Startseite
Sie sind hier: Home > Lifestyle > Gesundheit > Sexualität >

Potenzmittel oft wirkungslos: Wann Viagra und Cialis helfen können

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Impotenz bekämpfen  

Wann Potenzmittel helfen können

30.10.2013, 12:57 Uhr | dpa

Potenzmittel oft wirkungslos: Wann Viagra und Cialis helfen können. Das Geschäft mit Potenzmitteln boomt. Doch die Einnahme ist nicht immer sinnvoll. (Quelle: imago/ blickwinkel)

Das Geschäft mit Potenzmitteln boomt. Doch die Einnahme ist nicht immer sinnvoll. (Quelle: imago/ blickwinkel)

Bislang galt Viagra als einzig wirkungsvolle Pille gegen Impotenz. Doch seit der Patentschutz ausgelaufen ist, strömen immer mehr Potenzmittel auf den Markt, die den Wirkstoff Sildenafil unter anderem Namen beinhalten. Die Nachfrage boomt - dabei ist die Einnahme der Pillen in vielen Fällen wirkungslos. Wem Potenzmittel helfen können und wann andere Behandlungsansätze notwendig sind.

Nachfrage nach Potenzmitteln rasant gestiegen

"Seit der Patentschutz des Pharmakonzerns Pfizer gefallen ist, hat sich der Absatz der Potenzmittel verdreifacht", sagt Wolfgang Bühmann, Sprecher des Berufsverbandes Deutscher Urologen. Früher habe man für 100 Milligramm des Wirkstoffs Sildenafil zwischen 10 und 12 Euro bezahlt, erzählt er. "Der Preis hat sich gedrittelt bis geviertelt." Nicht verwunderlich ist da, dass nun deutlich mehr Männer als früher zu dem Potenzmittel greifen, das die Zu- und Abfuhr des Blutes im Penis besser reguliert. Diese Männer sollten vor dem Einsatz des Medikaments aber erst medizinisch abklären lassen, welche Ursache ihrer Erektionsstörung zugrunde liegt.

Ursache ist oftmals organisch

"In den 90er Jahren hat man gedacht, Erektionsstörungen seien zu 90 Prozent Kopfsache. Dann hat man festgestellt, dass ein Großteil doch organisch bedingt ist. Wobei irgendwann natürlich der Kopf eine Rolle spielt", berichtet Professor Frank Sommer, Experte für Männergesundheit am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Viele Männer glaubten, solange sie sich selbst befriedigen können oder morgens eine Erektion haben, sei alles in Ordnung. "Das ist aber etwas ganz anderes, als Geschlechtsverkehr zu haben."

Lifestyle 
Potenzprobleme können ein Warnsignal sein

Ursachen sollten unbedingt beim Urologen geklärt werden. zum Video

Erektionsstörungen sind auch ein "Frühwarnsystem"

Der Professor erinnert deshalb eindringlich: "Vor der Therapie steht die Diagnose." Dazu gehören Sommer zufolge mehrere Komponenten. Zunächst sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten stattfinden. Dann kommt die körperliche Untersuchung: "Wenn die Blutgefäße, die zum Penis führen, defekt oder teilweise zu sind, dann hat dieser Mann in den nächsten vier bis acht Jahren einen Schlaganfall", mahnt Sommer. "Aber das ist ein gutes Zeichen: Sie können noch genug tun. Es gibt kein besseres Frühwarnsystem." Oftmals bräuchten Männer nicht einmal Medikamente, es reiche eine Veränderung des Lebensstils.

Potenzmittel beheben viele körperliche Ursachen nicht

Der Experte betont, dass Sildenafil nur bei Durchblutungsstörungen und psychologischen Problemen hilft. Bei kaputten Nerven, einem Hormonmangel oder einer Beckenbodenschwäche sei es vollkommener Unsinn, solche Mittel zu nehmen. "Deshalb ist eine gründliche Untersuchung der Beschwerden absolut wichtig."

Psychischer Druck kann Erektion verhindern

Können körperliche Faktoren ausgeschlossen werden, rückt die Psyche ins Blickfeld. "Der Körper kann eine Erektion haben, aber er streikt in bestimmten Situationen", beschreibt der Diplom-Psychologe Rüdiger Wacker die Situation. "Die gemeinsame Arbeit besteht darin zu fragen, warum der Körper in dieser Sache streikt", sagt der Paar- und Sexualtherapeut aus Essen.

Oft sei es so, dass die Erektion in einer Beziehung zum zentralen Punkt der Sexualität überhöht werde, berichtet Wacker. Die Lösung, die der Therapeut bereit hält, klingt etwas paradox: "Der Gedanke an die Erektion muss weit genug weg sein, damit die Erektion irgendwann wiederkommt." Das soll heißen, dass sich Paare mit anderen Bereichen ihrer Sexualität beschäftigen und herausfinden, was ihnen sonst noch alles Spaß macht.

Nicht jeder verträgt den Wirkstoff

Ist medizinisch und psychologisch abgeklärt, dass ein Potenzmittel für den Betroffenen eine Lösung für seine Erektionsprobleme bieten kann, muss noch geklärt werden, ob der Patient den Stoff verträgt. Zwei Wirkstoffe bei Herzleiden - Nitro und Molsidomin - vertragen sich nämlich nicht mit Sildenafil, erläutert Urologe Bühmann. Außerdem müsse der Kreislauf des Patienten grundsätzlich so belastbar sein, dass er auch Radfahren bei fünf Prozent Steigung aushält. "Das liegt aber nicht an dem Medikament, sondern an der Belastung beim Geschlechtsverkehr."

Zu viel Alkohol blockiert die Wirkung

Die Nebenwirkungen von Sildenafil und ähnlich wirkenden Stoffen seien nicht dauerhaft schädlich, sagt Bühmann. Manchmal trete zum Beispiel ein gewisses Wärmegefühl auf. Mit Alkohol verträgt sich die Arznei erst einmal auch. Wer aber zu viel trinke, bei dem wirke das Mittel nicht. "Das Problem ist dann eher der Alkohol selbst, die Lust zum Verkehr sinkt." Mehrere Pillen zu schlucken, sei nicht sinnvoll: "Es wirkt dadurch nicht besser." 

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
42 Tonnen schwer 
70.000 PS treiben gigantischen Koloss an

Bis zu 40 Luftfahrzeuge können an Deck transportiert werden. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal