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Royales Radeln: Mit dem Fahrrad von Schloss zu Schloss

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Royales Radeln  

Mit dem Fahrrad von Schloss zu Schloss

17.09.2017, 14:58 Uhr | Armin Herb, srt

Royales Radeln: Mit dem Fahrrad von Schloss zu Schloss. Mit dem Fahrrad kann man atemberaubende Landschaften erkunden und hin und wieder auch ein Schloss. (Quelle: imago/Jochen Tack)

Mit dem Fahrrad kann man atemberaubende Landschaften erkunden und hin und wieder auch ein Schloss. (Quelle: Jochen Tack/imago)

Ob Märchenschloss oder Ritterburg – Festungen und Residenzen üben eine magische Anziehungskraft auf Besucher aus. In Deutschland gibt es rund 15000 dieser edlen oder wehrhaften Gebäude.

Hoch zu Stahlross lassen sich viele dieser Prachtbauten erradeln. Der fortschrittliche Märchenkönig Ludwig II. würde heute sicherlich mit einem goldenen E-Bike zwischen seinen Schlössern pendeln.

Von Hohenschwangau nach Herrenchiemsee: Auf den Spuren König Ludwigs II.

Ludwig wusste, wo es schön ist. Immerhin ist er im Schloss Hohenschwangau bei Füssen direkt am Alpenrand mit Blick aufs liebliche Vorland aufgewachsen. Kein Wunder, dass er in Sichtweite auf einem Felssporn Neuschwanstein errichten ließ.

Wer sich nicht in die Besucherschlange am Schloss einreihen möchte, der sollte hier zumindest noch einen Abstecher zum traumhaft gelegenen Alpsee machen. Dann geht es auf dem Bodensee-Königssee-Radweg gen Osten. Neben Bilderbuch-Bayern wartet in den Hügeln auch das Unesco-Weltkulturerbe Wieskirche.

Die Radroute verläuft übrigens auf dem Königsstraßerl, weil hier einst Ludwig II. zwischen Neuschwanstein und Linderhof mit der Kutsche fuhr. Zum Schloss Linderhof schwenken wir bei Altenau auf den Ammer-Amper-Radweg ein. Am Fluss entlang führt die Route tief in die Bergwelt zum Märchenschloss im Graswangtal.

Im flotten Auf und Ab geht es danach wieder zurück zur Seenparade, das heißt über Kochelsee, Tegernsee, Schliersee zum Ziel Chiemsee. Bei der Bootsfahrt nach Herrenchiemsee muss das Fahrrad allerdings in Prien zurückbleiben. Auf der Insel mit dem herrschaftlichen Schloss nach Versailler Vorbild ist Radfahren leider nicht erlaubt.

Schlösserrundweg: Eine romantische Schnuppertour durch die Hügel des Naturparks Mecklenburgische Schweiz

In der Mecklenburgischen Schweiz versteckt sich quasi ein schmuckes Schloss neben dem anderen. Ihre wunderschön angelegten Landschaftsparks gehen oft nahtlos in die Natur über. Allein in dieser Region tragen zehn Anlagen die Handschrift des bedeutendsten Gartenarchitekten des Klassizismus, Peter Joseph Lenné, zum Beispiel die Parks in Basedow und Remplin. Viele dieser ehemaligen Schlösser und Herrensitze beherbergen heute elegante Hotels oder bedeutende Konzertsäle.

Die größten Perlen in der illustren Sammlung des Rundweges sind die Schlösser Teschow, Prebberede, Lelkendorf und Basedow. Hinzu kommen einige andere sowie Dutzende Gutshäuser, in fast jedem Dorf eines. Aber nicht nur historische Architektur wartet auf den Radtouristen. Mehrere Hügelgräber aus der Steinzeit und der slawische Ringwall auf einer Insel im Teterower See zeugen von der frühen Besiedlung dieser Region.

Der Naturpark Mecklenburgische Schweiz beherbergt seltene Pflanzen und Tiere. See-, Fisch- und Schreiadler brüten hier, mit etwas Glück entdeckt man Fischotter und Biber. Die 140-Kilometer-Runde lässt sich in zwei Tagesetappen bewältigen. Natur und Kultur schreien aber förmlich nach einer zusätzlichen Etappe. 

Burgenstraßen-Radweg: Eine lange Reise in die Geschichte, quer durch Deutschlands Süden

Das ist schon eine Riesenauswahl an Schlössern und Burgen an einer Radroute. Zwischen Mannheim und Bayreuth warten mehr als 70 Adelshäuser aus den unterschiedlichsten Epochen. Das Angebot reicht von der Romanik um 1000 nach Christus bis zum Historismus Ende des 19. Jahrhundert. Das klingt wiederum wenig angesichts der Tatsache, dass es im Mittelalter im deutschsprachigen Europa mehr als 25000 Burgen gab.

Der durchweg beschilderte Radweg verläuft bis zur tschechischen Grenze fast ausschließlich auf asphaltierten Wirtschaftswegen und ausgebauten Radwegen, teilweise auf geschotterten Abschnitten. Mit Steigungen muss man vor allem in Hohenlohe, Franken und im Fichtelgebirge rechnen. Wer an der tschechischen Grenze noch nicht genug hat, der kann auf ruhigen Nebenstraßen bis Prag weiterradeln. An der Strecke liegen dann auf etwas mehr als 400 Kilometern noch rund 15 weitere Schlösser und Burgen. Abschließende Höhepunkte bilden schließlich die Kaiserburg Karlstejn und die Prager Burg Hradschin mit ihren faszinierenden Palastgärten.

100-Schlösser-Route Südkurs: Eine Genusstour durch die Heimat der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff

Der Name der Tour deutet es bereits an: Es geht von Schloss zu Schloss durchs Münsterland im Süden der Stadt Münster. Start der 200-Kilometer-Runde ist in Deutschlands Fahrradhauptstadt, die allein schon eine ausgiebige Rundfahrt lohnt – nicht nur wegen der großartigen Schlossanlage.

Richtung Süden warten architektonische Highlights, wie das "Versailles Westfalens", das Schloss Nordkirchen und die Burg Vischering mit dem Münsterland Museum. Es gilt auch kleinere Schätze zu entdecken, wie das Haus Rüschhaus mit seinem Barockgarten in Nienberge-Havixbeck. Hier verbrachte die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff einen Großteil ihres Lebens. Geboren wurde sie in der Nähe auf der Wasserburg Hülshoff, wo sich auch das Droste-Museum zur Geschichte des Münsteraner Adelsgeschlechts befindet.

Ins Schwitzen kommen die Radler auf dem Südkurs höchstens wegen der vielen Schlösser und Herrensitze, die Rad- und Wirtschaftswege verlaufen meistens topfeben abseits des Straßenverkehrs. Das weiße Zeichen mit der grünen Burg weist dabei den Weg. Und wer auf den Geschmack gekommen ist, der kann von Münster aus auch die anderen Rundkurse der 100-Schlösser-Route in Angriff nehmen.

Märkische Schlössertour: Zu Preußens Glanz und Gloria im Osten von Berlin 

Es ist schon erstaunlich, welche Fülle und Vielfalt an Herrensitzen und Adelshäusern sich in Fontanes Wanderwelt im Speckgürtel Berlins konzentriert. Start und Ziel unserer 180 Kilometer langen Märkischen Schlössertour liegen in Beeskow in Brandenburg. Hier befindet sich auch die ehemalige Wasserburg, die schon 1272 erstmals erwähnt wurde und nun die Kulisse für einen eindrucksvollen Tourauftakt bildet.

Die Schlössertour lässt sich gut in drei Tagesetappen bewältigen. Wer sich jedoch die vielen interessanten Bauwerke, wie das Barockschloss Kossenblatt, das Gutshaus Sauen und die Komturei Lietzen, ein ehemaliger Rittersitz des Templerordens, näher betrachten möchte, sollte eventuell etwas mehr Zeit einplanen.

Allerdings wartet die große Schleife mit keinen großen sportlichen Herausforderungen auf, sondern verläuft weitgehend flach auf Radwegen und ruhigen Nebenstraßen und kann problemlos in beide Richtungen befahren werden. Neben Kultur satt warten zudem schöne Naturlandschaften wie das Schlaubetal, der Scharmützelsee, das Oderbruch und der Naturpark Märkische Schweiz auf den Tourenradler.

Oranier-Fahrradroute: Auf den Spuren des niederländischen Adelsgeschlechts durch drei Bundesländer

Die knapp 400 Kilometer lange Route verläuft durch Städte und Regionen, die seit Jahrhunderten mit dem Fürstenhaus Oranien-Nassau verbunden sind. Architektonisch stechen dabei neben den Schlössern und Burgen vor allem die historischen Stadtzentren von Nassau, Diez, Braunfels, Dillenburg und Bad Arolsen ins Auge. Die Wiege des niederländischen Königshauses steht übrigens in Dillenburg – dort, auf dem Schloss, erblickte Wilhelm I. von Oranien das Licht der Welt.

Wilhelm I. wird in den Niederlanden auch als Vater des Vaterlandes bezeichnet. Die durchgängig beschilderte und 2006 entwickelte Oranier-Fahrrad-Route verläuft bis auf die Ortsdurchfahrten meist abseits des Straßenverkehrs auf Rad- und Wirtschaftswegen.

Während entlang der Lahn, der Eder mit dem Ederstausee oder dem Twistesee die Räder gemütlich dahinrollen, warten in den Mittelgebirgsregionen von Taunus und Westerwald und danach im Siegerland und Westerwald immer wieder recht sportliche Anstiege. Die Oranier-Route lässt sich auch in der Gegenrichtung von Bad Arolsen nach Nassau gut befahren.  

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