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Partnerschaft: Die ersten 100 Tage einer Liebe sind entscheidend

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Partnerschaft  

Neue Liebe: Die ersten 100 Tage sind entscheidend

16.04.2014, 12:42 Uhr | t-online.de

Partnerschaft: Die ersten 100 Tage einer Liebe sind entscheidend. Am Anfang einer Beziehung präsentiert sich jeder im besten Licht. Auf Dauer jedoch ist das nicht durchzuhalten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Am Anfang einer Beziehung präsentiert sich jeder im besten Licht. Auf Dauer jedoch ist das nicht durchzuhalten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn zwei Menschen verliebt sind, sehen sie sich und die Welt durch die rosa Brille. Doch irgendwann ist diese Zeit vorbei und der Alltag hält Einzug in die Partnerschaft. Wer sich bis dahin nur von seiner Schokoladenseite gezeigt hat, muss spätestens jetzt Farbe bekennen. Ob die Liebe nur ein Strohfeuer war oder Bestand hat, entscheiden die ersten 100 Tage, sagt Diplompsychologin Lisa Fischbach von ElitePartner.de. Diese Zeit sollten Paare nutzen, um eine stabile Basis für ihre Zukunft zu schaffen.

Die ersten Wochen einer neuen Liebe sind von Aufregung und Freude, aber auch Unsicherheit und vorsichtigem Antasten gekennzeichnet. Einerseits klopft das Herz und es steigt das Bedürfnis, sich zu öffnen und dem neuen Partner sein Inneres zu offenbaren. Gleichzeitig will man aber auch nichts überstürzen.

Die "jungfräuliche" Kennenlernphase hält nicht ewig

Zu Begin der Partnerschaft möchte man dem neuen Partner natürlich ein positives Bild von sich vermitteln. Daher halten viele Jung-Paare ihre Wünsche in dieser Phase höflich zurück. "Auf lange Sicht ist es hingegen keine Erfolgsstrategie, sich zu verstellen und für den Partner übermäßig anzupassen", sagt Lisa Fischbach. Denn irgendwann sei die "jungfräuliche Kennenlernphase" vorbei. Damit es außerhalb der Fantasiewelt ebenfalls gelingt, die ersten Schritte in eine feste Partnerschaft zu meistern, sollten besonders in den ersten Monaten der Beziehung ein paar grundlegende Dinge beherzigt werden.

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Die Bedürfnisse des anderen kennenlernen

Grundsätzlich, so Fischbach, sollten sich Paare in der Kennenlernphase eines bewusst machen: Der andere ist noch völliges Neuland. Die Psychologin rät daher: "Seien Sie neugierig und gehen Sie auf Entdeckungsreise. Fragen Sie Ihren Partner offen, was er bevorzugt, wie er den Kaffee am liebsten trinkt, ob er lieber Butter oder Margarine aufs Brötchen mag, der herzhafte oder süße Typ beim Frühstücken ist." Wer sich in die Rolle des aufmerksamen Zuhörers und Beobachters begebe, fördere das Kennenlernen auf sensible Weise.

Nicht die eigenen Bedürfnisse vernachlässigen

Selbst wenn Sie glauben, die Antwort zu kennen, sollten Sie grundsätzlich unvoreingenommen bleiben und nicht von sich auf Ihr Gegenüber schließen. Daher beugt Fragen vielen Missverständnissen vor.

Zur Stabilisierung einer jungen Partnerschaft ist es aber auch wichtig, die eigenen Wünsche zu formulieren. Denn auch Ihr Partner möchte Sie kennenlernen. Zu Beginn halten jedoch viele Paare ihre Wünsche eher verdeckt. Sie haben die Sorge, den Partner damit zu überfordern oder deshalb nicht gemocht zu werden. "Doch es macht keinen Sinn, sich auf Dauer zu verstecken", sagt Fischbach. Besser sei es, Wünsche nach Nähe, Zärtlichkeit, Freiraum, Interessen offen anzusprechen. Dies gelte besonders für Frauen, denen es oft schwerer fällt, sich durchzusetzen oder abzugrenzen.

Jeder hat sein eigenes Tempo

Die ersten 100 Tage einer Beziehung sollten vor allem dazu genutzt werden, eine gute Kommunikationskultur miteinander aufzubauen. Das setzt einen ehrlichen Umgang miteinander voraus. "Wenn Sie ein Thema unpassend oder verfrüht finden, sagen Sie das", rät Fischbach. Umgekehrt sollten Sie es nicht gleich als schlechtes Zeichen aufnehmen, wenn Ihnen der andere thematisch ausweicht. Seien Sie eher mutig und fragen Sie nach, ob das zu persönlich war. Wenn ja, sollten Sie nicht weiter bohren.

Das Gleiche gilt bei Geschichten über verflossenen Lieben. Für die Beziehung ist es nicht unbedingt von Nutzen, sich die Vergangenheit im Detail zu erzählen. Dort wo es eine wichtige Erklärung liefert und Verständnis erzeugt, mag es vorteilhaft sein. Aber nicht grundsätzlich.

Es muss nicht alles perfekt sein

Der Glaube, dass mit dem neuen Partner die Beziehung perfekt sei, ist ein fataler Irrglaube, dem viele Frischverliebte verfallen. "Kompromisse gehören zu jeder Liebe dazu", sagt Fischbach. Damit sei nicht die Aufforderung gemeint, sich einem Partner anzupassen, wenn dieser elementare Bedürfnissen wie Geborgenheit, Treue oder Verständnis nicht erfülle. Vielmehr gehe es darum, selbst verantwortlich für das Miteinander zu sein und nicht alles vom Partner zu erwarten.

Wenn Sie beispielsweise merken, dass Sie den anderen durch einen Vorschlag in die Ecke drängen, suchen Sie nach Lösungen, die beiden Seiten gerecht werden. Wenn Sie mit etwas nicht einverstanden sind, vermeiden Sie ein vorschnelles “Nein”. Versuchen Sie es mit Verhandeln. Manchmal lassen sich beide Wünsche realisieren. Nicht immer gleichzeitig, aber oft hintereinander.


Balance zwischen Nähe und Distanz schaffen

Die Bedürfnisse nach Nähe und Freiraum sind bei Paaren häufig unterschiedlich ausgeprägt. Zwar sind körperliche Nähe und Intimität in der Anfangsphase von großer Bedeutung, aber nach ein paar Wochen und Monaten normalisiert sich das wieder und es entstehen vermehrt Bedürfnisse, Zeit für sich allein zu haben. Das ist überhaupt kein schlechtes Zeichen, sondern völlig normal. Ein Paar sollte daher nach den ersten 100 Tagen seiner Beziehung seine individuelle Balance zwischen Zweisamkeit und Unabhängigkeit ausgelotet haben.

Wem die Veränderung in dieser Phase Angst macht, sollte das ansprechen. Davon abgesehen ist der direkte Weg auf den Partner zu grundsätzlich die beste Medizin für die Klärung in einer Beziehung.

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