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Laktoseintoleranz: Laktosefreie Produkte sind oft überflüssig

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Laktoseintoleranz  

Laktosefreie Produkte sind oft überflüssig

02.10.2015, 12:59 Uhr | hut, t-online.de

Laktoseintoleranz: Laktosefreie Produkte sind oft überflüssig . Laktoseintoleranz: Auch wer keinen Milchzucker verträgt, muss nicht gänzlich auf Milchprodukte verzichten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Auch wer keinen Milchzucker verträgt, muss nicht gänzlich auf Milchprodukte verzichten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Etwa jeder siebte Deutsche leidet an einer Milchzuckerunverträglichkeit, der sogenannten Laktoseintoleranz. Kein Wunder, dass der Verkauf laktosefreier Spezialprodukte boomt. Fakt aber ist, dass viele Milchprodukte wie Käse und Butter von Natur aus laktosearm sind und von Betroffenen genauso gut vertragen werden. Spezialprodukte sind daher oft überflüssig - und unnötig teuer.

Spezialkäse ist überflüssig und mehr als doppelt so teuer

Menschen mit einer Laktoseintoleranz fehlt das Enzym Laktase, das den Milchzucker aus Milchprodukten in verdauliche Bestandteile aufspaltet. Passiert das nicht, gelangt der Milchzucker unverändert in den Dickdarm und wird dort von Bakterien zu Essig- und Milchsäure sowie Kohlendioxid abgebaut. Die Folge sind heftige Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen. Um dem vorzubeugen, greifen viele Betroffene zu laktosefreien Spezialprodukten. Das Sortiment reicht von Wurst und Käse bis hin zu Brot und Keksen und ist in vielen Fällen gut zweieinhalb mal so teuer wie herkömmliche Vergleichsprodukte, wie eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg 2012 ergab.

Viele Spezialprodukte sind aber nicht nur überteuert, sondern auch unnötig. Denn selbst zahlreiche Milchprodukte enthalten nur in geringen Mengen Milchzucker. Dazu zählen Hart- und Schnittkäse wie Gouda, Edamer und Parmesan. Auch Gorgonzola, Feta und Camembert sind nahezu laktosefrei.

Saure Naturjoghurts sind meist gut verträglich

Gut verträglich sind laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) oft auch Sauermilchprodukte wie Joghurt oder Kefir, die nicht wärmebehandelt wurden. Oft enthalten diese den Hinweis "mit lebenden Joghurtkulturen". Die darin vorhandenen Milchsäurebakterien bauen die Laktose der Lebensmittel weitestgehend ab. Vorsicht ist jedoch bei Fruchtjoghurts geboten. Sie wurden in der Regel hoch erhitzt, sodass die verbleibenden Bakterien nicht mehr ausreichend wirksam sind. Am besten verträglich sind laut Verbraucherzentrale Hamburg säuerliche Naturjoghurts.

Keine Spezialbutter nötig

Butter enthält auf 100 Gramm etwa 0,6 Gramm Laktose. Da sie nur in geringen Mengen verzehrt wird, löst sie in der Regel keine Beschwerden aus. Gleiches gilt laut Verbraucherzentrale Hamburg für Aromen und Geschmacksverstärker. Sie beinhalten häufig Laktose, sind in vielen Produkten aber nur in so geringen Mengen vorhanden, dass ihnen kaum eine Bedeutung zukommt. Anders sieht es jedoch bei Molke oder Milchpulver aus. Wie Aromen kommen auch sie vor allem in Fertiggerichten zum Einsatz, nicht selten in größeren Mengen. Dabei gilt: Je weiter oben Molke, Milchzucker oder Milchpulver auf der Zutatenliste stehen, desto größer ist die Gefahr, nach dem Verzehr Beschwerden zu bekommen.

Verzehr von Schinken und Salami ist meist unbedenklich

Produkte wie Salami, Schinken, Konfitüre und Brot enthalten in der Regel keinen Milchzucker - auch wenn die Lebensmittelindustrie das gerne durch entsprechende "laktosefreie" Varianten vorgaukelt. Auch von Allergiehinweisen sollten sich Betroffene nicht verwirren lassen. Steht auf einem Produkt "kann Spuren von Milch enthalten", ist das laut Verbraucherzentrale Hamburg ein sicheres Zeichen dafür, dass es sich um äußerst geringe, unbedenkliche Mengen handelt.

Toleranzgrenze ist individuell verschieden

Eine Laktoseintoleranz festzustellen, ist oft nicht einfach. Denn nicht immer weisen Magenbeschwerden auf eine Unverträglichkeit hin. Mitunter wird diese durch eine Darmerkrankung ausgelöst und ist nur vorübergehend. Betroffene sollten die Laktoseintoleranz daher immer von einem Facharzt diagnostizieren lassen. Außerdem sollten sie individuell prüfen, in welchen Mengen sie auch gewöhnliche Lebensmittel essen können. Denn jeder Mensch hat eine persönliche Toleranzgrenze.

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung lässt sich diese am besten in drei Phasen ermitteln: Zunächst meiden Sie zwei Wochen lang jegliche laktosehaltigen Nahrungsmittel. Sind die Magenbeschwerden abgeklungen, kommen nun nach und nach wieder Milch und Milchprodukte auf den Speiseplan. Die DGE rät, sie auf mehrere Portionen am Tag aufzuteilen und zusammen mit einer Mahlzeit zu verzehren, um sich langsam wieder an den Milchzucker zu gewöhnen.

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