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Ohrenschmalz entfernen: Wattenstäbchen taugen nicht zum Ohrenputzen

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Ohrenschmalz richtig entfernen  

Wattenstäbchen taugen nicht zum Ohrenputzen

10.01.2017, 11:09 Uhr | wve

Ohrenschmalz entfernen: Wattenstäbchen taugen nicht zum Ohrenputzen. Ohrenputzen: Wattestäbchen haben im Ohr nichts zu suchen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ohrenputzen: Wattestäbchen haben im Ohr nichts zu suchen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ohrenschmalz sieht nicht nur unschön aus. Manchmal verstopft es das Ohr sogar so sehr, dass man schlechter hört. Dann hilft nur noch ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der den Pfropfen entfernt. Aber was kann man tun, damit es gar nicht erst soweit kommt? Was taugen Ohrensprays, Wattestäbchen und andere Hilfsmittel? HNO-Arzt Dr. Michael Deeg aus Freiburg erklärt, was im Ohr nichts zu suchen hat.

Viele Menschen verwenden zur Ohrenreinigung ganz selbstverständlich Wattestäbchen. HNO-Ärzte wie Michael Deeg raten aber immer wieder davon ab: "Damit drückt man das Ohrenschmalz immer weiter ins Ohr hinein. Es sammelt sich vor dem Trommelfell und bildet einen festen Pfropfen, der nur noch vom Arzt entfernt werden kann."

Wattestäbchen sind tabu

Von Wattestäbchen ist auch wegen des harten Kunststoffstäbchens abzuraten, denn das kann Verletzungen im Ohr verursachen, die meist sehr schmerzhaft sind. Und die Watte kann sich lösen und im Ohr stecken bleiben. Dann muss man auf jeden Fall zum Arzt.

Ohrensprays sind kaum eine Alternative

In der Apotheke bekommt man zur Reinigung der Ohren auch Sprays und Tropfen, die das Ohrenschmalz aufweichen sollen. Das funktioniert aber nicht immer. "Wenn das Ohr schon verstopft ist und man nichts mehr hört, machen es solche Tropfen und Sprays nur schlimmer," so Deeg.

Oft löst die Flüssigkeit nur die Oberfläche des Pfropfens, der Gehörgang verklebt und der Pfropfen ist trotzdem noch da. Außerdem werden Tropfen häufig nicht vertragen und verursachen Reizungen im Ohr. Solche Produkte können also nur präventiv angewendet werden, sie sind aber recht teuer.

Finger weg von Metallschlaufen

Neben Sprays gibt es in der Apotheke auch Metallschlaufen, mit denen man sich einen Pfropfen oder Ohrenschmalz selbst entfernen kann. Davon rät der Experte jedoch klar ab: "Vor solchen Geräten kann nur gewarnt werden." Die Gefahr, sich mit dem Metall im Ohr zu verletzten, sei sehr groß.

Kauen hilft, das Ohrenschmalz zu lösen

Im Grunde lassen sich Ohren ohne großen Aufwand reinigen, denn sie machen viel von ganz allein. So schiebt sich im Laufe der Zeit das Ohrenschmalz über feine Härchen im Gehörgang in Richtung Ohrmuschel. Die Bewegung entsteht durch unsere Kiefermuskulatur beim Kauen. Dabei bewegt sich das Ohr mit und das Ohrenschmalz rutscht ganz langsam weiter nach draußen und lässt sich leicht entfernen - am besten unter der Dusche.  

Sanfte Reinigung unter der Dusche

"Während man unter der Dusche steht, lässt man einfach etwas Wasser ins Ohr hineinlaufen, das löst das Ohrenschmalz auf und das Ohr ist sauber," sagt Michael Deeg. Dafür braucht man nicht mal Seife. Zum Trockentupfen ein Kosmetiktuch zu einem kleinen Trichter wickeln, so kann man das Trommelfell auch nicht verletzen. Für Menschen mit einem Trommelfelldefekt ist das allerdings nicht geeignet.

Vorsicht bei Ohrkerzen

Sich eine Kerze ins Ohr zu stecken und anzuzünden, um Ohrenschmalz zu entfernen, hört sich skurril an. Eine solche Ohrkerze besteht aus Bienenwachs und Baumwolle und ist wie ein Trichter geformt. Durch die Wärme soll das Ohrenschmalz aufgeweicht werden - der Unterdruck, der durch die Hitze entsteht, soll es dann aus dem Ohr herausziehen. Aber diese Methode birgt viele Risiken: Heruntertropfendes Wachs kann Verbrennungen verursachen.

Im schlimmsten Fall kann es aber auch in den Gehörgang fließen und das Ohr verstopfen. Außerdem ist der reinigende Effekt gering. Deshalb rät Deeg von dieser Methode ab.

Bei juckenden Ohren hilft Öl

Die Haut im Ohr hat die gleiche Struktur wie überall sonst am Körper. Deshalb kann es auch im Ohr vorkommen, dass die Haut trocken wird und deshalb juckt.

Auch in diesem Fall sollte man auf keinen Fall zu irgendeinem Werkzeug greifen: "Wenn es im Ohr juckt, kann man ein wenig Oliven- oder Sonnenblumenöl mit einer Pipette ins Ohr tropfen," so Deeg. Beim nächsten Duschgang werden die Reste dann wieder mit Wasser aus dem Ohr gespült. 

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