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Die Hungerkrise im Südsudan darf uns nicht kaltlassen


In eigener Sache
Die Hungerkrise im Südsudan darf uns nicht kaltlassen

MeinungVon Florian Harms

06.11.2019Lesedauer: 2 Min.
Meinung
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Was Meinungen von Nachrichten unterscheidet.
Eine Mutter mit ihrem unterernährten Kind auf dem Weg zu einer Versorgungsstelle im Südsudan.Vergrößern des Bildes
Eine Mutter mit ihrem unterernährten Kind auf dem Weg zu einer Versorgungsstelle im Südsudan. (Quelle: Imago/ i Images)

5.000 Kilometer südlich von Deutschland herrscht bittere Not: Zigtausend Menschen im Südsudan leiden Hunger, darunter viele Kinder. Sie verdienen unsere Aufmerksamkeit – und brauchen dringend Hilfe.

Dürren, Überschwemmungen, Wirbelstürme: Die Folgen der Klimakrise sind vielerorts schon jetzt katastrophal, besonders in Afrika. Laut den Vereinten Nationen steigt die Zahl der Hungernden seit drei Jahren wieder. Weltweit haben 822 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Das ist ein Skandal.

Nicht nur Dürren und Armut stürzen Millionen Menschen in Afrika ins Elend und veranlassen viele zur Flucht. Auch Kriege tun es. Im Südsudan, dem jüngsten Staat der Erde, tobte bis vor einem Jahr ein grausamer Bürgerkrieg, der Tausende Tote und Verletzte forderte, Städte, Dörfer und Straßen zerstörte und Hunderttausende Zivilisten in die Flucht trieb. Sehr viele davon sind Kinder.

Obwohl die Konfliktparteien am 12. September 2018 einen Friedensvertrag schlossen, kommt es bis heute zu Gefechten, Terroranschlägen, Menschenrechtsverletzungen. Noch immer sind viele Familien auf der Flucht, Felder liegen brach, Hilfslieferungen werden blockiert. Die Hungerkrise und Krankheiten wie Cholera gefährden besonders das Leben von Kindern, die unter Mangelernährung leiden. Die enormen Überschwemmungen der vergangenen Wochen aufgrund außergewöhnlich starker Regenfälle verschärfen die Krise.

Das kann und darf uns in Deutschland nicht egal sein. Das Schicksal der Menschen im Südsudan verdient unsere Aufmerksamkeit. Das ist ein Gebot der Menschlichkeit und der Solidarität. Zugleich hat Europa ein Interesse an Stabilität in Afrika. In keiner anderen Weltregion wächst die Bevölkerung so schnell wie dort.

Die Kinder im Südsudan brauchen Hilfe

In der öffentlichen Wahrnehmung droht die Tragödie im Südsudan zwischen Brexit, Groko-Krise und täglichen Trump-Tweets unterzugehen. Das ist zynisch und falsch. Medien haben die Aufgabe, nicht nur ausgewogen, sondern auch möglichst umfassend über die Lage in der Welt zu berichten.

Deshalb rückt die Redaktion von t-online.de das Thema in den Fokus. Deshalb berichten wir in diesem November ausführlich über die Lage vor Ort. Deshalb reise ich als Chefredakteur in den Südsudan, um über die Situation der Menschen dort zu berichten. Ich begleite ein Team der UN-Kinderhilfsorganisation Unicef, besuche Ernährungszentren und Krankenhäuser und beschreibe meine Erlebnisse in unserem täglichen Morning Briefing "Tagesanbruch".

Meine Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion steuern weitere Artikel bei, erklären die Hintergründe der Hungerkrise und wie Kriegsfürsten und Geschäftemacher sie verschärfen. Hinzu kommen Texte von Unicef, deren Mitarbeiter die dramatische Lage in den Krisengebieten so genau kennen wie kaum jemand sonst, die aber auch erklären können, wie das Leid der Kinder gelindert werden kann.

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Arbeit von Unicef im Südsudan unterstützen wollen, können Sie dies mit einer Spende tun.

Herzliche Grüße,

Ihr Florian Harms, Chefredakteur t-online.de




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