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Sieg für Emmanuel Macron: "Nur der Optimismus wird Frankreich retten"

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Emmanuel Macron  

Mit 39 Jahren in die Geschichtsbücher

07.05.2017, 23:19 Uhr | Stephanie Lob, AFP

Nach dem klaren Wahlsieg erklärte der 39-jährige Emmanuel Macron in seiner ersten Rede als Präsident, dass eine neue Seite in der französischen Geschichte aufgeschlagen worden sei. (Screenshot: Reuters)
Macron gewinnt Stichwahl zum Präsidenten

Nach dem klaren Wahlsieg erklärte der 39-jährige Emmanuel Macron in seiner ersten Rede als Präsident, dass eine neue Seite in der französischen Geschichte aufgeschlagen worden sei.

Macron gewinnt Stichwahl zum Präsidenten (Quelle: Reuters)


Mit nur 39 Jahren schreibt Emmanuel Macron Geschichte: Der frühere Wirtschaftsminister wird neuer französischer Präsident. Ein Liebling der Massen ist er nicht. Er hat schwere Jahre vor sich.

Macron zieht als bisher jüngster Präsident in den Elysée-Palast ein - und das als unabhängiger Kandidat ohne etablierten Parteiapparat. In der Stichwahl setzte sich der Pro-Europäer deutlich gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen durch. Deutschland und die EU können aufatmen: Die Gefahr eines "Frexit" ist damit vorerst gebannt.

Auch wenn viele Franzosen Macron nur zähneknirschend wählten, um einen Sieg Le Pens und ihrer Front National zu verhindern: Sein Triumph besiegelt den Aufstieg eines Mannes, den zu Beginn des Wahlkampfs nur wenige zu den Favoriten zählten. Seine politische Führungserfahrung beschränkt sich auf rund zwei Jahre an der Spitze des Wirtschaftsministeriums. Zudem ist es das erste Mal überhaupt, dass Macron in ein Amt gewählt wird - und dann gleich in das des Präsidenten.

Nicht links und nicht konservativ genug

Macrons schwierige Aufgabe wird es sein, das stark gespaltene Land zu einen und zugleich überfällige Reformen anzuschieben. Viele Wähler aus dem linken Lager sehen in dem früheren Investmentbanker einen Neoliberalen und Freund des Großkapitals, der den Sozialstaat abschaffen will. Vielen Konservativen dagegen gilt er als profillos. Sie wünschen sich entschiedenere Reformen und ein härteres Vorgehen gegen Islamisten. Ganz zu schweigen von den Anhängern Le Pens, die seinen EU-freundlichen Kurs ablehnen.

In der Bundesregierung gibt es große Sympathien für Macron, der eng mit Deutschland zusammenarbeiten will und Berlin zuletzt im März besuchte. Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) haben seine Kandidatur unterstützt. Das verleitete Le Pen in dem TV-Duell gegen Macron vor einigen Tagen zu der Aussage: "Frankreich wird in jedem Fall von einer Frau regiert werden: von mir oder Frau Merkel."

Zweifellos hat Macron von der Schwäche der französischen Altparteien profitiert, die sich im Wahlkampf selbst zerlegten: Die Konservativen, die mit François Fillon einen Kandidaten aufstellen, der sich dann im Gestrüpp einer Scheinbeschäftigungsaffäre verstrickte; die Sozialisten, die es nicht schafften, aus dem Schatten des unbeliebten Staatschefs François Hollande zu treten.

Ungewöhnliche Präsidenten-Gattin

Privat hat Macron ein ungewöhnliches Profil: Er ist mit seiner früheren Lehrerin Brigitte verheiratet, die 25 Jahre älter ist. Seine Ausbildung dagegen ähnelt der von anderen französischen Politikern. Er ist Absolvent der Elite-Kaderschmieden Sciences Po und ENA. Dennoch überrascht seine Blitzkarriere. Nach einem Posten bei der Investmentbank Rothschild wurde er 2012 Wirtschaftsberater von Staatschef Hollande und nur zwei Jahre später sein Wirtschaftsminister.

Im vergangenen Sommer trat er zurück, um sich seiner Bewegung "En Marche!" (In Bewegung!) und seinen Präsidentschaftsambitionen zu widmen. Und auch das mit großem Erfolg - nur ein Jahr nach ihrer Gründung zählt die Gruppierung, die weder links noch rechts sein will, bereits mehr als 200.000 Mitglieder. Das ist für Frankreich sehr viel. Macrons Wahlparty vor der Glaspyramide des Louvre am Sonntagabend stand unter dem Motto "Nur der Optimismus wird Frankreich retten" - es ist offen, ob diese Dynamik auf das ganze Land übergreift.

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