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Augsburg Bombe: So setzten Alliierte den Wohnblockknacker ein

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Riesenbombe von Augsburg  

So setzten Alliierte den Wohnblockknacker ein

26.12.2016, 10:35 Uhr | dpa, t-online.de

Augsburg Bombe: So setzten Alliierte den Wohnblockknacker ein. Ein Foto der in Augsburg entdeckten Luftmine. (Quelle: Reuters)

Ein Foto der in Augsburg entdeckten Luftmine. (Quelle: Reuters)

Die Fliegerbombe ist entschärft, 54.000 Augsburger sind in ihre Wohnungen zurückgekehrt. Der Fall wird allerdings nicht der letzte seiner Art in Deutschland gewesen sein. Noch immer befinden sich viele Blindgänger im Boden. Die wenigsten sollten jedoch so groß sein wie der Wohnblockknacker von Augsburg.

Bei dem in der bayerischen Stadt entdeckten Blindgänger handelt es sich um eine britische Luftmine vom Typ HC 4000. Die Bombe wiegt 1,8 Tonnen, hat eine relativ dünne Außenhaut und enthält 1,5 Tonnen reinen Sprengstoff.

So funktionierte der "Keks"

Die Alliierten im Zweiten Weltkrieg hatten laut Bayerischem Rundfunk allein über Augsburg 300 solcher Luftminen abgeworfen. Die Bomben sollten mit ihrer Sprengkraft eine enorme Druckwelle erzeugen und großflächige Zerstörungen verursachen. Die britische Royal Airforce bezeichnete die HC 4000 verharmlosend als "Cookie" (übersetzt: Keks). Besser bekannt ist dieser Minentyp unter dem Namen "Block Buster" beziehungsweise "Wohnblockknacker".

Die Bomben wurden im Krieg eingesetzt, um auf einer Fläche von mehreren Quadratkilometern Fenster und Türen zu zerstören und Dächer abzudecken. Ziel war es, dass die nachfolgenden Flugzeuge mit ihren Brandbomben in den bereits beschädigten Häusern eine noch größere Zerstörung verursachen können.

Etwa jede zehnte Bombe ist nicht explodiert

Jahr für Jahr bergen Bomben-Spezialisten in Deutschland nach wie vor mehrere Hundert Tonnen Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Bis zum Kriegsende vor mehr als sieben Jahrzehnten hatten alliierte Bomber vor allem Industriezentren und Verkehrsknotenpunkte angegriffen. Wie viele Blindgänger noch im Boden zu finden sind, lässt sich nicht genau sagen. Über dem damaligen Deutschen Reich wurden während des gesamten Krieges rund 1,35 Millionen Tonnen Sprengkörper abgeworfen. Experten gehen davon aus, dass rund ein Zehntel der Bomben nicht explodiert ist.

Belastbare Zahlen, wie viele Weltkriegsbomben später noch explodierten beziehungsweise während oder in den Jahren nach dem Krieg entschärft oder geborgen wurden, gibt es nicht. Warum Fliegerbomben nicht explodiert sind, kann unterschiedliche Gründe haben. Manche waren beim Abwurf nicht entsichert, bei anderen gab es technische Defekte. Experten für Kampfmittelräumung gehen zum Beispiel davon aus, dass die Zünder beim Abwurf aus mehreren Tausend Metern Höhe vereisen konnten, so dass die Entsicherung nicht funktionierte. Möglich war auch, dass die Bomben nur am Kopf und am Heck Zünder hatten, aber quer aufschlugen.

Blindgänger werden - wie jetzt auch in Augsburg - oft bei Bauarbeiten entdeckt. Aber auch die Auswertung von historischen Luftbildern und die Angaben von Zeitzeugen führen zu entsprechenden Funden.

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