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Apple Music, Spotify und Co: Musik-Streaming im Vergleich

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Neun Internet-Musikdienste im Vergleich  

Ab wann lohnt sich eine Flatrate für Musik?

30.06.2017, 14:33 Uhr | Julian Hilgers, dpa, t-online.de

Apple Music, Spotify und Co: Musik-Streaming im Vergleich. Kopfhörer hängen vor einem Apple iPhone. (Quelle: dpa)

Musik-Flatrates sind im Kommen. (Quelle: dpa)

Spotify, Deezer, Napster – Musikstreaming ist im Trend. Preislich sind sich die Anbieter ähnlich, Auswahl und Extras unterscheiden sich. Wir haben neun große Anbieter verglichen und sagen Ihnen, für wen sich eine Musik-Flatrate lohnt.

Die Schallplatten verstauben im Regal, die CDs drehen sich immer seltener und selbst Dateien auf dem MP3-Player sind nicht mehr modern. Glaubt man der Musikindustrie, gehört dem Streaming die Zukunft. Immer mehr Dienste bieten Musik zum Abruf über das Internet an. Auf den ersten Blick sind sich die Anbieter ähnlich: kostenlose Testphase, mobile Wiedergabe und Offline-Funktion, dazu monatliche Kündigungsfrist. Auch beim Musikkatalog und der Audio-Qualität gibt es kaum Unterschiede.

"Das Produkt Musikstreaming ist schon sehr ausgereift", sagt Gunnar Schwan von der Stiftung Warentest. Unterschiede gibt es jedoch in Sachen Bedienung und Datenschutz. Er rät, verschiedene Dienste im Probemonat auszuprobieren. "Man sollte testen, mit welcher Benutzeroberfläche man gut klarkommt." So lasse sich auch der Datenverbrauch im Alltag prüfen. 

Wie funktioniert Musikstreaming?

Beim Streaming wird die Musik als Datenstrom über das Internet auf das Gerät des Nutzers übertragen, dort jedoch nicht komplett gespeichert. So wird kaum Speicherplatz verbraucht, gleichzeitig steht eine enorme Auswahl an Musik zur Verfügung.

Spotify

Bei Spotify können Nutzer ihre Playlisten mit einer kostenlosen Version per Zufallswiedergabe hören, Lieder aber nur begrenzt überspringen. In regelmäßigen Abständen läuft Werbung. Die kostenpflichtige Premiumversion (9,99 Euro im Monat) kommt ohne Werbung und Einschränkungen daher, bietet besseren Ton und eine Download-Funktion. Für 14,99 Euro im Monat gibt es ein Familienpaket, mit dem sechs Nutzer gleichzeitig hören können. Der Haken: Das Angebot gilt nur für Personen, die zusammen wohnen und die gleiche Anschrift haben. Überprüft wird dies aber offensichtlich nicht.

Napster

Hier kostet die Music-Flatrate 9,95 Euro im Monat. Nutzer können streamen oder nach dem Download offline hören - sowohl auf dem PC als auch auf mobilen Geräten. Allerdings bietet Napster weder eine kostenlose Version noch ein Paket zur Nutzung mit mehreren Personen an. So wird die Nutzung von mehreren Personen im Haus schnell recht teuer.

Deezer

Der junge Streamingdienst hat sein Angebot ähnlich wie Spotify aufgebaut: eine kostenlose Basisversion mit Zufallswiedergabe und Werbung, ein Premiumpaket für 9,99 Euro mit Download-Funktion und verbesserter Qualität und ein Familienangebot für sechs Nutzer gleichzeitig. Das will der Anbieret im Zweifelsfall auch überprüfen. Deezer bietet auch eine Funktion, die Inhalte kindgerecht zusammenstellen kann.

Apple Music

Apples eigenen Streamingdienst gibt es sowohl für iOS-Geräte als auch für Android-Smartphones. Aktuell sind die ersten drei Monate kostenlos. Danach kostet Apple Music 9,99 Euro im Monat (Studenten 4,99 Euro). Es gibt ein Familienpaket für 14,99 Euro, dafür keine kostenfreie Version. Eine Nutzung über den PC ist nur mit dem Gratis-Programm "iTunes" möglich. Die Stärke bei Apple Music liegt in der Kombination mit anderen Apple-Geräten und Diensten. Dafür verbraucht ein Album im Stream circa fünfmal so viel Datenvolumen wie bei Napster. Das kann für Nutzer mit wenig Datenvolumen zum Problem werden.

Amazon Prime Music

Amazon hat das Musikstreaming in sein großes Angebot für Prime-Kunden eingefügt: Für 49 Euro im Jahr erhalten Kunden eine abgespeckte Version von "Prime Music" gratis zum normalen Prime-Zugang dazu. Das Angebot umfasst nur zwei Millionen Lieder, dafür gibt es keine Werbung, und die Musik kann auf allen Geräten auch offline gehört werden. Wer eine ähnliche Musikauswahl wie bei vergleichbaren Anbietern will, braucht das "Unlimited"-Paket für 9,99 im Monat (7,99 Euro für Prime-Kunden). Auch bei Amazon gibt es für 14,99 Euro ein Familien-Angebot für sechs Mitglieder.

Tidal

Der US-Rapper Jay-Z hat mit Tidal seinen eigenen Musikstreaming-Dienst gegründet. Tidal verfügt deswegen immer wieder über exklusive Alben und steht im Vergleich zu anderen Streaming-Diensten eher auf der Seite der Künstler. Der Dienst ist besonders wegen handverlesener Musikempfehlungen und einer großen Auswahl von Musikvideos gefragt. Das Standard-Paket kostet 9,99 Euro im Monat und bietet eine Offline-Funktion und Stream auf allen Geräten. Eine kostenlose Version gibt es nicht, dafür ein "HiFi-Paket" für 19,99 Euro, das Musik und Videos in verlustfreier Qualität überträgt. Beide Angebote bei Tidal gibt es auch für Familien mit fünf Konten für 14,99 beziehungsweise 29,99 Euro im Monat.

qobuz

Auch der Dienst qobuz setzt auf hohe Klangqualität. Für 350 Euro im Jahr gibt es ein "Sublim+"- Abo mit Hi-Res-Audio (maximal 24 Bit und bis zu 192 Kilohertz) im verlustfreien Audioformat "FLAC-Codec". "Dafür braucht man allerdings spezielle Stereoanlagen", sagt Sven Hansen von der Fachzeitschrift "c't". Für 9,99 Euro pro Monat bietet qobuz allerdings auch eine Standardversion mit einem marktüblichen Katalogumfang. Einen Mehrnutzer- oder kostenlosen Probetarif gibt es nicht. Die Testphase bei qobuz beträgt 15 Tage.

Juke

Hier gibt es mit der Musik-Flatrate für 9,99 Euro im Monat ein Paket mit Offline-Funktion und Nutzung auf allen Geräten. Eine kostenlose oder Mehrfachnutzung ist nicht möglich. Lob gibt es von Stiftung Warentest für den Datenschutz. Dafür aber Tadel für die Bedienbarkeit. "Die Bedienung ist bei Juke eher schlecht", sagt Gunnar Schwan. Sowohl am PC als auch mobil sei der Dienst nicht so benutzerfreundlich wie vergleichbare Anbieter.

Aldi Life Musik

Der Streamingdienst vom Discounter nutzt den Musikkatalog von Napster, kostet aber nur 7,99 Euro im Monat. Der Dienst ist im Datenverbrauch am sparsamsten, die Qualität kann trotzdem mit anderen Anbietern mithalten. Zusätzlich zur Offline-Nutzung kann "Life Musik" auch mithören und so zum Beispiel Musik aus dem Radio erkennen. Einen kostenlosen oder Mehrnutzer-Tarif bietet Aldi nicht an.

DienstPreis in €GratisversionSongangebot
Apple Music9,99/Monatneinmehr als 30 Millionen
Spotify9,99/Monatjamehr als 30 Millionen
Amazon Prime Music49,-/Jahr (Paket mit Prime Video, E-Book-Leihe u.m.)neinzwei Millionen
Deezer9,99/Monatjamehr als 43 Millionen
Groove Music9,99/Monatneinmehr als 40 Millionen
Google Play Music9,99/Monatneinmehr als 30 Millionen
Napster9,95/Monatneinmehr als 40 Millionen
Aldi Life (Napster)7,99/Monatneinmehr als 40 Millionen
Juke9,99/Monatneinmehr als 46 Millionen
qobuz

9,99/Monat

349,99/Jahr

neinmehr als 40 Millionen
Tidal

9,99/Monat

(19,99/Monat für Hifi-Klang)

neinmehr als 30 Millionen

Für wen lohnt sich ein Musik-Abo?

Bei den meisten Streamingdiensten werden für den unbeschränkten Musikgenuss rund zehn Euro im Monat fällig. Dafür können sich Nutzer an Millionen Songs satthören. Das klingt viel, aber lohnt sich das? 

Laut dem Bundesverband der Musikindustrie (BVMI) gaben Deutsche im vergangenen Jahr im Schnitt 60 Euro für den Kauf von Musik aus. Ein Musik-Abo kostet das Doppelte. Es lohnt sich also besonders für sogenannte "Intensivkäufer", die rund 250 Euro im Jahr für Musik ausgeben. Die sind allerdings in der Minderheit, wie diese Statista-Grafik zeigt:

Die Grafik zeigt den Bevölkerungsanteil verschiedener Käufergruppen von Musik nach Ausgaben im Jahr 2014. (Quelle: Statista)Die Grafik zeigt den Bevölkerungsanteil verschiedener Käufergruppen von Musik nach Ausgaben im Jahr 2014. (Quelle: Statista)

 

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