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Kann man Krebs am Blut erkennen?

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Kleiner Piks  

Was das Blut über unsere Gesundheit verrät

23.09.2016, 15:55 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Kann man Krebs am Blut erkennen?. Eine Blutabnahme gibt Aufschluss über den Gesundheitszustand.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Blutabnahme gibt Aufschluss über den Gesundheitszustand. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Blutbild gehört in Arztpraxen mit zu den wichtigsten Hilfsmitteln, um Erkrankungen zu erkennen. Denn das Blut verrät eine Menge über unsere Gesundheit. In ihm finden sich nicht nur Hinweise auf Diabetes und Leberschäden, auch das Herzinfarktrisiko lässt sich abschätzen. Sogar in der Krebstherapie ist die Blutabnahme ein wichtiger Bestandteil.

Für den Patienten ist es nur ein kurzer Piks. Etwa drei Röhrchen werden bei der Blutabnahme gefüllt und anschließend im Labor untersucht. Dort wird es spannend. Bei der sogenannten Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit (BSG) beispielsweise schaut der Arzt, wie lange die roten Blutkörperchen brauchen, um zu Boden zu sinken. Sinken sie sehr schnell ab, weist das auf eine Entzündung im Körper hin, etwa Rheuma, eine Darmentzündungen oder eine Blutvergiftung. Sinken die Blutkörperchen hingegen zu langsam ab, kann das unter anderem auf eine kranke Leber (Hepatitis) hinweisen.

Das Blut weiß, wie gesund die Leber ist

Auch die Leberenzyme GPT, GOT und Gamma-GT (GGT) geben Hinweise darauf, wie es um die Leber bestellt ist. Sie sind an verschiedenen Stoffwechselleistungen beteiligt, zum Beispiel der Speicherung und Verarbeitung von Kohlenhydraten, Eiweißen, Vitaminen oder Alkohol. Bei einer Schädigung der Leber wandern auffällig viele Enzyme ins Blut. Vor allem eine Erhöhung des Enzyms GPT weist auf eine kranke Leber hin.

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Hohe Blutfettwerte lassen Arteriosklerose-Risiko steigen

Die Blutfettwerte und der Blutzucker sind ebenfalls wichtige Gesundheitsmarker. Bei einem Diabetes mellitus etwa sind die Blutzuckerwerte stark erhöht. Dauerhaft zu hohe Blutfettwerte erhöhen das Risiko für Arteriosklerose und somit auch für Herzinfarkt und Schlaganfall. Laut der Deutschen Herzstiftung sollte der Gesamt-Cholesterinwert im Blut unter 200 mg / dl (Milligramm pro Deziliter) liegen.

Erhöhte Homocystein-Werte im Blut sind riskant

Auch das Stoffwechselprodukt Homocystein gibt Hinweise auf das Herzinfarktrisiko. Dauerhaft zu hohe Werte schädigen nicht nur die Gefäße. Die Aminosäure wirkt zudem gerinnungsfördernd auf das Blut. Dadurch steigt das Risiko für Thrombose, Herzerkrankungen und Schlaganfall. Der kritische Grenzwert liegt bei 10 µmol / l (Mikromol pro Liter) im Blut.

Blutwerte verraten Herzinfarkt

Sogar der Herzinfarkt selbst lässt sich am Blut erkennen, nämlich durch die beiden Herzinfarkt-Marker Troponin I und die Creatinkinase. Stirbt Herzmuskelgewebe ab, wandern diese zwei Eiweiße ins Blut. Zudem bekommt der Arzt wertvolle Hinweise darauf, wie stark der Herzmuskel beschädigt wurde. Diese Herzinfarkt-Marker werden vor allem dann bestimmt, wenn der Verdacht auf einen stillen Herzinfarkt – also einen Herzinfarkt ohne eindeutige Symptome – besteht.

Zu viele weiße Blutkörperchen: Hinweis auf eine Entzündung

Auch die Blutkörperchen geben wertvolle Hinweise auf Krankheiten, Infektionen und Entzündungen. Zu wenig rote Blutkörperchen (Erythrozyten) weisen beispielsweise auf eine Blutarmut (Anämie) hin, zu viele auf eine Störung der Blutkörperchenbildung. Bakterielle Infektionen sind die häufigste Ursache für eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten). Bestimmte Viruserkrankungen wie eine Grippe oder Masern können zu einem Abfall der Leukozyten führen. Als normal gelten Werte zwischen 4000 und 10.000 Leukozyten pro Mikroliter.

Blutuntersuchung als Teil der Krebstherapie

Blutuntersuchungen werden auch im Rahmen der Krebstherapie eingesetzt (Liquid Biopsy). "Wurde bei einem Patienten Krebs diagnostiziert, kann die Untersuchung von bestimmten Biomarkern im Blut wichtige Informationen über den Therapieverlauf liefern", erklärt Dr. Andrea Penzkofer vom Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). "Über die Auswertung bestimmter Biomarker, wie zum Beispiel Tumormarker, können die Ärzte sehen, ob die Behandlung anschlägt oder angepasst werden muss."

Tumormarker im Blut geben Ärzte wichtige Hinweise

Die "klassischen" Tumormarker sind Eiweiße. Wächst ein Tumor, bildet er diese Proteine vermehrt und sie lassen sich im Blutkreislauf finden. Manchmal bildet der Körper selbst auch diese Eiweißstoffe als Reaktion auf den Krebs. Bei Darmkrebs etwa ist der am häufigsten genutzte Tumormarker das Carcino-embryonale Antigen, kurz CEA.

"Auch nach Ende der Krebs-Therapie wird den Patienten in regelmäßigen Abständen Blut abgenommen. Steigen die Werte eines Tumormarkers plötzlich wieder an, kann das ein Hinweis darauf sein, dass der Krebs zurückkommt", sagt Penzkofer und ergänzt: "Inzwischen werden statt der ursprünglichen Tumormarker häufig andere Biomarker untersucht, beispielsweise zirkulierende Tumorzellen oder zirkulierende Tumor-DNA, also Erbgut-Abschnitte, die vom Tumor ins Blut abgegeben werden. Man erhofft sich, dass diese Verfahren genauer und aussagekräftiger sind als die Bestimmung der klassischen Tumormarker."

Blutabnahme ist keine Krebsfrüherkennung

Doch auch wenn Wissenschaftler daran arbeiten: Als Früherkennungsmaßnahme von Krebs eignet sich das Blut bisher noch nicht. "Über eine Blutabnahme sichere Hinweise auf eine Krebserkrankung zu erhalten, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich", so die Krebsexpertin. "Die Blutwerte können immer nur darauf hindeuten, dass im Körper etwas nicht stimmt. Was genau die Blutwerte verändert hat und ob wirklich Krebs vorliegt, müssen weitere Untersuchungen herausfinden."

Denn es gibt viele Faktoren, die die Blutwerte beeinflussen und insbesondere bestimmte Tumormarker erhöhen können – auch wenn kein Krebs vorliegt. So kann ein erhöhter PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) beim Mann verschiedene Ursachen haben: neben Krebs auch eine gutartig vergrößerte Prostata, eine akute Harnwegsentzündung oder eine Prostataentzündung. Und: Auch intensives Radfahren lässt die Werte kurzzeitig nach oben schnellen. Laut dem Krebsinformationsdienst wird bei höheren Werten über 4 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter Blut) ein Krebsverdacht wahrscheinlicher und muss weiter abgeklärt werden.

Blutwerte allein reichen nicht aus

Immer dann, wenn unklare Beschwerden auftreten, wird der Arzt eine Blutuntersuchung anordnen, um sich einen ersten Eindruck über die Gesundheit seines Patienten zu verschaffen. Anschließend grenzen weitere Untersuchungen einen möglichen Verdacht ein. Denn obwohl die Blutabnahme eine wertvolle Hilfe ist, ist sie immer auch eine Momentaufnahme.

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