecher können im Getränk landen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Egal ob auf dem Weg zur Arbeit, während der Mittagspause oder auf dem Heimweg: Der Kaffee aus dem Pappbecher begegnet uns oft mehrmals am Tag. Nicht ganz umweltfreundlich, doch das Gefäß aus Pappe hat einen besseren Ruf als der Plastikbecher. Was viele nicht wissen: Auch Pappbecher sind nicht frei von Plastik - und das kann problematisch werden.

Wer beim Pappbecher allein an Pappe denkt, muss enttäuscht werden. Denn auch er besitzt einen obligatorischen Plastikanteil. "Die Becher sind beschichtet, damit sie nicht durchweichen und ihre Stabilität verlieren", erklärt Dirk Petersen von der Abteilung für Umwelt und Produktsicherheit der Verbraucherzentrale Hamburg.

Chemikalien aus Plastikdeckeln landen im Kaffee

Und auch bei dem Deckel wird der Verbraucher mit Plastik konfrontiert: "Dieser wird zumeist aus dem Kunststoff Polystyrol hergestellt. Und dieser gehört nicht gerade zu den verträglichsten Kunststoffen. Aus dem Deckelmaterial können Spuren von Chemikalien in das Heißgetränk gelangen, die sicherlich nicht gerade gesundheitsfördernd sind", sagt Petersen.  

UMFRAGE
Aus Pappbechern können offenbar Chemikalien im Kaffee landen. Werden Sie in Zukunft darauf verzichten?

Weichmacher als gesundheitsschädlich eingestuft

Neben der Kunststoffbeschichtung selbst können sich durch die hohen Temperaturen auch Weichmacher wie Phthalate oder Bisphenol A aus ihr lösen, warnt Petersen. Diese würden als gesundheitsschädlich eingestuft. Und: Die Grenzwerte werden schnell überschritten. Denn auch wenn der Weichmachergehalt laut dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) bei Lebensmitteln einen bestimmten Wert nicht überschreiten darf, nehmen wir diese zusätzlich auch über unsere Atemluft, Kosmetikprodukte, Medikamente oder Alltagsgegenstände auf.

Weichmacher wirken aufs Hormonsystem

Bei Babys und Föten ist bekannt, dass sich einige Weichmacher, zum Beispiel die sogenannten Phthalate, negativ auf die Entwicklung von Gehirn und Geschlechtsorganen auswirken. Zudem stehen sie unter Verdacht, das Risiko für Krebs, Diabetes, Fettleibigkeit und Unfruchtbarkeit zu erhöhen. Und das BfR erklärt: "Es gibt verschiedene Phthalate mit unterschiedlichen gesundheitsschädlichen Wirkungen - einige wirken sich beispielsweise auf das Hormonsystem aus, andere auf die Leber." Auch die männliche Fortpflanzungsfähigkeit könne beeinträchtigt werden.

Und weiter: "Alle Grundnahrungsmittel wie Fette, Brot, Obst, Gemüse und Milch beziehungsweise Milchprodukte können Weichmacher enthalten. Verbraucherinnen und Verbraucher können nicht wissen, ob ein Lebensmittel belastet ist. Dies kann nur mittels einer labortechnischen Untersuchung feststellt werden. In der Regel enthalten Lebensmittel keine gesundheitsgefährdenden Konzentrationen."  

Den Chemikalien auf der Spur

Wirklich sicher fühlt sich der Verbraucher nicht, wenn er das liest. Wie erfährt er also, ob Produkte beispielsweise Phthalate enthalten? "Bei Verbraucherprodukten haben Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit, beim Hersteller, Importeur oder Handel nachzufragen, ob fortpflanzungsschädliche Phthalate enthalten sind. Das Umwelt-Bundesamt (UBA) hat mit der Internetseite http://www.reach-info.de/auskunftsrecht.htm ein entsprechendes Antragsformular zur Verfügung gestellt", rät das BfR. 

Verbraucher und Verbraucherinnen bräuchten lediglich den Strichcode auf dem Produkt anzugeben. Eine Antwort müsse innerhalb von 45 Tagen erfolgen. Dieses Recht auf Information ermögliche die EU-Chemikalienverordnung REACH.

Konzentration der schädlichen Stoffe nicht klar

Doch beim Pappbecher gibt es keinen Strichcode. "Man kann nicht klar sagen, ob beziehungsweise in welcher Konzentration diese Stoffe in Pappbechern sind, nur eben, dass sie nicht reingehören", sagt Petersen. "Zudem muss man auch bedenken, dass durch das Stapeln der Becher Spuren von Farbe und Beschichtung der Außenseite in das Gefäß gelangen können. Diese trinkt der Verbraucher dann ebenfalls mit."

Verbraucherschützer fordert Aufklärung vom BfR

Aufgrund der mangelnden Datenlage, was das Risikopotenzial der Pappbecher betrifft, wünscht sich der Verbraucherschützer mehr Aufklärung von Seiten des Bundesamtes für Risikobewertung: "Die Verbraucher möchten Sicherheit. Es ist an der Zeit, sich diesem Thema genauer anzunehmen und die Außen- sowie die Innenseiten der Becher auf riskante Stoffe und deren Konzentrationen zu untersuchen."

Auf Pappbecher besser verzichten

Wie viel gelangt wirklich in den Körper? Ist jeder Pappbecher gleich riskant und gibt es überhaupt große Schadstoffunterschiede zwischen Papp- und Plastikbechern? Für diese Fragen wünscht sich Petersen Antworten. "Auch wenn ich davon ausgehe, dass von den Pappbechern keine akute Gesundheitsgefahr ausgeht, kann ich doch nicht sagen, dass ich sie dem Verbraucher empfehlen würde, solange die Datenlage noch unklar ist", sagt er. Es seien zwar wohl eher geringe Mengen, die sich lösen würden, wenn das heiße Getränk in den Becher gegossen werde. Wie schädlich diese aber seien, könne er nicht einschätzen.

Auch unter dem Gesichtspunkt der Müllvermeidung empfiehlt er, auf die Pappbecher besser zu verzichten. Am besten sei es, Kaffee aus Porzellan- oder Keramiktassen zu trinken. Auch Edelstahlbecher, die innen nicht beschichtet sind, seien geeignet. Möglich sei auch, den eigenen Becher mit in den Coffeeshop zu nehmen oder zumindest den Kaffee vom Pappbecher in ein anderes Gefäß umzuschütten. "Wichtig ist, dass die Verweildauer des Kaffees in dem Pappbecher möglichst gering gehalten wird", betont Petersen. Schnelles Trinken dürfte sich allerdings schwierig gestalten, da das Getränk meist sehr heiß ist.

 

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