Sie sind hier: Home > Lifestyle > Besser leben >

Batterien richtig entsorgen - bloß nicht in den Restmüll

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Müllentsorgung  

Batterien richtig entsorgen - auf keinen Fall in den Restmüll

17.04.2015, 18:44 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Batterien richtig entsorgen - bloß nicht in den Restmüll. Für leere Batterien gibt es spezielle Recycling-Sammelstellen. (Quelle: imago/Jochen Tac)

Für leere Batterien gibt es spezielle Recycling-Sammelstellen. (Quelle: Jochen Tac/imago)

Ob für Fernbedienungen, Wecker oder Kameras: Der Batterien-Verkauf boomt. 2013 gingen in Deutschland über 31.000 Tonnen nicht wiederaufladbare Gerätebatterien über die Ladentheke - und daran dürfte sich künftig nicht viel ändern. Nur knapp die Hälfte davon erreicht die dafür vorgesehenen Recycling-Sammelstellen.

"Falsch entsorgte Batterien landen unseren Erfahrungen nach in den meisten Fällen im Hausmüll und werden der Verbrennungsanlage zugeführt. Noch schlimmer ist es, wenn sie einfach in der Natur entsorgt werden", erklärt Zoltan Branyi vom Fachgebiet Produktverantwortung des Umweltbundesamtes. "Das Problem ist, dass dabei nicht nur wertvolle Rohstoffe wie Aluminium, Lithium und Silber verloren gehen, sondern auch Schadstoffe in die Umwelt gelangen können."

Batterien nicht in den Restmüll werfen

Werden die Batterien über den Restmüll entsorgt und verbrannt, können giftige Schadstoffe, darunter Quecksilber, Cadmium und Blei in die Luft gelangen. "Auch Lithiumkobaltdioxid zählt zu den gefährlichen Stoffen", erklärt der Umweltexperte.

Auch wenn moderne Müllverbrennungsanlagen in der Lage sind, einen Großteil der Schwermetalle herauszufiltern und so die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern: In einem Sammelbehälter sind die Batterien immer besser aufgehoben als in der Mülltonne. "Der Energieaufwand der verschiedenen Recyclingprozesse ist zwar unterschiedlich, aber die Umweltbilanz ist durch die erhebliche Umweltentlastung durch die Rohstoffrückgewinnung in allen Fällen positiv", sagt Branyi.

Batterien in der Natur: eine Gefahr für Mensch und Tier

Eine unsachgemäße Entsorgung in der Natur ist besonders problematisch. "Schwermetalle können gesundheitsschädigende Wirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen haben, sich in der Nahrungskette sowie in der Umwelt anreichern und chronische Vergiftungen in den Organismen verursachen. Blei, Quecksilber und Cadmium können in die Gewässer eingetragen werden und sich zum Beispiel in Fischen anreichern", so die Warnung des Fachmanns.

Gelangen die Schwermetalle über die Nahrungskette in den menschlichen Körper, hat das Folgen. Laut der Deutschen Umwelthilfe ist Quecksilber hochgiftig und führt bei hohen und länger anhaltenden Belastungen zu Beeinträchtigungen des Nerven-, des Immun- und des Fortpflanzungssystems.

Cadmiumverbindungen können unter anderem Nierenschäden hervorrufen und stehen in Verdacht, krebserregend zu sein, wenn sie eingeatmet werden. Blei kann neben Organen auch das zentrale Nervensystem schädigen.

Vorsicht bei ausgelaufenen Batterien

Daher ist es nicht nur wichtig, dass Batterien richtig entsorgt werden. Auch wenn sie beschädigt oder ausgelaufen sind, ist Vorsicht geboten. "Die Flüssigkeit, die austritt,  ist in der Regel der Elektrolyt. Hierbei handelt es sich um Laugen oder Säuren, die auskristallisieren", weiß der Umweltexperte. "Die ausgelaufene Batterie und deren Rückstände sind am besten mit Handschuhen zu entfernen", rät Branyi. Komme doch etwas von der Flüssigkeit auf die Hände, sollte man diese gründlich waschen.

Werden Geräte nicht genutzt - Batterien raus

Laut Branyi ist es zudem sinnvoll, aus Geräten, die länger nicht genutzt werden, die Batterien zu entfernen, um Schäden vorzubeugen. Batterien, die beschädigt, verformt oder ausgelaufen sind, sind für die Verwendung nicht mehr geeignet. Verbraucher sollten diese geschützt durch eine zusätzliche Hülle schnellstmöglich in die Batterien-Sammlung geben, so sein Tipp.

Für die Umwelt zu Akkus greifen

Am besten für Umwelt und Geldbeutel ist es, zu wiederaufladbaren Akkus zu greifen: "Akkus sind ökologisch die bessere Alternative", sagt Branyi. "Sie können mehrfach wiederaufgeladen werden und verbessern so ihre Umwelt- und Energiebilanz."

Je öfter Akkus wiederaufgeladen werden, desto höher ist der Einspareffekt für die Umwelt im Vergleich zu nicht wiederaufladbaren Batterien. Akkuhersteller versprechen bei richtiger Anwendung um die 500 bis 1000 mögliche Neuaufladungen. Durch richtiges Laden und Lagern lässt sich die Lebensdauer eines Akkus teilweise sogar verdoppeln. Das lohnt sich: "Durch die Verwendung von Akkus kann man etwa ein halbes Kilogramm klimarelevantes Kohlendioxid pro Servicestunde gegenüber der Batterie sparen", betont Branyi.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Nach starken Regenfällen" 
"Glory Hole" läuft zum ersten Mal seit zehn Jahren über

Der Lake Berryessa im kalifornischen Nappa County, ist berühmt für seinen riesigen Überlauftrichter. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal