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Nobelpreise: Forscher und Anti-Atom-Kämpfer mit Nobelpreisen geehrt

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Nobelpreise  

Forscher und Anti-Atom-Kämpfer mit Nobelpreisen geehrt

10.12.2017, 21:12 Uhr | dpa

Nobelpreise: Forscher und Anti-Atom-Kämpfer mit Nobelpreisen geehrt. Beatrice Fihn, Geschäftsführerin der Internationalen Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen, bei ihrer Rede in Oslo.

Beatrice Fihn, Geschäftsführerin der Internationalen Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen, bei ihrer Rede in Oslo. Foto: Bendiksby. Terje/NTB scanpix. (Quelle: dpa)

Oslo/Stockholm (dpa) - Die diesjährigen Nobelpreisträger haben am Sonntag bei Feiern in Oslo und Stockholm ihre Diplome und Medaillen entgegengenommen.

Den Friedensnobelpreis bekam in der norwegischen Hauptstadt am Mittag die internationale Organisation Ican für ihren Einsatz für ein Verbot von Atomwaffen. "Es ist Wahnsinn, sich von diesen Waffen beherrschen zu lassen", warnte Direktorin Beatrice Fihn. Ein einziger Moment der Panik, der Nachlässigkeit oder ein verletztes Ego könnten eine Katastrophe auslösen. Deswegen sei ein Verbot die einzig vernünftige Lösung. 

Fihn nahm den Preis in einer sehr emotionalen Zeremonie zusammen mit einer Überlebenden des US-Atombombenangriffs auf Hiroshima entgegen. In der schwedischen Hauptstadt Stockholm überreichte König Carl XVI. Gustaf den Preisträgern in Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Wirtschaftswissenschaft am späten Nachmittag ihre Auszeichnungen.

Der Leiter der Nobelstiftung, Carl-Henrik Heldin, warnte, Wissenschaft und das Streben nach Wissen würden derzeit häufig infrage gestellt - "sogar in Teilen der Welt, wo man sie für selbstverständlich hielt". "Fakten, Wissen und rationales Denken werden herausgefordert von alternativen Fakten, unwahren Aussagen und unverantwortlichem Handeln", sagte Heldin. Viel zu viele Menschen auf der Welt seien ständig von Gewalt bedroht. 

Friedensnobelpreisträger Ican, die "Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen", kämpft seit 2007 gegen den Widerstand der Atommächte und vieler anderer Länder dafür, Atomwaffen per internationalem Vertrag zu verbieten. Die Organisation wirkte maßgeblich am UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen mit, der im Juli unterzeichnet wurde und von 122 Staaten unterstützt wird.

Der Friedensnobelpreis für Ican setzt auch die vermutlich neun Atommächte und ihre Partner unter Druck. Denn sie und fast alle Nato-Staaten - darunter Deutschland - tragen den Verbotsvertrag nicht mit. 

"Der Vertrag hat mächtige Gegner, doch die Idee, Atomwaffen zu verbieten und abzuschaffen, ist weder neu noch naiv", betonte Nobeljurorin Berit Reiss-Andersen. Das Nobelkomitee glaube, ein Verbot könne der entscheidende Schritt zu einer Welt ohne Atomwaffen sein. 

Den Literaturnobelpreis nahm der in Japan geborene britische Schriftsteller Kazuo Ishiguro entgegen. Sara Danius, die ständige Sekretärin der Schwedischen Akademie, ehrte ihn für herausragende Kunst. Man blättere immer weiter, weil man gepackt von dem sei, was man zwischen den Zeilen lese. Ishiguro helfe dem Leser wie mit einer Lupe Zusammenhänge zu verstehen und gehe dabei oft literarische Risiken ein. 

Mit dem Preis in Chemie wurden der Schweizer Jacques Dubochet, der Deutsch-Amerikaner Joachim Frank und der Briten Richard Henderson für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie ausgezeichnet. Den Nobelpreis in Physik überreichte König Carl Gustaf den US-Amerikanern Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne für den Nachweis der Gravitationswellen.

Für die Erforschung der Inneren Uhr nahmen die US-Amerikaner Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young den Medizin-Nobelpreis entgegen. Sie hätten einen "wahrhaft fundamentalen Prozess" in den menschlichen Zellen aufgedeckt, lobte Laudator Carlos Ibanez. Jetzt verstehe man auch, warum das Bankett am Abend der Nobelpreisverleihung vielen gegen Jetlag helfen werde, sagte er scherzend. 

Den als inoffizieller Nobelpreis bekannte Preis für Wirtschaftswissenschaften ging in diesem Jahr ebenfalls wieder an einen US-Amerikaner. Richard Thaler nahm ihn für seine Beiträge zur Verhaltensökonomie entgegen.

Die Preise werden traditionell am Todestag ihres Stifters Alfred Nobel (1833-1896) verliehen. Sie sind in diesem Jahr mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 900 000 Euro) dotiert.

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