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Zika-Virus: Symptome, Übertragung und weitere Fakten

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Auch sexuell übertragbar?  

Die wichtigsten Fakten zum Zika-Virus

06.02.2016, 13:37 Uhr | AFP, dpa, tze

Zika-Virus: Symptome, Übertragung und weitere Fakten. Die Gelbfiebermücke ist Überträger des Zika-Virus. (Quelle: Reuters)

Die Gelbfiebermücke ist Überträger des Zika-Virus. (Quelle: Reuters)

Die rasante Ausbreitung des Zika-Virus in Südamerika versetzt Virologen in Alarmzustand. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO hat es sich bereits bereits in 33 Ländern verbreitet. Vor allem in Brasilien und Kolumbien hätten sich Menschen mit dem Erreger angesteckt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sogar einen globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen

Zika-Virus: Weitere Ausbreitung befürchtet

Gezählt wurden Länder, die den Zika-Ausbruch zwischen Januar 2014 und 5. Februar 2016 gemeldet haben. Es gebe zudem indirekte Hinweise auf eine Virenübertragung in sechs weiteren Staaten. Seitdem das Zika-Virus 2015 in Lateinamerika aufgetaucht sei, habe es sich kontinuierlich weiterverbreitet.

Eine weitere Ausdehnung schätzt die WHO als wahrscheinlich ein. Wie gefährlich ist das Zika-Virus? Was bedeutet das für Deutschland? Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Was für ein Virus ist das?

Das Zika-Virus ist ein alter Bekannter. Es wurde erstmals 1947 in Uganda bei einem Affen entdeckt. Der erste Fall beim Menschen wurde Angaben der WHO 1968 bekannt. Das Zika-Virus ist verwandt mit Viren, die Gelbfieber und Dengue-Fieber auslösen.

Diese Mücken übertragen das Zika-Virus 

Übertragen wird das Virus durch infizierte Stechmücken der Gattung Aedes: Die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) ist in tropischen Ländern weit verbreitet. Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) lebt auch in gemäßigten Klimazonen und hat sich auch schon in einigen Teilen von Süddeutschland ausgebreitet.

Kann das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden?

Dass das Virus durch Bluttransfusionen übertragen werden könnte, ist bisher nur ein Verdacht. Die Möglichkeit einer Übertragung über ungeschützten Sex wurde inzwischen bestätigt. In den USA gab es einen Fall, bei dem sich ein Patient (oder eine Patientin) beim Sex mit einem Menschen infiziert hat, der aus einem vom Virus stark betroffenen Land zurückgekehrt war. Das meldete die Gesundheitsbehörde in Dallas (Texas).

Belegt ist auch ein weiterer Fall, über den unter anderem die "Ärzte Zeitung" berichtet hat: Ein US-Biologe, der im Senegal von Moskitos gestochen wurde, erkrankte nach seiner Rückkehr in die USA an Zika-Fieber. Wenige Tage später traten auch bei seiner Frau Zika-Symptome auf. Außerdem wurden 2013 bei einem Patienten in Französisch Polynesien Zika-Viren im Sperma gefunden.

Das sind die Symptome einer Zika-Infektion

Symptome treten meist drei bis sieben Tage nach der Infektion durch einen Mückenstich auf. Sie ähneln einem grippalem Infekt: leicht erhöhte Körpertemperatur, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Manchmal kommt es auch zu Hautausschlag und Juckreiz, Bindehautentzündung oder Schwellungen an Händen oder Füßen. Üblicherweise klingen die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen ab.

Experten gehen allerdings davon aus, dass ein Großteil der Infektionen unbemerkt verläuft. Deshalb wurde das Zika-Virus lange als harmlos eingestuft. Das dürfte sich nun ändern.

Warum jetzt der Wirbel?

Wegen der explosionsartigen Verbreitung des Zika-Virus hat die Weltgesundheitsorganisation einen globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Zu diesem Schritt habe eine Expertenrunde geraten, teilte die WHO in Genf mit. Grund ist der Verdacht, dass Zika-Infektionen in der Schwangerschaft zu schweren Fehlbildungen beim Baby führen können. Sollte dieser Zusammenhang wissenschaftlich bestätigt werden, wäre das Virus für Schwangere sehr gefährlich.

Die WHO betonte jedoch, es bestehe kein Grund für Angst oder gar Panik. "Zika ist nicht Ebola", sagte der zuständige WHO-Direktor, Marcos Espinal.

Wie groß ist die Gefahr in Deutschland?

"Für Deutschland ist die Gefahr als gering einzuschätzen, da die Tigermücke bislang nur sporadisch gefunden wurde. Ein Ausbruch wie in Brasilien ist nicht zu erwarten." Das ist die Einschätzung von Professor Jonas Schmidt-Chanasit, dem Leiter der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Auch das Robert-Koch-Institut hält die Wahrscheinlichkeit, sich in Deutschland mit dem Zika-Virus zu infizieren, für "sehr gering".

Christian Drosten, Virologe an der Universität Bonn, ergänzt: "In Südeuropa halte ich die Gefahr für größer, aber auch nicht für groß." In den gemäßigten Breiten gebe es kein Zika-Virus. Selbst wenn sich das Virus für kurze Zeit und begrenzt in Südeuropa verbreiten sollte, sei es unwahrscheinlich, dass es sich dort richtig ansiedele und auch im nächsten Jahr wieder auftauche. 

Können Reisende das Virus einschleppen?

Es gibt eine sehr theoretische Variante: Wenn Reiserückkehrer, die das Virus in sich tragen, in Deutschland von Asiatischen Tigermücken gestochen würden, könnten die Mücken das Zika-Virus weiter verbreiten. Dieses Szenario hält RKI-Experte Klaus Stark für "statistisch unwahrscheinlich".

Diese Situation könnte sich in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten ändern, wenn sich die Asiatische Tigermücke flächendeckend in Süddeutschland ausbreite und zugleich mehr Zikavirus-Infektionen importiert würden, fügte Stark hinzu.

Seit 2013 sind in Deutschland zehn Zika-Fälle aufgetreten, allesamt bei Touristen, die sich in tropischen Ländern aufgehalten hatten.

Was hilft bei einer Zika-Infektion?

Es gibt weder einen Impfstoff noch ein gezieltes Medikament zur Behandlung. Allenfalls lassen sich die Beschwerden mit Schmerzmitteln lindern. 

Was müssen Reisende beachten?

Das RKI und das Auswärtige Amt warnen schwangere Frauen vor Reisen in Länder, in denen das Zika-Virus grassiert. Ansonsten gilt: "Gesunde und vor allem auch nichtschwangere Frauen müssen vor dieser Infektion im Allgemeinen keine Angst haben", sagt Tropenmediziner Schmidt-Chanasit.

Reiserückkehrer mit Verdacht auf eine Zika-Infektion sollten zum Arzt gehen und auf einen möglichen Zusammenhang mit der Reise hinweisen. In Deutschland sind Zika-Infektionen nicht meldepflichtig.

Wie kann man sich schützen?

Reisende in tropischen Länder auf allen Kontinenten sollen sich über die Infektionslage vor Ort informieren. Die einzig mögliche Schutzmaßnahme ist, Mückenschutz sowohl im Freien als auch in geschlossenen Räumen vermeiden: Lange Kleidung tragen, Insektenschutzmittel auftragen, Fliegengitter an den Fenstern anbringen und unter einem Moskitonetz schlafen.

Das Zika-Virus in Lateinamerika (Quelle: dpa)Das Zika-Virus in Lateinamerika (Quelle: dpa)

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