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Hornhaut entfernen durch Fisch-Pediküre - Neuer Beauty-Trend

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Fische statt Feile  

Saugbarben knabbern sanft die Hornhaut weg

23.03.2015, 13:55 Uhr | Birgitta von Gyldenfeldt, dpa

Hornhaut entfernen durch Fisch-Pediküre - Neuer Beauty-Trend. Fußpflege mal anders: Saugbarben machen die Hornhautfeile überflüssig.  (Quelle: dpa)

Fußpflege mal anders: Saugbarben machen die Hornhautfeile überflüssig. (Quelle: dpa)

Die kleinen Fußpfleger machen ihrem Namen alle Ehre. Sobald ein Kunde der "Garra Rufa Lounge" die Füße ins 29 Grad warme Wasser taucht, stürzen die Saugbarben (Garra Rufa) darauf zu. Die Fischchen beginnen sofort, mit ihren kleinen Mäulern zu knabbern: Unter der Fußsohle, am Spann, an den Zehen. Die Barben entfernen sanft die Hornhaut ihrer Kunden.

Es kitzelt leicht, vor allem wenn die Garra Rufas versuchen, zwischen die Zehen zu gelangen. Das Gefühl ist merkwürdig, aber nicht unangenehm.

Fisch-Pediküre als Beauty-Trend

Fisch-Spas und Fisch-Pediküre-Salons wie diesen in Kiel gibt es mittlerweile in vielen Städten, in kleineren wie in Metropolen wie Berlin und Hamburg. Genaue Zahlen, in wie vielen Frisierstuben, Massage- und Schönheitssalons die Fische eingesetzt werden, gibt es nicht. "Es werden auf jeden Fall mehr", sagt Philip-Valerius Bacher. Er betreibt seit 2011 einen Onlineversand für die Tiere, die ursprünglich aus der türkischen Kangalregion stammen.

Etwas vorsichtiger ist Peter Siegmann. Seine Firma züchtet Garra Rufas, bietet Seminare zu artgerechter Haltung und baut Einrichtungen für Fisch-Spas. "Wie viele Spas es gibt, kann ich nicht sagen", sagt der Berliner. Ein rasantes Wachstum sieht er ebensowenig wie einen Rückgang des Interesses. "Es wird sich entwickeln." Er habe bisher eine fünfstellige Zahl an Fischen verkauft, wie viele genau, will er nicht verraten.

Frauen stehen auf Öko-Fußpflege

Inez Paulweber hat ihre "Garra Rufa Lounge" in Kiel 2011 eröffnet. Sie beschreibt den Einsatz der Roten Saugbarben als eine Art Wellness und ökologische Fußpflege - die überwiegend von Frauen nachgefragt werde. In sechs Becken schwimmen zwischen 50 bis 60 Garra Rufas mittlerer Größe.

Ausgestattet sind die Glasbassins mit Filtern und Verstecken. Auf dem Boden liegt feiner Kies. "Die Fische leben darin", sagt Paulweber. Ein Umsetzen von Haltungs- in Anwendungsbecken sei für die Tiere zu stressig.

Tierquälerei oder artgerechte Haltung?

Tierschützern ist der Einsatz der Fische zu kosmetischen Zwecken ein Dorn im Auge: Es sei Tierquälerei und bedeute für die Tiere Stress. Dieser Auffassung haben sich viele Kommunen und ihre Amtstierärzte angeschlossen. Immer wieder gibt es Streit zwischen Städten und Betreibern von Fischsalons. Oft wurde bereits mit Verweis auf den Tierschutz verboten, die Fische gewerblich zu kosmetischen Zwecken zu halten.

Auch Gerichte haben sich schon mit dem Thema befasst. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entschied beispielsweise im vergangenen Frühsommer, eine Betreiberin eines Friseursalons dürfe Fisch-Spa-Behandlungen anbieten und verstoße damit nicht gegen das Tierschutzgesetz.

Nicht jeder darf die Füße ins Becken strecken

Bevor die Füße ins Becken dürfen, werden sie gereinigt; Hautcreme und Kosmetika sind schädlich für die Fischchen. Zudem müssen Menschen, die einen ansteckenden Erreger in sich tragen, vielerorts vorsorglich auf die Fischpediküre verzichten. So soll verhindert werden, dass Krankheitserreger übertragen werden. Zudem wird das Wasser üblicherweise über starke Pumpen und UV-Filter entkeimt.

In Kiel dürfen auch Kunden mit Hautkrankheiten wie Schuppenflechte (Psoriasis) oder Neurodermitis ihre Füße aus hygienischen Gründen nicht in das Becken mit den Fischen halten. Dabei sollen die Fische auch bei diesen Krankheiten Linderung verschaffen.

Dermatologen sind skeptisch

Auch einige Fischtherapieanbieter gibt es in Deutschland, zumeist sind es Heilpraktiker. Die Schulmedizin steht dieser Art der Behandlung skeptisch gegenüber. "Uns sind zurzeit keine ärztlichen Anwender dieser Methode bekannt", sagt der Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Dermatologen, Ralf Blumenthal. Evaluiert oder gar studienmäßig auf Evidenz überprüft worden seien die Darstellungen zu Therapieerfolgen nicht.

Im optimalen Fall könnten die Knabberfische beim Abschuppen helfen, "vielleicht auch ein "gutes Gefühl" vermitteln, niemals aber eine nachhaltige Behandlung darstellen", betont Blumenthal.

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