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"Titanic"-Mythen - die populärsten Irrtümer

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"Titanic"-Mythen - die populärsten Irrtümer

11.04.2012, 14:57 Uhr | t-online.de

Künstler hatten die Katastrophe im Jahr 1912 nach Schilderungen von Augenzeugen gezeichnet (Quelle: dpa)

Künstler hatten die Katastrophe im Jahr 1912 nach Schilderungen von Augenzeugen gezeichnet (Quelle: dpa)

Der Untergang der RMS "Titanic" ist über die vergangenen 100 Jahre zu einer Volkslegende geworden. Dutzende Filme und Hunderte Bücher haben die wahren Ereignisse verfälscht. Was in der Nacht vom 14. auf den 15. April wirklich passierte, ist im allgemeinen Bewusstsein unter einem Meer von Märchen, Mythen und Übertreibungen begraben. t-online.de klärt die hartnäckigsten Irrtümer rund um die berühmteste Schiffskatastrophe der Geschichte auf.

War die "Titanic" das modernste Schiff seiner Zeit?

Nein. Sie war - gemeinsam mit ihrem Schwesterschiff "Olympic" - das bis dato größte je gebaute Schiff der Welt - und auch das nur fünf Wochen lang. Schon am 23. Mai ließ die Reederei Hamburg-America den noch größeren Liner "Imperator" vom Stapel. Konstruktion und Technik der "Titanic" waren bereits bewährt und in anderen Schiffen verbaut worden - nur eben nicht in dieser Größenordnung. Gerade weil das Schiff diese gigantischen Ausmaße hatte, ging die Reederei kein Risiko ein. Laut "Titanic Historical Society" gab es keine innovative Technik an Bord, die extra für den Luxusliner entwickelt worden war.

Ist der Untergang der "Titanic" die größte Schiffskatastrophe der Geschichte?

Die 1513 Opfer sind eine schreckliche Tragödie, im Zweiten Weltkrieg sind aber einige Schiffe gesunken, die viel mehr Menschen an Bord hatten. Am 30. Januar 1945 torpedierte ein sowjetisches U-Boot das deutsche Kreuzfahrtschiff "Wilhelm Gustloff" mit geschätzten 10.000 Passagieren - vor allem Verwundete und Flüchtlinge. Vermutlich ertranken mehr als 9000 Menschen in der Ostsee. Am 26. September 2002 ging die senegalesische Fähre "Le Joola" unter, dabei starben 1863 Menschen.

Versuchte das Schiff das "Blaue Band" zu gewinnen?

Die Gerüchte um die Geschwindigkeit der "Titanic" spielen in vielen Filmen und Erzählungen eine große Rolle: Der Kapitän sei angehalten gewesen, den Geschwindigkeitsrekord für die Atlantiküberquerung zu brechen und habe deshalb alle Warnungen vor Eisbergen in den Wind geschlagen. Das stimmt ganz offensichtlich nicht. Die "Titanic" war auf maximalen wirtschaftlichen Gewinn ausgerichtet, nicht auf Tempo. Sonst hätte man das Schiff anders bauen müssen. Außerdem wurden auf der Jungfernfahrt nicht alle Kessel beheizt, weil es im Maschinenraumgebrannt hatte. Und das Schiff fuhr einen etwas längeren, südlicheren Kurs als die Optimallinie - ironischerweise, um Eisbergen aus dem Weg zu gehen.

Animierte Grafik
So sank die "Titanic"
Animierte Grafik: So sank die "Titanic" (Quelle: NewsLab)

Verfolgen Sie detailliert die Katastrophenfahrt des berühmtesten Luxus-Liners der Welt. zur animierten Grafik

Hatte die "Titanic" viel zu wenige Rettungsboote an Bord?

Diese Behauptung wird in fast allen Geschichten rund um das berühmteste Schiff der Welt aufgestellt. Sie stimmt aber nur teilweise. Weil die Regeln für Schiffe hoffnungslos veraltet waren, mussten die Reedereien ihre Luxusliner nur mit Rettungsbooten für 962 Menschen ausstatten. Die "Titanic" war mit Booten für 1178 Passagiere ausgerüstet, hatte also die gesetzliche Pflicht übererfüllt - allerdings war das Schiff für 3511 Menschen gebaut und hatte deshalb viel zu wenige Rettungsboote dabei. Fatal war, dass einige Boote in Panik zu Wasser gelassen wurden, obwohl sie nicht einmal halb besetzt waren.

Hielt man die "Titanic" für unsinkbar?

Die Reederei White Star hat das niemals behauptet. Das Label verpasste ihr die Zeitschrift "The Shipbuilder", die das Riesenschiff wegen der Konstruktion mit wasserdicht abgeschotteten Abteilen "praktisch unsinkbar" nannte. Viele Zeitgenossen glaubten das tatsächlich, Fachleute hatten allerdings wenig Illusionen.

Video
Erinnerungsfahrt: Auf dem Kurs der Titanic
Erinnerungsfahrt: Auf dem Kurs der Titanic (Screenshot: Reuters)

100 Jahre nach dem Unglück legt die "MS Balmoral" in Southampton ab. zum Video

Spielte die Kapelle bis zum bitteren Ende?

Diese Geschichte gehört zwar zu den unglaublichsten, aber sie stimmt. Obwohl die acht Musiker des Schiffs keine Angestellten der White Star Line waren, und deshalb auch nicht verpflichtet, bis zuletzt auf dem Schiff auszuharren, spielten sie nach Aussagen von Überlebenden, bis sich die "Titanic" aufbäumte und sank. Mit Ragtime und Walzern versuchten sie, die Passagiere zu beruhigen. Was die Band als letztes spielte, ist umstritten. Klar ist, dass alle acht Musiker starben. Der Körper des Bandleaders Wallace Hartley wurde zwei Wochen nach dem Unglück aus dem Atlantik geborgen: Seine Spieluhr, die er als Instrument nutzte, hing immer noch um seinen Hals.

Quelle: t-online.de

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