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Kuba: Rauchverbot in staatlichen Restaurants

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Kubanische Restaurant setzen Rauchverbot durch

24.03.2012, 11:57 Uhr | Von Peter Orsi, dapd

Kuba: Rauchverbot in staatlichen Restaurants. Die Zigarre nach dem Essen hat in Kuba Tradition. Doch wer dieser Lust weiter frönen will, muss vor die Türe gehen, denn in staatlichen Restaurant herrscht seit Anfang des Jahres in Kuba Rauchverbot (Quelle: Reuters)

Die Zigarre nach dem Essen hat in Kuba Tradition. Doch wer dieser Lust weiter frönen will, muss vor die Türe gehen, denn in staatlichen Restaurant herrscht seit Anfang des Jahres in Kuba Rauchverbot (Quelle: Reuters)

Wenn etwas typisch für Kuba ist, dann das: ein gutes Mahl mit einem Gläschen Rum und einer wohlschmeckenden Zigarre abzurunden. Die Karibikinsel ist weltweit bekannt für ihre Cohibas, Montechristos und Romeo y Julietas. Aber in Kuba selbst werden die Liebhaber der bläulichen Schwaden zunehmend nach draußen gebeten, wenn sie ihrer Leidenschaft frönen wollen.

Eine Reihe staatlicher Restaurants in Havannas pittoresker Innenstadt mit Häusern und Palästen aus der Kolonialzeit hat kürzlich ohne viel Trara das Rauchverbot umgesetzt, das es auf dem Papier eigentlich schon seit sieben Jahren gibt. Von den Kubanern wird es jedoch weitgehend ignoriert. Ähnlich wie fast überall auf der Welt soll das Rauchverbot in der Gastronomie die Gesundheit der Beschäftigten und Gäste schonen. In Kuba erzürnt die Durchsetzung des Verbots die Touristen, die das Recht, sich auch drinnen eine anzustecken, zum tropischen Charme der Insel zählen.

"Nichtraucherzonen? Unglaublich!", ruft Michael Kuntze empört aus. Der 59-jährige Erzieher aus Hamburg genießt eine lange Zigarre mit einem Longdrink im Hotel Conde de Villanueva, das einen der bekanntesten Zigarrensalons beherbergt. Kuntze ist mit sechs Freunden auf einer neuntägigen Raucherreise mit täglich drei Verkostungen von Zigarren. "Diese Nichtrauchergesetze haben wir schon zuhause, hier brauchen wir das nicht", sagt Kuntze und redet sich in Rage: "Deshalb sind wir hier. Nicht, um in irgendeiner winzigen Raucherlounge zu sitzen, nein. Niemals."

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Verbot betrifft nur Restaurants

Die Manager des Conde de Villanueva sagen, dass der elegante Rauchsalon des Hotels erhalten bleibt. Aber die neun Restaurants der staatlichen Habaguanex-Tourismusbehörde in Havannas Altstadt setzen seit Jahresbeginn das Rauchverbot um, weitere werden nach den Worten der Sprecherin von Habaguanex folgen. Das Verbot betrifft auch nur geschlossene Räume, in denen gegessen wird. Draußen auf den Terrassen darf weiter geraucht werden. Und niemand spricht über ein Rauchverbot in Bars oder Clubs. Nicht einmal die privaten Restaurants - die "paladares" - wollen sich anschließen.

Tannya Sibori von Habaguanex lädt die Raucher ein, die Vorzüge der geografischen Lage Kubas zu genießen. "Kuba hat einen ewigen Sommer. Man kann wunderbar die Terrassen und Gärten nutzen", sagt sie und verweist auf die draußen stehenden Tische, von wo aus man einen herrlichen Blick auf die malerischen Plätze und Kopfsteinpflastergässchen habe.

Kaum ein anderes Land auf der Welt ist mit dem Tabakkonsum so verknüpft wie Kuba. Umgerechnet 300 Millionen Euro bringt der Export von Zigarren ins Land; das Embargo der USA hat den Wert der dort illegal eingeführten Cohibas noch weiter gesteigert. In den 70er-Jahren rauchten 60 bis 70 Prozent der Kubaner. Zigaretten blieben auch zu Zeiten der größten Rationierung immer reichlich auf den Lebensmittelkarten.

Sogar Castro hörte auf

Aber der Rauch verzieht sich langsam auch über Kuba. Heute greift noch jeder vierte Kubaner zu Zigarre oder Zigarette, selbst Fidel Castro entsagte auf Anraten der Ärzte 1985 den Cohibas, obwohl er über die Gefahren der Zigarren einmal witzelte: "Das Beste ist, sie deinen Feinden zu geben." Heute stehen wie fast überall sonst auf der Welt Warnhinweise auf den Zigarettenpäckchen, und die Automaten verschwinden nach und nach aus dem Stadtbild. Offiziell gibt es seit 2005 ein Rauchverbot im öffentlichen Nahverkehr, in Läden, in Theatern und eben auch in Restaurants.

Nur wurde das bisher von denen, die noch rauchen, schlicht ignoriert. "Dies ist immer noch ein Land der Raucher", sagt Sibori. Die Gewohnheiten zu ändern, gehe nur Stück für Stück. "Es gibt noch viel zu tun", sagt sie. Die Initiative von Habaguanex wurde nicht angekündigt und auch nicht beworben. Die sich am meisten darüber freuen, sind die Kellner, deren Kleidung nicht mehr wie ein Aschenbecher riecht, wenn sie nachts nach Hause kommen.

Der Tourist Thomas Gabrisch steht draußen vor einem Habaguanex-Restaurant, zieht an seinem schmalen Zigarillo und hat kein Problem mit dem Rauchverbot. "Warum nicht", fragt der Musikprofessor aus Düsseldorf. "Ich glaube schon, dass das Rauchen viele Leute stört." Er könne auch gut mal vor die Tür gehen. "Aber ich glaube, viele andere würden lieber drinbleiben."

Dirk Brodersen ist einer davon. Er gehört zu der Hamburger Zigarrenreisegruppe und erzählt von einem Konzert in einem Kellerclub ohne Rauchverbot. "Was ist Kuba? Rum, Zigarren, Sonne und die Menschen. Kubanischer Jazz ohne Zigarren? Nicht so gut."

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