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Verbraucher: Warum technische Geräte aus dem Osten heute noch funktionieren

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Warum alte Küchengeräte aus dem Osten heute noch funktionieren

28.02.2013, 14:45 Uhr | akl

Verbraucher: Warum technische Geräte aus dem Osten heute noch funktionieren. Küchengeräte aus der ehemaligen DDR halten oft länger als Geräte aus dem Westen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Küchengeräte aus der ehemaligen DDR halten oft länger als Geräte aus dem Westen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Warum gibt es Küchengeräte, beispielsweise einen Mixer aus der ehemaligen DDR von 1981, die auch heute noch funktionieren - und Produkte, die es gerade bis zum Ablauf der Gerätegarantie schaffen? Das MDR-Nachrichtenmagazin "Exakt" hat Antworten gesucht und gefunden.

Küchengeräte von 1981 sind nicht kaputtzukriegen

Die Redakteure des Magazins haben unter anderem Sybille Ritsch aus Thüringen besucht. Die Verbraucherin schwört auf ihre Küchengeräte aus Vorwendezeiten, so beispielsweise auf den Multiboy von 1979, der Zwiebeln, Nüsse und mehr immer noch zuverlässig zerkleinert. "Die Geräte sind im Durchschnitt 20 bis 30 Jahre alt. Motor und auch Verschleißteile sind noch aus Metall und das ist heute ja nicht mehr so", so erklärt sich Ritsch die lange Haltbarkeit. "Heute ist ja vieles aus Plastik." Zum Vergleich: Küchengeräte werden heute im Schnitt rund alle neun Jahre ausgetauscht.

Bohrmaschine "Multimax HBM" bohrt heute noch

Der KFZ-Mechaniker Volker Stelzner bevorzugt ebenfalls DDR-Geräte von damals. "Das sind ehrliche Maschinen. Die gehen nach 20 Jahren noch und auch nach 50 Jahren, wenn man sie gut behandelt", sagt er gegenüber "Extra". Auch er bemängelt den Einsatz von Plastikteilen und hat die Erfahrung gemacht, dass viele neue Geräte nach drei Jahren bereits kaputt waren. So liegt zum Beispiel die Bohrmaschinen der Marke "Multimax HBM" auch nach über 1.000 Arbeitsstunden noch gut in der Hand und auch das DDR-Radio überzeugt nach 20 Jahren noch mit gutem Klang.

DDR-Geräte für die Ewigkeit

Dass Haushaltsgeräte in der DDR für die Ewigkeit gebaut wurden, glaubt auch Professor Markus Krajewski. Er hat sich mit der Haltbarkeit von technischen Geräten in Ost und West befasst. Dass heute Produkte oft sehr schnell kaputt gehen, sei zum großen Teil Absicht, sagt Krajewski gegenüber dem MDR. In der Wissenschaft nenne man das "geplante Obsoleszenz". Das heißt, dass Hersteller ihre Produkte so planen, dass sie nicht so lange halten, wie sie eigentlich könnten. Entweder würden minderwertige Bauteile eingesetzt oder gezielt Schwachstellen eingebaut. Dahinter verberge sich der Wunsch der Hersteller, immer wieder neue Produkte zu verkaufen.

So werde beispielsweise auch bei Druckergeräten häufig ein sogenannter "Seitenzähler" eingebaut, der nach einer bestimmten Anzahl von Ausdrucken das Gerät für kaputt erklärt, obwohl es eigentlich noch funktionstüchtig ist. Nachzuweisen sei das aber nur schwer, da sich die Hersteller nicht in Karten schauen lassen.

Bessere Qualität durch Rohstoffknappheit

Doch warum halten Ostgeräte länger als Westgeräte? "Im Westen gab es seltener Rohstoffknappheiten. Da konnte man öfter aus dem Vollen schöpfen. Im Osten dominierte dagegen das Prinzip des Mangels. Es war wichtig, die Ressourcen möglichst sparsam zu verwenden. Die Geräte sollten so konzipiert sein, dass sie lange benutzt werden konnten und wenn sie doch einmal kaputt gingen, musste man sie schnell reparieren können", erklärt Krajewski gegenüber dem MDR.

Zudem wurde die lange Lebensdauer der technischen Geräte in der ehemaligen DDR im Gesetz festgehalten. So brannte nach Angaben des Magazins ein Glühdraht in einer Glühbirne im Westen rund 1.000 Stunden, im Osten dagegen sogar bis zu 2.500 Stunden.

Hohe Kosten für den Verbraucher

Dass Hersteller Waren gezielt so produzieren, dass sie nach einem bestimmten Zeitraum nicht mehr zu benutzen sind, bringt aber noch weitere Probleme mit sich. Was beim Verbraucher zu ständigen Reparaturen, Neuanschaffungen und hohen Kosten führt, schadet auch unserer Umwelt. Elektroschrott und Plastikmüll landen jedes Jahr zuhauf auf unseren Müllkippen. Die einzigen, die davon profitieren, sind die Hersteller selbst.

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