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Das Diabetes-Risiko lässt sich an der Taille abmessen

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Aussagekräftiger als BMI  

Diabetes-Risiko lässt sich an der Taille ablesen

17.04.2016, 15:55 Uhr | ag

Das Diabetes-Risiko lässt sich an der Taille abmessen. Wenn das Bauchfett wächst, steigt auch die Gefahr, zuckerkrank zu werden.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn das Bauchfett wächst, steigt auch die Gefahr, zuckerkrank zu werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, lässt sich mit dem Maßband bestimmen. Das haben Forscher der Universität Halle herausgefunden. Demnach erhöht sich das Krankheitsrisiko bei Frauen um 93 Prozent, wenn der Taillenumfang um eine Standardabweichung (12,4 Zentimeter) wächst.  Bei Männern dagegen steigt die Gefahr um 81 Prozent.

Die Studie, die von Saskia Hartwig geleitet wurde, greift auf die Daten von vier älteren Studien zurück, die sich mit den Zusammenhängen von Gewicht und Diabetes beschäftigten. Die Ergebnisse sind nachzulesen im im "British Medical Journal" (BMJ).

Körperumfang entscheidender als Gewicht 

Interessanterweise wirkt sich die Erhöhung des Taillenumfangs negativer aus als eine allgemeine Gewichtszunahme. Hier stellten die Forscher fest: Wer 13,6 mehr Kilogramm auf die Waage bringt, steigert sein Risiko für die Zuckerkrankheit um 66 Prozent. 

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Auch wichtig: Verhältnis von Taille zur Körpergröße 

Auch das Verhältnis zwischen Taillenumfang und Körpergröße lässt sich als Parameter bei der Risikobestimmung für Diabetes verwenden. So stellten die Forscher fest, dass sich bei einer Standardabweichung der so genannten Waist-to-Height-Ratio von plus 0,08 die Krankheitsgefahr bei Frauen um 93 Prozent, bei Männern dagegen um 81 Prozent erhöhte.

Eine geringere Aussagekraft haben dagegen der Body Mass Index (BMI) und das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang. Die Forscher führen das unter anderem darauf zurück, dass der Hüftumfang zum Teil auch durch anatomischen Gegebenheiten wie Muskelmasse, Fettgewebe und Knochenbau bestimmt wird. Der Umfang der Taille hingegen spiegele den Anteil des Bauchfetts wider.

Ab diesem Bauchumfang wird's kritisch

Obwohl bekannt sei, wie wichtig der Bauchumfang sei, werde in der klinischen Praxis nicht oft zum Maßband gegriffen, kritisieren Hartwig und ihre Kollegen. Die Verteilung des Körperfetts werde somit oft als Paramater für das Diabetes-Risiko eines Patienten unterschätzt.

Nach Empfehlungen der Mediziner liegt die Obergrenze des normalen Bauchumfangs für Frauen bei 80 Zentimetern und für Männer bei 94 Zentimetern. Ein deutlich erhöhtes Risiko haben Frauen spätestens bei 88 Zentimetern und Männer bei 102 Zentimetern. 

Bei der Bestimmung des Bauchumfangs ist Folgendes zu beachten: Gemessen wird der Taillenumfang – und zwar vor dem Essen. Im Stehen und mit freiem Oberkörper wird dann ein Maßband genau in die Mitte zwischen Beckenkamm und dem Unterrand des Rippenbogens gelegt.

Bauchspeck macht dauerhungrig

Dass gerade Bauchfett so gefährlich ist, hat folgenden Grund: Es sammelt sich im Bauchraum an und umschließt die umliegenden Organe, darunter Leber, Magen und Darm. Dabei schüttet es neben entzündungsfördernden Botenstoffen auch Hormone aus. Sie erhöhen Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte und verändern den Stoffwechsel des Körpers.

Besonders kritisch ist die unkontrollierte Ausschüttung des Hormons Leptin, das vor allem für die Sättigung zuständig ist. Bekommt der Körper mehr und mehr fettreiche Nahrung zugeführt, entwickelt sich allmählich eine Resistenz gegen das Leptin. Das führt dazu, dass der Appetit immer weiter gesteigert wird. So entsteht ein gefährlicher Teufelskreis, aus dem es immer schwerer wird auszubrechen.

Bauchumfang wächst im Alter

Mit zunehmendem Alter sammeln sich verstärkt Fettdepots um Bauch und Taille mehr an. Das hat zum einen hormonelle Gründe. Es liegt aber auch daran, dass ab circa 50 die Muskelmasse kontinuierlich abnimmt, gleichzeitig jedoch mehr Fett gespeichert wird. Außerdem sinkt der Grundumsatz. Das heißt: Der Körper benötigt bei gleichbleibender Ernährung und Bewegungstätigkeit weniger Kalorien. Was dagegen hilft, ist schnell gesagt: sich mehr bewegen und weniger essen.

Fettarme Ernährung für flache Konturen

Gegen die Risiken des Bauchfett hilft nur eins: abnehmen! Hierzu gehört zunächst eine dauerhafte Ernährungsumstellung. Fett- und zuckerarme Lebensmittel sollten dabei vorrangig auf dem Speiseplan stehen. Oft genügt es schon, regelmäßige Mahlzeiten zu sich zu nehmen und weniger Snacks nebenher zu naschen. Vollkornprodukte und Frischkost sättigen auch ohne viele Kalorien. Der Konsum von süßen und alkoholischen Getränken sollte stark reduziert werden. Wer schnell Muskelgewebe aufbauen will, um seine Konturen zu verbessern, sollte außerdem auf eine eiweißreiche Kost setzen.


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