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Martin Luther King: Der heldenhafte Träumer

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Martin Luther King: Der heldenhafte Träumer

21.10.2013, 11:21 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Martin Luther King: Der heldenhafte Träumer. Martin Luther King - ein echter Held. (Quelle: dpa)

Martin Luther King - ein echter Held. (Quelle: dpa)

Er war ein Gigant, dessen Schatten fünf Jahrzehnte voraus reichte: Als Martin Luther King 28. August 1963 vor einer Viertelmillion Menschen in Washington D.C. gleiche Rechte für Schwarze forderte, da konnte niemand ahnen, dass ihn 50 Jahre danach mit Barack Obama ein farbiger Präsident ehren würde. wanted.de verneigt sich vor einem der größten Helden der Geschichte.

Foto-Serie mit 10 Bildern

Ausnahmezustand in der amerikanischen Hauptstadt - die Sonne strahlt an diesem Mittwoch, dem 28. August 1963. Menschenmassen verbrüdern sich friedlich auf der Mall. 250.000 sind gekommen, rund 60.000 davon Weiße, Sie sind angereist in 30 freedom trains und 2000 Bussen. Die Menge schlendert zum Lincoln Memorial und fordert 100 Jahre nach der Abschaffung der Sklaverei durch Präsident Abraham Lincoln endlich die gleichen Rechte.

"I have a Dream"

Und schließlich spricht der Mann, der an diesem Tag für die Welt zum Gesicht der Bürgerrechtsbewegung wird, ein Pfarrer aus Atlanta in Georgia, elegant gekleidet und mit schmalem Oberlippenbart: Martin Luther King. Seine Rede ist die wohl bedeutendste in der US-Geschichte des 20. Jahrhunderts.

"Heute sage ich, meine Freunde: Trotz der Schwierigkeiten von heute und morgen - ich habe einen Traum, dass sich eines Tages die Söhne von früheren Sklaven und die Söhne von früheren Sklavenbesitzern auf den roten Hügeln von Georgia am Tisch der Brüderlichkeit gemeinsam niedersetzen können. [...] Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht nach der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." Ab diesem Moment ist Martin Luther King eine Legende.

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Gewaltfreier Widerstand

Der Weg von King in die Politik beginnt 1954. Am 17. Mai erklärt der Supreme Court die Rassentrennung an Schulen für verfassungswidrig. Im gleichen Jahr verzichtet Martin Luther King auf eine akademische Karriere und kehrt aus Boston, wo er im Bereich Philosophie promoviert hat, mit seiner Frau Coretta Scott King zurück in den Süden. In Montgomery, Alabama, übernimmt er eine Pfarrstelle. Seine Vorbilder für den sozialen Ungehorsam sind Henry David Thoreau und Mahatma Gandhi. Kaum ein Jahr später wird er zum Anführer der Proteste gegen die Rassentrennung.

Die Geschichte der USA wird durch eine müde Näherin neu geschrieben: Rosa Parks weigert sich am 1. Dezember 1955 ihren – für Farbige vorgesehenen – Platz im Bus für einen Weißen zu räumen.

Parks wird verhaftet, die Schwarzen boykottieren die Busse für 381 Tage. Am 13. November 1956 erklärt der Oberste Gerichtshof der USA die Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln für verfassungswidrig. Der Entscheid wird der Stadt Montgomery am 20. Dezember durch Bundesbeamte überbracht – und am 21. Dezember fahren erstmals schwarze Fahrgäste unter der Führung von Rosa Parks und Martin Luther King ganz vorne in einem Bus durch die Stadt: auf Sitzen, die vorher nur für Weiße reserviert waren. Überall im Land folgen andere diesem Beispiel: Sie setzen sich in "weiße" Imbissstuben und verlangen Bedienung. Kurz vor dem Marsch auf Washington setzt King durch, dass in der Industriestadt Birmingham in Alabama die Schilder White und Colored aus dem öffentlichen Leben verschwinden.

Bomben und Verhaftungen Kings Mut ist legendär: 22-mal wird er attackiert, 29-mal kommt er hinter Gitter. Während des Busstreiks in Montgomery verwüstet eine Bombe die Veranda von Kings Haus. Der goldene Sommer von Washington 1963 mündet in einen Herbst des Schreckens: Am 15. September reißt eine Bombe des Ku-Klux-Klans in einer Kirche in Birmingham vier schwarze Mädchen in den Tod. Am 22. November töten in Texas zwei Schüsse Präsident John F. Kennedy, der sich für die Schwarzen eingesetzt hatte. "Ich glaube nicht, dass ich diese Revolution überleben werde", sagt Martin Luther King zu seiner Frau, als ihn diese Hiobsbotschaft erreicht. "We shall overcome"

Doch zunächst bringt 1964 den Schwarzen in den USA im Juli das Bürgerrechtsgesetz und King im Dezember den Friedensnobelpreis. Als Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson den Voting Rights Act am 15. März 1965 in Aussicht stellt, endet er mit den Worten des Gospels "We shall overcome" – der Präsident verbeugt sich vor der Bürgerrechtsbewegung. Im gleichen Jahr wird das Wahlrechtsgesetz verabschiedet, das Einzelstaaten verbietet, gesetzliche Hürden zu errichten, um Schwarzen die Stimmabgabe zu verweigern, die ihnen seit 1870 zusteht.

Das Ende ist rassistische Gewalt. Im April 1968 reist Martin Luther King nach Memphis, um einen Streik der Müllmänner zu unterstützen. Im Mason Temple hält er am 3. April 1968 vor rund 3000 Zuhörern die letzte Rede seines Lebens. Er ahnt seinen Tod voraus, in der Stadt kursieren Gerüchte über einen Mordanschlag: "Wie jeder andere würde ich gerne lange leben", predigt er. "Ich habe das Gelobte Land gesehen. Vielleicht gelange ich nicht mit euch dorthin. Aber ihr sollt heute Abend wissen, dass wir, als ein Volk, in das Gelobte Land gelangen werden."

Freiheit und Würde

Einen Tag nach dieser Rede steht King abends vor seinem Zimmer Nummer 306 auf dem Balkon des Lorraine-Motels – es ist die einzige Unterkunft, die schwarze Gäste aufnimmt. King spricht mit Mitarbeitern vor dem Hotel. Um 18.23 Uhr trifft ihn eine Gewehrkugel in den Hals, die Attentäter James Earl Ray aus einem Haus gegenüber abfeuert. Um 19.05 Uhr wird Martin Luther King für tot erklärt. Der Schütze wird gefasst; ob es Hintermänner gibt, bleibt unklar. In über hundert US-Städten brechen Unruhen aus.

King stirbt so, wie er gelebt hat: Es gebe "nichts Majestätischeres als den entschlossenen Mut derer, die bereit sind, für Freiheit und Würde zu leiden und Opfer zu bringen", sagt er einmal. Auf seinem Grab in Atlanta steht "Free at last, free at last; thank God Almighty we are free at last!". 

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