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Der Pfälzer Thomas Nast verpasste dem Weihnachtsmann seinen Bart

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Weihnachtsmann  

Pfälzer Weltbürger mit Rauschebart

06.12.2017, 16:48 Uhr | t-online.de

Der Pfälzer Thomas Nast verpasste dem Weihnachtsmann seinen Bart. Prägendes Bild: Thomas Nasts Weihnachtsmann mit Bart und Bauch wird weltweit gefeiert, sogar in Pakistan. (Quelle: Reuters/Akhtar Soomro)

Prägendes Bild: Thomas Nasts Weihnachtsmann mit Bart und Bauch wird weltweit gefeiert, sogar in Pakistan. (Quelle: Akhtar Soomro/Reuters)

Der Karikaturist Thomas Nast aus dem pfälzischen Landau hat einst den gutmütigen Weihnachtsmann erfunden.

Lesen konnte der Mann zeitlebens nicht. Selbst im hohen Alter ließ er sich noch vorlesen. Gerne auch Shakespeare. Thomas Nast liebte das Zeichnen. Seine Waffe war der Stift. Er war es, der einst den US-Demokraten den Esel als Signet verpasste und den Republikanern den Elefanten. Weltweit am nachhaltigsten war eine andere Zeichnung Nasts: Santa Claus. Er war es, der dem Weihnachtsmann den Rauschebart, dicken Bauch und schwere Stiefel verpasste.

Der erste Santa ist im Harper's Weekly erschienen

1862 war das. Nast lebte da schon sechzehn Jahre in den Vereinigten Staaten. 1840 wurde er in der pfälzischen Weinbaumetropole Landau geboren, als Sohn eines Militärmusikers. Der schickte die Familie 1846 in die USA und folgte vier Jahre später nach New York. Nast junior wollte Zeichner werden. Doch der Weg dahin war beschwerlich. Das Einwandererkind aus der Pfalz hatte auf der Schule doch arge Probleme. So ging er frühzeitig ab und nahm ab 1852 Zeichenunterricht bei dem Historienmaler Theodor Kaufmann. Nebenbei verdingte sich Nast als Aufseher in New Yorker Museen, die Langeweile vertrieb er sich mit dem Kopieren alter Meister.

Der Karikaturist Thomas Nast aus der pfälzischen Weinmetropole Landau gilt als Erfinder des Weihnachtsmanns. (Quelle: dpa)Der Karikaturist Thomas Nast aus der pfälzischen Weinmetropole Landau gilt als Erfinder des Weihnachtsmanns. (Quelle: dpa)

Der Einstieg in den Journalismus war beschwerlich. Tagelang passte er 1855 dem Verleger Frank Leslie vom Illustrated Newspaper ab. Der war schließlich so genervt, dass er den Bewerber in den Hafen schickte. Die Zeichnung wurde nie gedruckt, aber Nast bekam den Job. Leslie war begeistert von der Detailfülle der Nastschen Zeitung. 1862 schließlich erschien Santa Claus in Harper’s Weekly. Nast hatte die Figur einer Sagengestalt aus seiner pfälzischen Heimat entlehnt: dem Pelznickel, einem wackeren Alten, der in der Vorweihnachtszeit mit dickem Bauch, Bart und Stiefel durch die Kinderstuben streift. Eine Limonadenmarke entdeckte den Pfälzer Tump schließlich 1931 für seine Werbezwecke. Als Santa Claus zog er die Nast’sche Märchenfigur seinen weltweiten Siegeszug an.

Der Stift als Waffe gegen Sklaverei und Korruption

Nast selbst blieb streitbar. Seine Waffe war der Stift. Im US-Bürgerkrieg unterstützte er Präsident Lincoln und seinen Kampf gegen die Sklaverei. Auch gegen die Korruption wetterte er. Den New Yorker Unternehmer William Mercy Tweed, der sich aus der Stadtkasse bediente, setzte er so lange mit Karikaturen zu, bis der schließlich 50.000 Dollar bot, damit Nast seine Kampagne stoppt. Der Pfälzer blieb standhaft. „Mir ist egal, was die Zeitungen schreben. Die Leute können eh nicht lesen. Aber sie verstehen Ihre Zeichnungen“, soll Tweed geschimpft haben. Er floh schließlich außer Landes. Und wurde in Europa gefasst, erkannt auf der Grundlage einer Zeichnung von Thomas Nast. Ein feiner Triumph eines unbeugsamen Karikaturisten. Nast starb in Ecuador, wohin er als Generalkonsul entsandt worden war, am 7. Dezember 1902 - passend in der Vorweihnachtszeit. Seine Zeichnungen haben ihn überlebt – nicht nur der Weihnachtsmann. 

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