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Taxi statt Hotel: "Yellow Cab" als neue Budget-Unterkunft in New York

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Taxi statt Hotel  

New York: Übernachten im "Yellow Cab"

26.12.2016, 11:23 Uhr | Stephanie Ott, dpa

Taxi statt Hotel: "Yellow Cab" als neue Budget-Unterkunft in New York. Wer auf Komfort verzichten kann, für den bietet das Taxi-Hotel in New York eine Übernachtungsmöglichkeit zum unschlagbaren Preis.  (Quelle: dpa/Stephanie Ott/dpa)

Wer auf Komfort verzichten kann, für den bietet das Taxi-Hotel in New York eine Übernachtungsmöglichkeit zum unschlagbaren Preis. (Quelle: Stephanie Ott/dpa/dpa)

New Yorker Hotelzimmer-Preise sprengen die Budgets vieler Reisender. Ein Unternehmer hat deshalb ein ausrangiertes Taxi in ein günstiges Hotelzimmer umgewandelt, es bietet Nostalgie-Gefühl und Blick auf die Skyline. Für Deutsche hat er besondere Überraschungen auf Lager.

Im Mai 2015 hatte Jonathan Powley eine clevere Geschäftsidee: Er kaufte ein "Yellow Cab" für 2600 Dollar und wandelte es in ein - äußerst enges - Hotelzimmer um. Man muss durch die Schiebetür klettern, um ins Bett zu kommen. "Es ist sicherlich nicht das Four Seasons," sagt der 36-Jährige. "Aber vielleicht ist es deswegen so beliebt: Es ist einzigartig und eine Übernachtung, die man nicht so schnell vergisst."

Übernachtungspreis variiert zwischen 35 bis 46 Euro

Für New Yorker Verhältnisse ist eine Nacht in der spartanischen Unterkunft ein Schnäppchen. Für umgerechnet rund 35 Euro können abenteuerlustige Besucher das quietschgelbe Taxi im Internet buchen. An Wochenenden steigt der Preis auf etwa 46 Euro. Gewöhnlich kann ein New York-Urlaub für die jährlich bald 60 Millionen Besucher pro Jahr teuer werden: Der Durchschnittspreis für ein Hotelzimmer beträgt dem Reise-Beratungsunternehmen Advito zufolge pro Nacht etwa 370 Euro.

Der Nachteil: Es gibt weder Klo noch Dusche

Allerdings gibt es im Taxi-Hotel keine Toilette, Waschbecken oder Dusche. Stattdessen gibt Powley seinen Gästen eine Liste öffentlicher Toiletten und Sportstudios sowie Tipps, wo sie Handys und Laptops aufladen können. "Meine Frau war nervös, dass es keine Toilette gibt, doch Jonathan zeigte uns ein Café mit WLAN, Steckdosen und einem Badezimmer. Wir freuen uns auf unseren nächsten Besuch", schreibt Dave, der mit seiner Ehefrau in dem Auto übernachtete. "Es war eine der besten Erfahrungen, die ich bis jetzt gemacht habe."

Nostalgiker kommen auf ihre Kosten

Auch der Nostalgie-Faktor einer Nacht im "Yellow Cab" ist nicht zu unterschätzen: Fahrdienst-Vermittler wie Uber drängen traditionelle Taxis zurück. Schon jetzt zählt Uber, das erst seit Mai 2011 in New York aktiv ist, mit 25.000 Fahrern fast doppelt so viele Wagen wie gelbe Taxis. Laut der für Taxi-Lizenzen zuständigen Behörde TLC ist die Zahl der Taxi-Fahrten von 2012 bis 2015 um mehr als 15 Prozent gefallen. Und seit 2013 mischen auch noch apfelgrüne Taxis mit: Die Hybridautos sollen Außenbezirke besser mit Manhattan verbinden.

Jeder zweite Übernachtungsgast ist deutsch

300 Gäste haben bislang in Powleys Taxi übernachtet, ihm zufolge ist es nahezu konstant ausgebucht. Mit 60 Prozent stammt ein Großteil seiner Kundschaft aus Deutschland. "Die Deutschen lieben das Reisen," sagt er. "Viele sagen, dass es eine lustige und abenteuerliche Idee ist, in einem Taxi zu übernachten." Für Gäste aus Germany hat er schon deutsche Würste beim Fleischer und eine CD von Sänger David Hasselhoff als Begrüßungsgeschenk gekauft, erzählt er lachend. Den Blick auf die glitzernde Skyline Manhattans vom im Stadtteil Queens geparkten Wagen gibt es kostenlos mit dazu.

Übernachtungsgäste äußern sich kritisch

Doch nicht alle sind von der spärlichen Einrichtung begeistert: "Leider sieht das Taxi nicht so aus wie auf den Bildern. Es ist alt und abgenutzt und es ist laut in der Nacht, denn es steht in der Nähe eines Parkplatzes für LKWs", berichtet eine Besucherin aus Baden-Württemberg im Vermietungs-Portal Airbnb, wo Powley das Taxi inseriert hat. "Es war eine spannende und lustige Erfahrung, aber wir würden hier nicht wieder übernachten."

Powley, der einen Universitätsabschluss in Hotelmanagement hat, meint: "Mir geht es nicht ums Geld. Mit all der Mühe und Arbeit, die ich hineinstecke, bleibt am Ende nicht viel Profit übrig." Aber er freut sich, Leute aus aller Welt zu treffen und heute auch Deutsche zu seinen Freunden zu zählen. Um seine Hauskasse zu füllen, ist der aus Pennsylvania stammende Wahl-New Yorker auch als Schauspieler und Komiker aktiv. "Ich liebe das Abenteuer, etwas Ungewöhnliches zu machen. New York ist der Himmel für kreative Geister."

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