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Heiß genießen  

Diese Hausmittel helfen Frostbeulen

14.10.2014, 14:48 Uhr

Diese Hausmittel helfen Frostbeulen. Ein gemütliches Bad hilft am besten gegen Frösteleien. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein gemütliches Bad hilft am besten gegen Frösteleien. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Manchen Menschen hilft nichts - ihnen ist einfach nur kalt. Und das den ganzen Tag und selbst nachts unter einer dicken Decke. Wenn auch die besten Hausmittel nichts gegen das Dauerfrösteln ausrichten, sollten Betroffene medizinischen Rat einholen. Vorher können sie aber selbst einiges unternehmen.

Am einfachsten ist es, wenn Betroffene vermehrt mit heißen Getränken versuchen, ihrem Dauerfrösteln entgegenzuwirken. "Besonders empfehlenswert ist Ingwertee, da er wegen seiner Scharfstoffe zusätzlich wärmt", sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Vorsicht ist allerdings bei heißem Kaffee geboten: Ein übermäßiger Konsum verengt die Gefäße, Hände und Füße frieren umso stärker. Auch Heißgetränke mit Alkohol wie Glühwein wärmen nur übergangsweise, warnt Sellerberg. Alkohol erweitere kurzfristig die Blutgefäße, dadurch komme mehr Wärme in die äußeren Körperbereiche. Die Wärme werde jedoch von den inneren Organen abgezogen.

Mehr Bewegung bringt mehr Wärme

Dauerfrierende sollten grundsätzlich warm essen. "Als Vorspeise eine heiße Suppe, das hilft enorm", empfiehlt Ursula Hilpert-Mühlig, Vizepräsidentin des Fachverbands Deutscher Heilpraktiker. Wer permanent fröstelt, sollte auch darüber nachdenken, sich mehr zu bewegen und Sport zu treiben, rät Prof. Peter Falkai, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität München. Durch mehr Bewegung werde nicht zuletzt auch mehr Muskelmasse aufgebaut, die den Körper vor Kälte schützt.

Ein Bad für Körper und Seele

"Regelmäßig ein heißes Vollbad kann ebenfalls bei Dauerfrösteln helfen", erklärt Sellerberg. Auch Wechselduschen oder Kneipp-Anwendungen sind einen Versuch wert. "Bei Wechselduschen sollte das Wasser von warm auf kühl, nicht von heiß auf kalt gestellt werden", empfiehlt Hilpert-Mühlig. Ansonsten sei der Reiz zu stark. Hilfreich könnten auch Abend für Abend ansteigende Fußbäder sein. Dabei wird nach und nach mehr heißes Wasser zum anfänglich körperwarmen Wasser hinzugefügt. Senf- oder Rosmarinöl können beigemischt werden. "Solche Bäder sind auch gut bei Durchblutungsstörungen und helfen beim Entspannen nach einem anstrengenden Tag", sagt die Heilpraktikerin. Sie rät, anschließend mit trockenen Füßen in warme Socken zu steigen.

Warm-Kalt-Wechsel kräftigen den Kreislauf

Die Füße mit wärmenden Cremes einzureiben, ist eine weitere Möglichkeit, um gegen das Kältegefühl anzugehen. "Die Cremes enthalten beispielsweise Ingwerextrakte oder ätherische Öle und verbessern so die Durchblutung", erläutert Apothekerin Sellerberg. Ebenfalls gut für die Durchblutung sind regelmäßige Saunagänge. "Durch den Wechsel von warm auf kalt wird nicht zuletzt auch der Kreislauf trainiert", sagt Hilpert-Mühlig.

Dauerfrost kann auf Krankheit hindeuten

Wenn die gängigen Hausmittel nicht helfen, führt an professioneller Hilfe kein Weg vorbei. "Ist das Dauerfrösteln auch nach zwei bis drei Monaten nicht abgeklungen, sollte der Hausarzt aufgesucht werden", rät Falkai. Der Arzt müsse mögliche organische Ursachen für das Dauerfrösteln klären. Auslöser könnten etwa eine Schilddrüsenunterfunktion, chronische Entzündungen im Körper oder auch ein Vitaminmangel sein.

Mit Rosmarin den Blutdruck stärken

Auch ein niedriger Blutdruck kann zu einem ständigen Kältegefühl führen. "Der Blutdruck liegt idealerweise bei 120 zu 80", erklärt Sellerberg. Bei Werten unter 105 zu 65 sei der Blutdruck zu niedrig. Gesteigert werden könne er durch Medikamente, aber auch über pflanzliche Extrakte. "Bewährt haben sich Zubereitungen aus Rosmarin, zum Beispiel fünf bis zehn Tropfen Rosmarinus-Urtinktur oder eine Tasse Rosmarintee vor dem Frühstück", sagt sie. Auch Zubereitungen aus Kampfer aktivierten den Kreislauf.

Frieren kann auch psychische Ursachen haben

Grundsätzlich frieren Frauen leichter als Männer. "Frauen haben eine kleinere Muskelmasse und Muskeln produzieren Wärme", sagt Sellerberg. Bei sehr schlanken Frauen sei zudem das Unterhautfettgewebe dünn. "Damit sind sie schlechter gegen Wärmeverluste isoliert als Männer." In solchen Fällen sollten auch die Gründe für das Untergewicht geklärt werden. "Wenn keine kräftezehrende Krankheit vorliegt, sollten die Betroffenen einfach kalorien- und vor allem fettreicher essen", rät Hilpert-Mühlig.

Findet sich keine organische Ursache für das Dauerfrösteln, dann sollte auch an eine psychische Erkrankung gedacht und ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie hinzugezogen werden. "Liegt etwa ein Burn-out oder eine Depression vor, dann können sie sehr erfolgreich durch eine Kombination von Medikamenten und Psychotherapie behandelt werden", erläutert Falkai, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde.

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