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Uhren-Tuning in Schwarz

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Uhren-Tuning in Schwarz

04.03.2013, 17:59 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Uhren-Tuning in Schwarz. Diese "Radiomir Black Seal" von Panerai wurde von Blaken veredelt. (Quelle: Hersteller)

Diese "Radiomir Black Seal" von Panerai wurde von Blaken veredelt. (Quelle: Hersteller)

Ein toller Trend in der Uhren-Welt: Das Edle muss noch edler werden. Vor allem in der Rolex-Fangemeinde begeistern individualisierte Zeitmesser. Der Vorreiter in Sachen Tuning war die Firma Pro Hunter. Und auf den Spuren der Briten wandelt die Manufaktur Blaken aus dem Sauerland. Bei beiden Firmen lautet die Devise: Jede Farbe geht, solange es nur schwarz ist. Wir stellen die schicksten Tuning-Uhren vor.

Sie sind schwarz, sie sind selten und sie sind teuer: Bis zum Dreifachen des herkömmlichen Preises kostet eine veredelte Rolex aus dem Hause Pro Hunter. Trotzdem lassen die Zeitmesser die Herzen der betuchten Uhrenfans höher schlagen - denn eine schwarze Rolex gibt es eigentlich gar nicht.

So trägt Bastian Schweinsteiger eine Pro Hunter "Daytona", auch bei Manuel Neuer und Karl-Heinz Rummenigge tickt die veredelte Rolex am Handgelenk. Außerdem schwören Orlando Bloom und Bill Clinton auf eine gepimpte Pro Hunter.

"Wir sind die ersten, die diese maßgeschneiderten Uhren vor acht Jahren hergestellt haben", erläutert Firmen-Chef Kamal Choraria auf Anfrage von wanted.de. "Eines Tages wird uns wahrscheinlich Rolex aufkaufen – so wie Mercedes beim Tuner AMG zugegriffen hat." >>

Am Anfang der Erfolgs-Story stand die Jagdleidenschaft: Im Jahr 2007 fragte der begeisterte Großwild-Jäger und hierzulande nur mäßig bekannte Hollywood-Produzent Reza Rashidian (Wilde Salome) seinen Freund Choraria, ob der nicht eine besonders robuste und unauffällige Uhr für eine Safari herstellen könnte. Gesagt getan: Der Uhren-Händler, der auch als Poker-Spieler durch die Welt jettet, veredelte daraufhin eine Rolex "Submariner" mit einer schwarzen Beschichtung und versah sie mit einem einfachen Textilband. Als Vorbild dienten einige seltene Rolex-Uhren für Offiziere der britischen Armee in Afrika.

Die Beschichtung trägt den Namen "Diamond Like Coating" – DLC. Die Karbon-Schicht ist viel dünner als Papier und extrem hart. Choraria verändert Gehäuse, Zifferblatt und Zeiger, setzt aber Farben wie orange nur dezent ein. Eine individuelle Gravur und Nummerierung sowie das Pro-Hunter-Logo auf dem Zifferblatt vervollständigen den elitären Anspruch. >>

Das edle Understatement kommt bei der kaufkräftigen Kundschaft enorm gut an. Angeboten werden die guten Stücke mittlerweile neben London in Zürich auf Capri, in Dubai, Hongkong, Bangkok und Singapur.

Und warum muss es eine Rolex sein? Zum einen ist die Fan-Gemeinde der Kult-Marke enorm groß. Zum anderen ist Rolex der einzige Luxus-Hersteller der noch keine schwarze Uhr anbietet. In Internet-Blogs kursieren allerdings Berichte darüber, dass Rolex die veränderten Uhren bei Revisionen einfach einbehielt – weil es einem Sakrileg gleichkomme, die Kultmarke zu verändern.

Blaken motzt Uhren im Sauerland auf

Pro Hunter sieht jedoch keine Probleme – und auch die kleine Manufaktur Blaken aus dem Sauerland weist dies von sich. Auf den Konkurrenten Blaken war Pro-Hunter-Chef Choraria übrigens nicht gut zu sprechen – die Firma habe seine Idee gestohlen. Tatsächlich greift die deutsche Konkurrenz bei einigen Modellen mit günstigeren Preisen an, was auch am Wechselkurs liegt. In der Regel kostet die Veredelung bei Blaken 60 bis 80 Prozent des Brutto-Preises, allerdings sollten Interessenten lieber anfragen. Das Tuning des edlen Stücks dauert rund zwei Wochen, betont Geschäftsführer Hendrik Jürgens im Gespräch mit wanted.de. Blaken geht mit seinen Veränderungen auch weiter als Pro Hunter: Während die Briten vor allem auf das dezente Design der "goldenen Jahre" von Rolex der 50er und 60er setzen, scheut Blaken nicht vor kräftigen Farben und dem Tuning anderer Hersteller zurück. Neben Rolex veredelt die Schwärzerei auch Omega, Breitling oder Panerai. Der Name ist für die Firma aus Menden ansonsten Programm: "blaken" heißt in altem niederländisch "schwärzen" oder "rußen". Während Pro Hunter betont, es gebe keine Patente auf das DLC-Verfahren, beharrt Blaken darauf, eine patentierte Technik zu besitzen, auf die sich die Firma für 25 Jahre die exklusiven Rechte gesicherte habe.

Egal, welche Technik dahinter steckt: Die Individualisten dieser Welt sind von dem Konzept überzeugt: "Viele unserer Kunden sind Firmen-Chefs oder hohe Angestellte, die ihr Firmen-Logo am Arm tragen wollen, oder ganz einfach den persönlichen Touch für ihren Zeitmesser schätzen." Zu den prominenten Kunden von Blaken gehören die Fußballer Christoph Metzelder und Andreas Beck.

Hochzeitstag in Pink

Die junge Firma gibt es jetzt seit etwas über einem Jahr, pro Monat veredelt sie zwischen zwei und zehn Uhren. Das bislang interessanteste Stück ist für Jürgens das Hochzeitsgeschenk einer Frau an ihren Ehemann: Die Rolex "Submariner" wurde zum einen geschwärzt. Zum anderen erhielt das gute Stück pinkfarbene Ziffern auf der Lünette. Und der Clou: Die 28 ist pink gefärbt – damit der Göttergatte den Hochzeitstag niemals mehr vergisst... Ein neues, spannendes Projekt ist eine Uhr für einen Scheich aus Katar: Der will eine Rolex in Gelbgold und Schwarz. Das Besondere: Erstmals wird Blaken auch ein Armband in Bicolor herstellen. Das besteht zum einen aus 18-Karat Gold und zum anderen aus den typischen schwarzen Edelstahl-Elementen.

Einen kleinen Nachteil hat das Tuning übrigens: Die Hersteller-Garantie erlischt vollständig bei der Demontage. Blaken selbst vergibt jedoch eine weltweite Garantie von drei Jahren auf das Werk und auf die Veredelung. Bei Pro Hunter in London sind es zwei Jahre. Doch da stets nur hochwertige Top-Uhren verarbeitet werden, dürfte diese Frage eher zweitrangig sein.

Schauen Sie sich die schicksten Tuning-Uhren in unserer Foto-Show.

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