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Franzosen und Belgier streiten über Herkunft der Pommes frites

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Franzosen und Belgier streiten über Herkunft der Pommes frites

06.01.2013, 15:23 Uhr | von Jerome Rivet, AFP

Franzosen und Belgier streiten über Herkunft der Pommes frites. Belgier und Franzosen streiten über die Herkunft der Pommes frites (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer hat's erfunden? Belgier und Franzosen beanspruchen die Pommes für sich (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

 

Knusprig, fettig, lecker - nicht nur Franzosen und Belgier sind sich einig, dass Pommes frites gut schmecken. Einigen können sich die beiden Nachbarn hingegen immer noch nicht in ihrem Streit, wer von ihnen die frittierten Kartoffelstäbchen erfunden hat. Selbst die Wissenschaft tut sich schwer, die Frage eindeutig zu beantworten.

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"Fritten sind ein Kind der Straßenküche, niederer Herkunft. Deshalb ist es so schwierig auszumachen, woher sie wirklich kommen", sagt die französische Historikerin Madeleine Ferrière.

Die Herkunft ist selbst unter Experten umstritten, besonders in Belgien, wo Pommes frites als Nationalgericht gelten. "Die Belgier lieben Pommes, aber bis vor kurzem hat sich niemand ernsthaft wissenschaftlich damit beschäftigt", sagte Professor Pierre Leclerc von der Universität Lüttich bei einer Veranstaltung mit dem Titel "Der Ursprung der Fritten" in Brüssel.

Frühe Pommes auf dem Pont Neuf

In Frankreich entstanden die ersten Pommes frites vermutlich auf dem Pont Neuf, der ältesten Brücke in Paris. Straßenhändler erfanden sie kurz vor der Revolution 1789. "Sie boten Frittiertes an, Maroni und Kartoffelscheiben", sagt Historikerin Ferrière. Diese Theorie existiert seit langem und ist weithin anerkannt.

Einige Belgier beharren aber darauf, dass die Pommes in Wirklichkeit in Namur im Süden ihres Landes erfunden wurden, wie Professor Leclerc erzählt. Arme Bewohner der Stadt fischten demnach in der Maas und frittierten, was sie fangen konnten.

In besonders harten Wintern in der Mitte des 17. Jahrhunderts, wenn der Fluss zufror, sollen sie Kartoffeln in Form kleiner Fische geschnitzt und sie ins heiße Öl geworfen haben. Leclerc - obwohl selbst Belgier - hält diese Version allerdings für wenig wahrscheinlich.

"Am Ende ist es doch egal, woher die Fritten kommen. Vielmehr zählt, was daraus gemacht wurde", sagt Roel Jacobs, Experte für Brüsseler Kultur. "Franzosen und Belgier schlugen unterschiedliche Wege ein: Franzosen essen Pommes für gewöhnlich als Beilage zu Fleisch, meistens Steak, während die Belgier sie am liebsten pur mit einer Sauce mögen."

Die Kunst des zweifachen Frittierens

"Wir Belgier haben Pommes frites zu einem noblen Essen gemacht, das viel mehr ist als einfach nur Gemüse", sagt der Koch Albert Verdeyen, einer der Autoren des Buches "Einfach Fritten". "Niemand beherrscht die Kunst des zweifachen Frittierens besser als wir, sodass die Pommes goldfarben und knusprig sind."

Im Gegensatz zu den französischen Pommes frites werden in Belgien die Kartoffelstäbchen zunächst in 140 Grad heißem Rinderfett vorfrittiert und nach einer Ruhepause ein zweites Mal bei 160 Grad ausgebacken. Außen knusprig, innen weich ist das Ziel.

Pommes zu jeder Tageszeit

Franzosen pieken ihre Pommes frites meistens mit der Gabel von einem Teller auf, während die Belgier sie gern mit den Fingern essen - und das zu jeder Tageszeit. Im ganzen Land gibt es auf Plätzen und belebten Straßen so genannte "Fritkot" - Pommesbuden, vor denen sich oft lange Schlangen bilden. "Über 90 Prozent der Belgier gehen mindestens einmal im Jahr zum Frittenstand", sagt Bernard Lefèvre, der Vorsitzende des Verbandes der Pommeshersteller.

"Zur Pommesbude zu gehen ist typisch belgisch", sagt Philippe Ratzel. Der Besitzer von Clementine, einer der beliebtesten Frittenbuden in Brüssel. Ratzel möchte seinen Stand gegen kein Restaurant der Welt tauschen: "Hier können Sie alle möglichen Leute treffen - von der alten Dame, die ihren Hund ausführt über Studenten bis zum Minister," freut er sich.

 
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