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Fleischsalat: Chemiecocktail und wenig Fleisch

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Fleischsalat  

Fleischsalat: Fettiger Chemiecocktail mit wenig Fleisch

16.04.2013, 12:09 Uhr | ag

Fleischsalat gehört den beliebtesten Produkten in den Kühlregalen. Doch nach den jüngsten Lebensmittelskandalen sinkt das Vertrauen der Verbraucher. Die Skepsis ist groß: Was genau steckt im Fleischsalat? Das NDR-Magazin "Markt" ist dieser Frage nachgegangen und hat sechs Fertigfleischsalate auf ihre Inhaltsstoffe hin untersucht. Das ernüchternde Ergebnis: Die Produkte enthalten wenig Fleisch und die Herkunft ist unklar.

Sechs bekannte Marken auf dem Prüfstand

Für den Test kaufte '"Markt" stichprobenartig bei Supermärkten und Discountern ein. Zu den geprüften Produkten gehörten Nadlers "Delikatess-Fleischsalat", Homanns "Feiner Fleischsalat", "Vitakrone Delikatess-Fleischsalat" von Lidl, "Ofterdinger Delikatess-Fleischsalat" von Aldi, "Feinster Fleischsalat" von Edeka und der "Ja! Delikatess-Fleischsalat" von Rewe. Dabei kosteten 100 Gramm des teuersten Fleischsalats gerade mal 49 Cent, die Aldi-Eigenmarke dagegen gab es schon für 26 Cent pro 100 Gramm. Auch wenn alle Hersteller die für die Bezeichnung "Delikatessfleischsalat" festgesetzte Vorgabe von 33 Prozent Fleisch nicht unterschritten, fiel den Testern bei allen Produkten auf: "Vor lauter Mayonnaise kann man das Fleisch kaum sehen."

Schildläuseextrakt und Nitritpökelsalz sorgen für rosige Farbe

Vor allem die Salate von Homann, Nadler, Lidl und Aldi fielen durch ihre unnatürliche Rotfärbung auf. Diese wird durch den Farbstoff Karmin hervorgerufen, einem Extrakt, der aus Schildläusen gewonnen wird. Der Stoff ist geschmacklos und ungiftig, kann jedoch Allergien auslösen. Auch Rewe und Edeka färben ihre Produkte. In ihnen fanden die Experten von "Markt" Nitritpökelsalz (Natriumnitrit). Dieses dient dazu, das Fleisch haltbarer zu machen. Ein erwünschter Nebeneffekt ist die Rötung. Doch Nitritpökelsalz ist umstritten: Im Fleisch kann es krebserregende Nitrosamine bilden.

Fleischwurstbrät - ein billiges Massenprodukt

Die Proben ergaben, dass in allen Produkten Fleisch vom Rind und Schwein steckte. Woher dieses stammte, wollten die meisten Hersteller jedoch nicht verraten. "Die Hersteller wollen die Illusion einer im weitesten Sinne fast schon hausgemachten Feinkostspezialität aufrecht erhalten", kommentiert Matthias Wolfschmidt von der Organisation Foodwatch die mangelnde Auskunftsbereitschaft. Grundsätzlich sollte der Verbraucher wissen, dass Fleischwurstbrät für industriellen Fleischsalat ein billiges Massenprodukt sei. Nach den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuches muss es nur 7,5 Prozent hochwertiges, reines Muskelfleisch enthalten. Der Rest darf aus Speck, Fett und Sehnen bestehen.

Fazit: Wer genau wissen will, was genau in seinem Fleischsalat enthalten ist, kommt bei Industrieware nicht weit. Die Experten von "Markt" empfehlen daher, den Fleischsalat besser beim Metzger zu kaufen - auch wenn dieser mit den Billigpreisen der Discounter nicht mithalten kann.

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