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Pentagon: Sexismus-Verdacht gegen General der US-Armee

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Vorwurf des Ehebruchs  

Pentagon ermittelt gegen US-General

01.09.2017, 10:16 Uhr | t-online.de

Pentagon: Sexismus-Verdacht gegen General der US-Armee. Das Verteidigungsministerium der USA steht  in Arlington im Bundesstaat Virginia (Archivbild) (Quelle: dpa/Andy Dunaway)

Das Verteidigungsministerium der USA steht in Arlington im Bundesstaat Virginia (Archivbild) (Quelle: Andy Dunaway/dpa)

Das US-Militär untersucht mögliche Rechtsbrüche des hochdekorierten Kommandeurs der US-Truppen in Afrika, Joseph P. Harrington. Wird Harrington sanktioniert, würde er sich einreihen in eine Liste einflussreicher Militärs des Pentagons, die zuletzt wegen ethischer Verfehlungen gefeuert oder degradiert wurden. 

Laut Medienberichten hat Harrington teils anzügliche "Facebook"-Nachrichten an eine Frau geschickt, deren Mann als Soldat unter ihm dient. Der Generalmajor ist verheiratet. Ehebruch gilt als eine Verletzung des US-Militärrechts.

Zwei-Sterne-General Harrington – während seiner Karriere beim US-Militär auch im deutschen Zirndorf (Bayern) und Gießen (Hessen) stationiert – beaufsichtigt seit Juni 2016 von seinem Dienstsitz in Vicenza in Norditalien die Aktivitäten der U.S. Army in Afrika.

Zur Frau eines Soldaten der Truppe hat er eine Beziehung aufgebaut. Darauf lassen Informationen schließen, die "USA Today" am Donnerstag veröffentlicht hat. Die Frau äußerte sich der Zeitung nur unter der Bedingung, anonym zu bleiben. Sie fürchte Vergeltungsmaßnahmen gegen ihren Mann.

Es begann harmlos

Die Frau sagt, sie habe Harrington in einer Turnhalle kennengelernt. Chat-Protokolle, die "USA Today" vorliegen, zeigen, dass der Army-Kommandeur im Frühjahr über das soziale Online-Netzwerk "Facebook" dutzende Nachrichten an die Europäerin schrieb. Mal seien die Texte schmeichelhaft gewesen. Etwa wenn Harrington ihr Aussehen lobte. Mal banal, etwa wenn sich der US-General bei ihr über seine Reisen und das lokale Essen beschwerte.

Nach Aussage der Frau begannen die Online-Chats freundlich und drehten sich um wirtschaftlichen Themen. Die Nachrichten, viele spät in der Nacht versendet, hätten sich aber in der Tonalität geändert: Als Harringtons Nachrichten unterschwellig geworden seien, hätte sie sich mit den Texten beschäftigt, sagte die Frau. Körperlich sei die Beziehung nicht geworden. 

Rechtsexperte rät Harrington zum Rücktritt

Die Chat-Protokolle könnten Harrington zum Verhängis werden. Don Christensen, ein Ex-Chefankläger für die US-Luftwaffe und Präsident von "Protect our Defenders", eine Interessensgruppe für Opfer von sexuellem Angriff im Militär, hat die Texte überprüft. Sein Fazit: Harringtons Nachrichten und Verhalten verletzten scheinbar das Militärrecht. Wollte der General die Nachrichten vertuschen, schließe das darauf, dass Harrington "Linien überschritten" habe, sagte Christensen zu "USA Today".

Von besonderer Bedeutung für die Ermittler sind nach Ansicht des Rechtsexperten jene Texte, in denen der Kommandeur anerkennt habe, dass die Beziehung zur Frau unangemessen sei. Zum Beispiel, als Harrington den Mann seiner Chat-Partnerin in den Texten zum Thema machte und schrieb: "Ich glaube nicht, dass Ihr Mann glücklich wäre, wenn er wüsste, dass Sie mit einem anderen Mann plauderten." 

US-Militär will sich nicht äußern 

Rechtlich relevant sind laut Christensen auch Harringtons Texte, in denen er der Frau vorgeschlagen hat, dass sich beide treffen könnten. Ebenso Nachrichten, in denen er die Frau bat, ihre Online-Chats zu löschen. "Dann scheint er zu wissen, dass es nicht angebracht war, mit der Frau eines Angehörigen in seinem Kommando zu arbeiten", sagte Christensen. Sein Fazit: Für Harrington sei es wohl besser, sich von seinem Posten zurückzuziehen.

Das US-Militär hat sich zu Inhalten und Details der Untersuchung nicht in der Öffentlichkeit geäußert. Armee-Sprecher Pat Seiber sagte zu "USA Today", er könne zum jetzigen Zeitpunkt nichts zur Untersuchung sagen. Armando Hernandez, Sprecher der U.S. Army Africa, wollte den Fall nicht kommentieren, solange er geprüft werde.

Top-Militärs schlagen über die Stränge – kein Einzelfall

Würde Harrington zurücktreten oder gefeuert oder in seinem Dienstgrad zurückgestuft, reiht sich sein Name ein in eine wachsende Liste mit Generälen und Admirälen des US-Militärs, die in den vergangenen Monaten wegen ethischer Verfehlungen ihren Job verloren oder degradiert wurden:

Etwa, weil sie bei Dienstreisen auf Staatskosten Stripclubs besuchtenin teurem Champagner geschwommen waren und Prostituierten fröntenFrauen zum Sex nötigten, ihr Doppelleben in der Swingerclub-Szene aufflog oder – ähnlich wie bei Harrington – weil sie eine "unangemessene Beziehung" zu jungen Frauen führten.

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