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Große Umweltrisiken: Warum Streusalz Gift für Bäume ist

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Umweltrisiko  

Warum Streusalz Gift für Bäume ist

04.01.2017, 11:54 Uhr | Von Ann-Kathrin Landzettel

Große Umweltrisiken: Warum Streusalz Gift für Bäume ist. Die meisten Gemeinden verbieten den Einsatz von Steusalz vor Privathäusern. Besser ist Splitt. (Quelle: dpa)

Die meisten Gemeinden verbieten den Einsatz von Steusalz vor Privathäusern. Besser ist Splitt. (Quelle: dpa)

Obwohl der Einsatz von Streusalz vielerorts verboten ist, greifen Hausbesitzer bei Glätte immer wieder zu den Tauhilfen. Schließlich sind sie in fast jedem Baumarkt für wenig Geld zu haben. Doch der Einsatz hat weitreichende Folgen, warnen Umweltschützer. Das bekommen nicht nur die Bäume zu spüren.

Im Winter müssen Grundstückseigentümer für sichere Gehwege zwischen 7 und 20 Uhr sorgen. An Sonn- und Feiertagen kann es häufig auch ein bis zwei Stunden später losgehen. Eigenheimbesitzer müssen sich selbst kümmern, bei Mehrfamilienhäusern ist der Vermieter in der Pflicht. Im Rahmen von Mietverträgen können die Mieter zum Räumen und Streuen herangezogen werden. Die Aufgabe kann auch an externe Dienstleister vergeben werden.

Streusalz auf dem Gehweg meist verboten

Der Schnee muss entfernt und die Flächen müssen mit abstumpfendem Material bestreut werden. Welche Streumittel erlaubt sind, ist kommunal geregelt. Mit Splitt oder Sand ist man auf der sicheren Seite. Streusalz ist meist verboten - aus gutem Grund.

Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) hat gezeigt: Obwohl viele Gemeinden das Streuen von Auftausalz auf dem Gehsteig verbieten, stapeln sich in den Baummärkten massenweise Säcke. Den Verbraucherschützern ist nicht nur der Verkauf der umweltkritischen Salze zu Schleuderpreisen ein Dorn im Auge. Sie kritisieren auch den fehlenden Hinweis, dass beim Einsatz von Streusalz mancherorts sogar ein Bußgeld droht.

Salz belastet die Umwelt enorm

Erlaubt ist der Einsatz von Salz in der Regel nur für die städtischen Winterdienste. Hier beschränkt sich die Streuung auf Hauptverkehrsstraßen und Brücken, seltener auch Radwege. Damit der Salzverbrauch möglichst gering bleibt, sind zudem immer mehr Streufahrzeuge mit moderner Technik im Einsatz, welche die Salzmenge abhängig von der Wetterlage reguliert. Manche Fahrzeuge arbeiten sogar mit Salzsole, um die Konzentration möglichst gering zu halten. Denn das Salz hat enorme Auswirkungen auf die Umwelt.

Sickern gelöste Salze wie Natrium-, Calcium- und Magnesium-Chlorid in das Erdreich, werden sie nicht zersetzt, sondern reichern sich über viele Jahre in der Umwelt an, wie das Umweltbundesamt (UBA) warnt. Schäden, die auf das Streusalz zurückzuführen sind, zeigen sich daher oft zeitverzögert.

Der Boden verdichtet sich, seine Durchlüftung wird gestört und der pH-Wert erhöht. Wertvolle Nährstoffe gehen verloren und viele für Bäume und Sträucher lebensnotwendige Pilze und Kleinstlebewesen werden stark geschädigt oder sterben ab. Zudem greift das Salz auch die Wurzeln an. Gelangt Streusalz über das Spritzwasser direkt auf die Pflanze, kann es sogar zu Verätzungen kommen.

Blattrandnekrosen machen Bäumen zu schaffen

Die Schädigung der am Straßenrand wachsenden Bäume wie Kastanie, Linde und Ahorn macht sich zuerst durch sogenannte Blattrandnekrosen bemerkbar. Dabei sterben zuerst die Blattränder ab und färben sich braun. Bestehen Nährstoff- und Wassermangel weiter fort, lösen sich die Blätter. Im schlimmsten Fall stirbt der ganze Baum.

Gelangt das Salz über das Grundwasser schließlich in Flüsse und Seen, stört es dort ebenfalls das empfindliche Gleichgewicht von Flora und Fauna. Korrosionsschäden an Brücken, Fahrbahnen sowie Kraftfahrzeugen gehören zu den weiteren Folgen.

Und auch Hunde und Katzen bekommen die scharfen Salze zu spüren: Entzündungen an Pfoten und Augen sind keine Seltenheit. Werden die Salze zudem von den Pfoten geleckt, kann es zu schlimmen Verdauungsproblemen kommen.

Verbraucherzentralen raten, auf Umweltzeichen zu achten

Aus diesen Gründen raten Umweltexperten und Verbraucherschützer, zu Sand, Lavasplitt oder Tongranulat zu greifen und beim Kauf auf das Umweltzeichen "Blauer Engel" zu achten. Streuhilfen mit diesem Siegel beinhalten keine Auftaumittel. Schwermetalle, die im Gestein natürlicherweise vorkommen können, dürfen nur in einer unkritischen Mindestmenge enthalten sein.

Abstumpfende Streuhilfen haben zudem den Vorteil, dass sie nach der Winterperiode zusammengekehrt und im nächsten Jahr wiederverwendet werden können. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Splitt oft kostenlos

Zudem gibt es in vielen Städten Stationen, an denen sich die Bürger kostenfrei Splitt abholen können. Am besten fragt man beim Bürgerservice oder beim ansässigen Abfallunternehmen nach. Zusammen mit Schneeschieber und Besen ist man für den Winter gut gewappnet.

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