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Wenn es Hunde juckt - nicht immer sind Flöhe schuld

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Der Hund juckt sich  

Woran es liegt, wenn's Hunde juckt

09.02.2012, 11:56 Uhr | dpa-tmn

Wenn es Hunde juckt - nicht immer sind Flöhe schuld. Hunde, die sich lecken oder kratzen, können unter ernsthafter Krankheit leiden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hunde, die sich lecken oder kratzen, können unter ernsthafter Krankheit leiden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kratzen Hunde sich vermehrt, müssen nicht immer Flöhe schuld sein. Auch Hautkrankheiten wie Parasiten, Allergien oder gar Verhaltensstörungen können der Grund sein, warum es den Hund juckt. Gegen Floh & Co. helfen meist schnell Medikamente. Doch mitunter sind die Kratz-Attacken so heftig, dass die Behandlung der Tiere langwierig ist. Wir erklären, wie Sie Ihrem Tier helfen können.

Falsches Futter als Auslöser

Der Labrador kratzt sich schon seit dem frühen Morgen. Sein ganzer Körper scheint zu jucken, die Haut sieht jedoch normal aus. Seine Besitzerin hat schnell einen Verdacht, woher der plötzliche Juckreiz kommen könnte: Sie hat ihm ein anderes Fressen gegeben. Beim Tierarzt bekommt Charlie eine Cortison-Injektion, das Futter wird umgetauscht, dem Hund geht es schnell wieder gut. "Wenn sich ein Hund leckt und kratzt wie verrückt, sollte man auf jeden Fall zum Doktor fahren", rät der Tierarzt Jörg Zinke aus Bremerhaven. Hautkrankheiten sind bei Hunden keine Seltenheit, die Ursachen sind verschieden. Der Hund kann eine Allergie, sich verletzt oder infiziert haben. Parasiten können sich auf ihm niedergelassen haben, auch Verhaltensstörungen sind möglich. Um der Ursache auf die Spur zu kommen, befragt der Tierarzt den Besitzer ebenso ausführlich wie er den Hund untersucht.

2.500 Flöhe im Fell

Auch können das geänderte Verhalten oder Flohkot im Fell auf ungebetene Gäste hinweisen. "Flohkot verfärbt sich rot, wenn man ihn mit einem feuchten Tuch auftupft. Das ist verdautes Blut", erklärt der Tierarzt Thomas Steidl aus Tübingen. Flöhe und Milben gehören zu den häufigsten Parasiten bei Hunden, sie vermehren sich rasant. "Aus einem Floh werden nach vier Wochen 2.500 Flöhe, nach acht Wochen sind es schon 25.000", rechnet der Tierarzt Zinke vor. Der Vorteil beim Parasitenbefall: Er kann mit Medikamenten meist gut behandelt werden. Gegen Würmer helfen entsprechende Mittel, mit sogenannten "Spot On"-Präparaten werden Zecken, Milben und Flöhe bekämpft. Fast alle Milbenarten leben in der Haut ihres unfreiwilligen Gastgebers und können dem giftigen Präparat nicht entfliehen. Zecken können mit einer Zeckenzange entfernt werden.

Zuhause.de: Was tun gegen Flöhe in der Wohnung

Blutsauger gründlich wegsaugen

Bei Flöhen kann es problematischer werden. Zum einen können auch diese Blutsauger Krankheiten übertragen. Außerdem bleiben sie nur so lange auf einem Lebewesen, wie sie Hunger haben. Dann ziehen sie sich zum Beispiel auf den Teppich zurück und sorgen dort für Nachwuchs. "Von dort aus kommen dann immer wieder neue Flöhe", sagt Steidl. Normalerweise bedeutet gründliches Saugen das Aus für Flöhe. Der Staubsaugerbeutel sollte sofort in die Mülltonne wandern. Sind die Flöhe danach immer noch in der Wohnung, hat der Tierarzt entsprechende Mittel parat. Vor allem Hunde mit einer Vorliebe für die Igeljagd bringen oft Flöhe mit nach Hause. Sie sollten vorbeugend etwa einmal im Monat mit dem entsprechenden Präparat behandelt werden.

Allergie mit Cortison oder Naturmitteln bekämpfen

Schwieriger wird die Behandlung bei Allergien, die auch bei Hunden zunehmen. "Ursachen sind meist das Futter und Hausstaubmilben", sagt Zinke. Er behandelt die meisten Allergien mit alternativen Methoden. Bewährt hat sich nach seiner Erfahrung eine Eigenbluttherapie. Die Erfolgschancen lägen bei 80 Prozent. Auch der Darm als größtes Abwehrorgan des Körpers kann bei Allergien eine Rolle spielen, die Naturheilkundler nehmen ihn deshalb besonders unter die Lupe. "Bei der klassischen Medizin gibt es gegen Allergien eigentlich nur Cortison. Damit wird aber nur die Reaktion des Körpers unterdrückt, außerdem hat Cortison Nebenwirkungen", erklärt Zinke. Sein Kollege Steidl ist dagegen kein Anhänger der Naturheilkunde. Er sehe immer mehr Hunde, die mit der "Bienchen- und Blümchenmedizin" falsch behandelt worden seien und leiden würden, sagt er. Bei einer klassischen Behandlung von Allergien wird zunächst geschaut, ob sich die Ursache vermeiden lässt.

Waschungen oder Diät können Hunden helfen

Mögliche Behandlungen sind Waschungen mit speziellen Shampoos, auch Antihistaminika können helfen. Bei einer Futtermittelallergie ist eine Diät sinnvoll. Dabei wird Fleisch gefüttert, das für das Tier fremd ist - etwa vom Wild oder Pferd. Sehr aufwendig ist die Behandlung bei Verhaltensstörungen. "Bevor eine solche Therapie begonnen wird, muss vorher körperlich alles untersucht sein", stellt die Fachtierärztin für Verhaltenstherapie, Barbara Schöning aus Hamburg, klar.

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Ist mein Hund verhaltensgestört?

Der Alltag des Hundes wird durchleuchtet. Wann leckt er sich am häufigsten? Wenn er alleine ist oder wenn viele Menschen in der Wohnung sind? Was ist für den Hund Stress? "Wir versuchen dann, den Teufelskreis, in dem der Hund steckt, zu durchbrechen", erklärt sie. Er soll auch mit Hilfe eines Gewöhnungstrainings lernen, mit Stress umzugehen. So kann zum Beispiel der Besitzer den Hund auf sich konzentrieren, wenn der gefürchtete Bus lautstark an dem Tier vorbeibrummt. Das kann den Stress für den Hund verringern. Nach einer erfolgreichen Therapie hat er das Lecken - vergleichbar mit dem beruhigenden Daumennuckeln bei Menschen - nicht mehr nötig.

Vorbeugen: Welpen nicht verzärteln

Damit der Hund keine Verhaltensstörung entwickelt, rät Schöning, ihn nicht zu verzärteln. Der Hund soll nicht vor allem geschützt werden. Er muss lernen, dass es Probleme gibt und er sie selbst lösen kann. So wird er stresstolerant. "Es gibt aber auch eine genetische Disposition", erklärt die Tierärztin, warum einige Hunde trotz bester Aufzucht Verhaltensstörungen entwickeln. Wie sie sich äußern, kann auch von der Rasse abhängen. So lecken etwa Golden Retriever oder Schäferhunde bevorzugt an ihren Gliedmaßen. Hütehunde reißen sich Haare am Schwanz heraus, und Dobermänner nuckeln an ihren Flanken.

 
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