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Tipps, wie Sie am Türsteher vorbeikommen

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So kommen Sie am Türsteher vorbei

15.03.2016, 12:36 Uhr | Uwe Kauss

Tipps, wie Sie am Türsteher vorbeikommen. Bei wählerischen Türstehern, haben Sie besser einen Plan B in der Tasche. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei wählerischen Türstehern, haben Sie besser einen Plan B in der Tasche. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Schlange vor dem Club ist verdammt lang. Vor der Tür wummern die Beats. Frustrierte Gesichter kommen entgegen. Der Türsteher ist heute wieder wählerisch. Rein oder nicht rein - ein seltsames Ritual, das jede Nacht vor den In-Clubs abläuft. Was also tun? 

Wer in einem hippen Club tanzen will, sollte damit rechnen, dass er nicht rein kommt. Denn es wollen meist viel mehr Leute hinein als drinnen Platz haben. Jeder Club-Geschäftsführer braucht die richtige Mischung, damit die Party abgeht und er zu seinem Umsatz kommt. Der Club ist ein Unternehmen, mit dem die Inhaber Geld verdienen. Der Luxus der In-Locations: Sie können es sich aussuchen, wen sie Geld ausgeben lassen.

Hoodie oder Edelsakko? Die Internetforen sind voll von Tipps, mit denen man in Clubs kommen soll. Die kann man jedoch getrost wegklicken. Denn die Security verfolgt meist kein System mit festen Kriterien. Ein Club lebt von der Verschiedenheit seiner Besucher. Alles andere wäre langweilig. Deswegen sind Kleidung und Ausstrahlung nur ein kleiner Teil zum Hauptgewinn. Klar: Bermuda-Shorts, Hoodies, verfleckte Shirts und Jeans oder Trainingsanzüge lässt man im Schrank. Das Edelsakko im House Club ist auch keine gute Idee. Im Top-Club der Stadt schon. Wenn da aber schon 100 edle Sakkos drin sind, wird der Türsteher die nächsten 20 im T-Shirt

rein winken. Oder umgekehrt.

Wenigstens eine uralte Regel gilt: Ein Mann allein hat eine theoretische Chance, eine Clique Jungs braucht sich gar nicht anstellen. Der Grund ist einfach: Wenn die Jungs das dreiste Baggern anfangen, wechseln die schönen Frauen genervt die Party. Und zwar schnell. Das findet der Geschäftsführer nicht lustig: "Am Ende hast du immer eine Herrensauna. Wenn durch den Männerüberschuss irgendwann gar keine Frauen mehr in deinen Club kommen, hast du ein Problem", sagte Klaus Gunschmann, bis 2012 Türsteher des legendären Clubs P1 in München, in einem Interview.

Also lässt der Türsteher nur Menschen hinein, die nicht in die Herrensauna wollen. Hübsche Frauen haben jederzeit Eintritt – aber Vorsicht: Damen, die sich unwiderstehlich finden, können genauso gut draußen bleiben. Wer nun seine beste Freundin mitnimmt, kann auch damit scheitern: Die hübsche Lady darf rein, die Begleitung nicht. Der Doorman macht die Mischung.

Vitamin B und Stammgäste

Wirklich erfolgversprechend ist nur die Gästeliste.

Wer jemanden kennt, der jemanden kennt, der einen auf die Liste setzen kann, gehört zum Inner Circle eines Clubs. Außer, man kommt betrunken oder bedröhnt zur Tür. Damit ist der Name auch ohne Einlass gestrichen. Man kann auch an weniger besuchten Wochentagen versuchen, sich zum Stammgast zu machen. Von Montag bis Mittwoch arbeiten die meisten Menschen, da ist die Chance jedenfalls größer. Nicht zu früh und nicht zu spät einlaufen, den Dresscode erahnen und ein offenes, freundliches Gespräch mit den Securitys beginnen: So ist schon oft aus einem anonymen Besucher ein Stammkunde geworden, der mit Gruß und Handschlag die wartende Menge hinter sich lässt. Dazu braucht es Geduld und ein Leben mit wenig Schlaf. Nach drei Besuchen ist man nur selten Stammgast. Nach dreißig schon eher.

Ein besonderer Fall ist das Berghain in Berlin. In jedem Reiseführer der Welt wird der Club als hippste Nummer des Erdballs beschrieben. Horden von Touristen sammeln sich an der Tür zu einer Schlange von hundert Metern und länger. Der Türsteher Sven Marquardt hat selbst einen legendären Ruf und ist zudem als Fotograf und Autor aktiv. Auch bei ihm gibt’s kein Einlass-Patent: Die Leute, die Stile, die Vorlieben der Gäste müssten sich mischen, damit eine friedliche Feiergemeinschaft entstehen könne, hat er diplomatisch in einem seiner seltenen Interviews erklärt.

Auch die eigene Laune entscheidet

Wer im Unternehmen eine wichtige Position bekleidet und dort auf den Fluren gegrüßt wird, ist an der Tür keine große Nummer. Schiebt man eine Bugwelle Selbstbewusstsein vor sich her, kracht man wahrscheinlich an die Tür - und nicht hindurch. Ego-Show im überfüllten Club? Nicht gut. Denn wer unbedingt rein will, bleibt draußen. Türsteher haben im Regelfall verdammt viel Menschenkenntnis – auch wenn es manchmal nicht so aussieht. Sie haben jeden originellen, blöden und banalen Versuch des Vorbeikommens schon erlebt. Also gut gelaunt bleiben und den Einlass wie ein Griff in die Lostrommel betrachten. Und nach der Abfuhr mit einer hübschen Lady, die ebenfalls keine Chance hatte, woanders hingehen.

Prominente Abblitzer

Kleiner Trost: Selbst die Prominenten dieser Erde blitzen ab. Im Februar scheiterte etwa Ex-Beatle Paul McCartney am Türsteher, der nach der Grammy-Verleihung die Party des Rappers Tyga besuchen wollte. Ein 70-jähriger im Anzug will zu einer Hip-Hop-Party? Andere Gäste in der Warteschlange wiesen die Security dezent darauf hin, wer da vor ihnen stünde. Doch der Doorman hatte entschieden: Keine Chance. Klaus Gunschmann vom P1 etwa übersah Hollywoodlegende Dustin Hoffman und erkannte Larry Mullen, den Drummer von U2 nicht, schreibt er in seiner Biographie. Auch die Scorpions kamen nicht durch die von ihm bewachte "härteste Tür Deutschlands". "Wir sind aber die Scorpions", sollen sie beleidigt erwidert haben. Er habe geantwortet: "Eben drum." Selbst DJ Hell, eine der Legenden der Clubszene und zudem legendärer House-Produzent, musste im hedonistisch-offenherzigen Kit-Kat-Club in Berlin draußen bleiben – obwohl er dort eine Woche zuvor als DJ die Massen begeistert hatte.

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