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James Dean: Vor 60 Jahren ist die Legende entstanden

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Tragische Legende: Vor 60 Jahren starb James Dean

29.09.2015, 16:47 Uhr | ampnet, dpa

Viel zu schnell gelebt - und im Traumauto in den Tod gerast: Zu seinen Lebzeiten war er ein beliebter Schauspieler, erst durch das Unglück ist James Dean zur Legende geworden. Am 30. September 1955 starb er einen Tod, der aus der Feder eines Drehbuchautoren stammen könnte - und teils noch ungeklärt ist. wanted.de huldigt der Männerikone in einem Heldenreport.

Foto-Serie mit 6 Bildern

Am letzten Septembernachmittag 1955 steht die Sonne tief im wolkenlosen Himmel. Der motorsportbegeisterte Schauspieler James Dean, der gerade seinen dritten Film abgedreht hat, ist auf dem Weg nach Salinas in Kalifornien, wo er an einem Autorennen teilnehmen will. Der Highway Nr. 46 verläuft an dieser Stelle fast direkt in west-östlicher Richtung. Wer mit Ziel Pazifik-Küste unterwegs ist, schaut direkt in die Sonne.

Verhängnisvolle Sonne

Dean lenkt den Porsche 550 Spyder, an einer eigentlich übersichtlichen Kreuzung stößt er mit einem entgegenkommenden Linksabbieger zusammen. Am Steuer dieses Wagens sitzt der 23-jährige Donald Turnupseed, der überlebt. Deans Tod wird im Krankenhaus festgestellt. Deans Beifahrer, der deutsche Mechaniker Rolf Wütherich, überlebt irgendwie. Er stirbt 1981 in Baden-Württemberg - bei einem Autounfall.

Doch zurück nach Kalifornien. Das gleißende Gegenlicht, so wird später rekonstruiert, dürfte Dean in seinem 550er Spyder geblendet haben, sonst hätte er den unvermittelt abbiegenden, 50er-Ford Tudor wohl rechtzeitig gesehen. Auf ein Ausstattungsdetail, das heute selbstverständlich ist, konnte sich Dean nicht verlassen: Das Auto besaß keine Sonnenblende, denn es hatte keinen Scheibenrahmen. Schließlich handelte es sich um einen Rennwagen, der für die Rundstrecke konzipiert und erst später mit einer Zulassung für öffentliche Straßen versehen worden war.

James Dean war nicht als rücksichtsloser Fahrer bekannt. Im Gegenteil: Zwei Wochen vor seinem Tod hatte er für das National Safety Council einen Werbespot aufgenommen. Darin sagt er: "Früher bin ich auch ganz schön gerast und habe unnötig viel riskiert. Aber seit ich Rennen fahre, bin ich auf der Straße besonders vorsichtig geworden. Die Leute haben ja oft gar keine Ahnung, was für einen gefährlichen Mist sie bauen. Man weiß nie, was so ein Typ auf der Straße als nächstes tut. Fahrt vorsichtig! Vielleicht bin ich es, dem ihr damit eines Tages das Leben rettet". Kaum eine Woche vor der verhängnisvollen Fahrt Richtung Salinas >>

hatte Dean seinen Porsche 356 Speedster in Zahlung gegeben, 7000 Dollar draufgelegt und den 550 Spyder erworben. Auf der Fronthaube prangte die Zahl 130, auf dem Heck der Spitzname "Little Bastard", den ihm sein Dialogcoach Bill Hickman bei den Dreharbeiten von "Giganten" angedichtet hatte. Auf dem Highway nach Cholame waren Wütherich und Dean nicht allein unterwegs. Mit einigem Abstand folgten Hickman und der Fotograf Sandy Roth, der an einer Fotoreportage über James Dean arbeitete.

Die genaue Geschwindigkeit ist bis heute ungeklärt

Donald Turnupseed erlitt bei dem Unfall einen Schock, kam aber sonst weitgehend unversehrt davon. "Ich habe ihn nicht gesehen, bei Gott, ich habe ihn nicht gesehen", wird er später zitiert. Die Rekonstruktion des Unglücks ergab, dass Turnupseed seinen Wagen vor dem plötzlichen Abbiegen mehrfach abgebremst und beschleunigt haben soll. Das ungewöhnliche Verhalten könnte mit unfallursächlich gewesen sein, doch der zuständige Amtsrichter sah später keinen zwingenden Grund, dem Ford-Fahrer die Schuld an dem Zusammenstoß zuzusprechen. Zwar geht der Polizeibericht zum Unfallhergang davon aus, dass James Dean mit etwa 170 km/h auf die Kreuzung zuraste, doch dies wurde später revidiert. Ein Analyse- und Beratungs-Unternehmen aus Palo Alto, das 1990 den Unfall in allen Einzelheiten nachstellen ließ, kam zu dem Schluss, dass James Dean mit einem Tempo zwischen 55 und 60 Meilen je Stunden (also weniger als 100 km/h) unterwegs gewesen sein dürfte.

Mythen um das "verfluchte" Auto

Als die Polizei an der Unfallstelle eintraf, waren Schaulustige, trauernde Teenies, Devotionalien-Sammler und fragwürdige Gestalten dort versammelt. Dass das Wrack des Porsches regelrecht geplündert wurde, gilt als sicher. Und so, wie die Kino-Ikone James Dean zur Legende wurde, rankten sich bald die verschiedensten Mythen um den Schrotthaufen, den der Auto-Schrauber George Barris aus Hollywood für 2500 Dollar erstand. Sogar von einem Fluch, der auf dem Auto laste, war die Rede. An vermeintlichen Belegen dafür fehlte es nicht: Einer von Barris’ Leuten wurde verletzt, als das Wrack beim Verladen vom Laster kippte. Der Motor landete Berichten zufolge bei einem Amateur-Rennfahrer aus Beverly Hills. Auch er verunglückte tödlich. Der vermeintliche Fluch und der Tod in jungen Jahren mehrten den Mythos James Dean.

Dabei wollte der Junge von der Farm immer Schauspieler werden. Doch die meiste Zeit seines Darstellerlebens war er nicht Star, sondern Statist. Seine erste Rolle hatte er mit 19, in einem Pepsi-Werbespot. Ohne Text. In Western und Kriegsfilmen lief er durchs Bild, wurde zumeist aber nicht einmal im Abspann erwähnt. Erst "Jenseits von Eden" änderte alles. Dean sah nicht nur gut aus, er war auch der verzweifelte junge Mann, der nach Sinn suchte und mit der Welt nicht klar kam. Der Junge hatte alles und war trotzdem nicht glücklich. Genau damit traf er den Nerv der Jugend in der Zeit nach dem Krieg und vor John F. Kennedy.

Deans Leben war ein ständiges Auf und Ab. Nach Erfolgen kamen Niederlagen, nach Exzessen Depressionen, nach Freudentaumeln Schlägereien. In "... denn sie wissen nicht, was sie tun" war er wieder ein Außenseiter. Die Mutprobe, in der er und sein Kontrahent in gestohlenen Autos auf eine Klippe zurasen, schrieb Filmgeschichte.

Gruselige Warnung von Alec Guiness

Dean liebte PS, seit er zum 16. Geburtstag ein Motorrad geschenkt bekommen hatte. Er fuhr Autorennen und kaufte einen Sportwagen nach dem anderen. Als er seinen Porsche 550 Spyder dem Schauspieler Sir Alec Guinness zeigte, sagte der nach eigenen Angaben: "Fahren Sie den nicht! Ansonsten sind Sie innerhalb einer Woche tot."

"Dean ist so lebendig wie eh und je", versichert sein Nachlass-Verwalter Mark Roesler. "Es gibt kein College, in dem nicht mindestens ein Poster von ihm hängt, und er lässt sich nach wie vor prächtig vermarkten." Dabei sind zwei seiner drei Filme, in denen er die Hauptrolle spielte, erst nach seinem Tod auf den Markt gekommen. Natürlich wurde sein Leben auch jäh verfilmt. Unter anderem 2001 in "Ein Leben auf der Überholspur" mit James Franco in der Hauptrolle. Oder in dem dieses Jahr veröffentlichten Film "Life" mit dem etwas weniger authentischen Dane DeHaan als James Dean. Und mit Sicherheit werden auch noch einige Filme folgen - schließlich ist James Dean der Inbegriff des unangepassten Rebellen. Einige Bilder der Legende finden Sie auch in unserer Fotoshow.

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