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Unbeliebte Große Koalition: SPD-Spitze warnt vor Ausschließeritis

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Unbeliebte Große Koalition  

SPD-Spitze warnt vor Ausschließeritis

07.12.2017, 07:33 Uhr | dpa, cwe

Martin Schulz erwartet viel vom Parteitag der SPD, vor allem eine Entscheidung über Gespräche mit der Union. (Screenshot: Reuters)
Vor SPD-Parteitag: Die Unbeliebte Große Koalition

Die Parteispitze warnte vor einer vorschnellen Absage an eine Große Koalition gewarnt.

Martin Schulz erwartet viel vom Parteitag der SPD, vor allem eine Entscheidung über Gespräche mit der Union. (Quellet-online.de)


Vor der Entscheidung über eine erneute Große Koalition ist in der SPD noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Insbesondere der Parteinachwuchs hadert damit.

Vor dem SPD-Parteitag hat die Parteispitze eindringlich vor einer vorschnellen Absage an eine Große Koalition gewarnt. "Da haben sich einige schon ziemlich festgerammelt", sagte die Fraktionschefin im Bundestag, Andrea Nahles. Sie bezog sich dabei auf Anträge, eine Koalition mit der Union beim Parteitag am Donnerstag kategorisch auszuschließen.

In der SPD-Spitze wurden die Chancen auf ein Ja zu einem Antrag des Vorstands auf "ergebnisoffene Gespräche" mit der Union auf 60:40 bis 70:30 beziffert. Allerdings haben die Jusos, die SPD-Nachwuchsorganisation, einen Antrag gestellt, eine Große Koalition am Donnerstag komplett auszuschließen - und nur die Option Neuwahlen oder Minderheitsregierung zuzulassen.

"Wir lassen uns nicht drängen und bedrängen"

SPD-Chef Martin Schulz rechnet mit langen Debatten: "Ein Parteitag, der solch eine fundamentale Entscheidung zu treffen hat, wird sich lebhaft auseinandersetzen mit dem Leitantrag", sagte er. "Ich rate dazu, dass man nichts ausschließt, ich rate aber auch nicht dazu, einen Automatismus zu irgendetwas zu beschließen." Nahles warnte zudem davor, mit immer neuen roten Linien zu hohe Hürden aufzustellen. Es gebe eine schwierige Lage und man müsse zumindest ergebnisoffene Gespräche führen.

"Man muss am Ende nicht wie der Vogel Strauß den Kopf in den Sand stecken", warnte sie davor, sich zu schnell auf eine Oppositionsrolle oder Neuwahlen festzulegen. Zugleich rechnet sie mit keiner schnellen Regierungsbildung. "Wir lassen uns nicht drängen und bedrängen." Die alte Große Koalition sei bei der Wahl abgestraft worden. "Ein Weiter so kann es nicht geben."

Erste Gespräche in der kommenden Woche?

Zweieinhalb Wochen nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen entscheidet die SPD am Donnerstag, ob sie Gespräche mit der Union über eine Große Koalition aufnimmt. Anschließend stellt sich auf einem Parteitag in Berlin Parteichef Martin Schulz zur Wiederwahl. Neben der Aufnahme von Sondierungsgesprächen mit der Union sind auch eine Tolerierung einer Minderheitsregierung und Neuwahlen möglich.

Stimmt der Parteitag dem Antrag der Parteispitze zu, will Schulz nächste Woche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Horst Seehofer sprechen. Die SPD hatte sich nach ihrem schlechtesten Ergebnis bei einer Bundestagswahl im September dazu entschlossen, in die Opposition zu gehen. Nach dem Scheitern der fünfwöchigen Jamaika-Sondierungsgespräche soll diese Entscheidung nun revidiert werden. Die Parteispitze schlägt den 600 Delegierten vor, "ergebnisoffene" Gespräche mit der Union zu führen.

Jusos entschieden gegen neue Große Koalition

In dem Änderungsantrag der Jusos heißt es, die Große Koalition sei "kein denkbares Ergebnis der Gespräche". Damit blieben nur die Optionen Neuwahl oder eine Minderheitsregierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). In der SPD gibt es starke Vorbehalte gegen eine erneute Koalition, zumal man nach dem letzten Bündnis mit der Union auf 20,5 Prozent bei der Bundestagswahl abgestürzt war.

"An unserer Einschätzung, dass die Große Koalition am 24. September mit zusammen fast 14 Prozentpunkten Verlusten kein erneutes Mandat für eine Regierungsbildung erhalten hat, hat sich nichts geändert." Die Jusos hatten auch eine Petition gegen die "GroKo" gestartet, die rasch über 10.000 Menschen unterzeichneten.

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