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Abgelaufene Lebensmittel müssen nicht sofort in den Müll

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Tonne oder Teller?

Abgelaufene Lebensmittel müssen nicht sofort in den Müll

28.08.2013, 17:45 Uhr | hut

Abgelaufene Lebensmittel müssen nicht sofort in den Müll. Ob der Joghurt noch essbar ist, erkennt man vor allem am Geruch. (Quelle: imago/ Niehoff)

Ob der Joghurt noch essbar ist, erkennt man vor allem am Geruch. (Quelle: imago/ Niehoff)

 

Abgelaufener Joghurt? Überreifer Käse? Besser weg damit! So reagieren viele, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Dabei sind viele abgelaufene Lebensmittel noch lange nicht schlecht. Welche Nahrungsmittel Sie noch bedenkenlos verzehren können und was besser sofort in die Tonne wandert.

Abgelaufen heißt nicht schlecht

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum, betont die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die Angabe besage lediglich, bis zu welchem Zeitpunkt der Hersteller garantiere, dass ein Lebensmittel seine typischen Eigenschaften wie Geschmack, Konsistenz und Farbe behält. Viele Nahrungsmittel seien daher auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar - vorausgesetzt sie wurden richtig gelagert und nicht geöffnet.

Auf die eigenen Sinne verlassen

Joghurt, Marmelade und Käse beispielsweise sind nicht schlagartig verdorben, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, sich hierbei auf die eigenen Sinne zu verlassen. Riecht ein Produkt schlecht, sieht ungewöhnlich aus oder schmeckt anders als üblich, sollten Sie es nicht mehr verzehren. Verdorbene Milch etwa erkennt man am säuerlichen Geruch sofort.

Gleiches gilt für Lebensmittel wie Obst und Gemüse oder frisch abgepackte Fleischwaren, die kein Mindesthaltbarkeitsdatum tragen. Ob sie schlecht sind, erkennt man meist auf einen Blick. Druckstellen auf dem Apfel etwa kann man den Verbraucherschützern zufolge einfach herausschneiden. Geschimmeltes Obst und Gemüse sollten Sie aber entsorgen. Lose gekaufte Wurst sollte nicht riechen oder sich stark verfärben. Das sind eindeutige Zeichen, dass sie in die Tonne gehört.

Gewölbter Joghurtdeckel ist kein schlechtes Zeichen

Ein ungeöffneter Joghurt kann noch bis zu zehn Tage nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum verzehrt werden, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg. Anders als oft vermutet, bedeutet auch ein gewölbter Joghurtdeckel nicht, dass das Milchprodukt schlecht ist. Die Wölbung wird durch lebende Milchsäurebakterien verursacht, die sogar gesund sind. Riecht das Milchprodukt allerdings säuerlich, gehört es in den Müll. Umgekehrt sollten Konserven, deren Deckel sich wölben, keinesfalls mehr verzehrt werden. Denn Ursache für die Wölbung ist oft der Erreger Clostridium botulinum. Er kann die lebensgefährliche Krankheit Botulismus auslösen.

Nudeln sind noch Monate später genießbar

Müsli und anderes Getreide ist auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch wochenlang genießbar. Bei Schimmelbefall sollten Sie es allerdings sofort entsorgen. Nudeln und Reis sind der Verbraucherzentrale Hamburg zufolge sogar noch viele Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar, vorausgesetzt sie werden trocken gelagert. Als Faustregel gilt: Bei Tagesangaben auf dem Ablaufdatum können Lebensmittel noch einige Tage länger haltbar sein, bei Monats- oder Jahresangaben oft sogar noch mehrere Wochen.

Abgelaufenes Fleisch gehört in den Müll

Anders sieht es bei Produkten mit einem Verbrauchsdatum aus. Dazu gehören leicht verderbliche Lebensmittel wie frisches Fleisch und Fisch. Sind sie abgelaufen, sollten Sie sie nicht mehr verzehren, da eventuelle Keime auf dem Essen zu schweren Lebensmittelinfektionen führen können. Das Verbrauchsdatum gibt entsprechend den letzten Tag an, an dem das Produkt ohne gesundheitliche Gefahren verzehrt werden kann.

Im Zweifel sollten Sie auch bei Produkten mit Mindesthaltbarkeitsdatum lieber kein Risiko eingehen und abgelaufene Lebensmittel wegwerfen. Wer aber regelmäßig den Kühlschrank durchsucht und bald ablaufende Lebensmittel weit vorne platziert, kann eine unnötige Lebensmittelverschwendung verhindern. Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO zufolge landet rund ein Drittel der weltweit produzierten Nahrungsmittel im Müll. Allein in Deutschland sind es jährlich etwa 20 Millionen Tonnen.

 
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