15.02.2013, 12:05 Uhr | dpa, dapd
Ein Screenshot aus der illustrierenden Computeranimation eines Videos zeigt den Vorbeiflug des "2012 DA14" an der Erde. (Quelle: NASA /Science dpa)
Ein Asteroid rast am Freitag ganz nah an der Erde vorbei. Das Besondere an dem Himmelskörper ist aber nicht nur der geringe Abstand zu unserem Planeten: Nach Ansicht von Experten könnte er bis zu 195 Milliarden Dollar wert sein.
Wenn nur zehn Prozent seiner Masse aus wertvollen Rohstoffen wie Eisen und Nickel bestünden, seien diese nach derzeitigen Marktpreisen bereits 130 Milliarden Dollar wert, teilte das Unternehmen Deep Space Industries mit.
Schätzungsweise fünf Prozent des Asteroiden könnten abbaubares Wasser sein. Das könne in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt werden, um so Raketentreibstoff herzustellen.
Der Wasserstoff könne zudem mit möglicherweise auf dem Asteroiden vorhandenen Kohlenstoff verbunden werden, um daraus Methan zu erzeugen, das ebenfalls für Treibstoff benutzt werden könne. Insgesamt ergebe sich für das abbaubare Wasser im All so ein geschätzter Wert von rund 65 Milliarden Dollar.
Weil der Asteroid schräg an der Erde vorbeifliegen werde, würde es nach Ansicht der Experten jedoch zu viel Energie kosten, die Rohstoffe und das Wasser abzubauen. Das im US-Bundesstaat Virginia ansässige private Unternehmen Deep Space Industries plant für die Zukunft, auf Asteroiden wertvolle Rohstoffe abzubauen - allerdings nach eigenen Angaben nicht vor 2020.
Grafik: Asteroid nähert sich der Erde (Quelle: dpa)Solange müssen Astromomen und Fans aber nicht warten. Denn am Freitag (15. Februar) wird der Asteroid gegen 20:30 Uhr an der Erde vorbeirasen. Eine Kollision ist nicht zu befürchten, doch der rund 45 Meter große Gesteinsbrocken, der etwa so viel wie ein Flugzeugträger wiegt, wird in nur 27.000 Kilometer Entfernung an der Erde vorüberfliegen. Dies ist die geringste Entfernung, die Wissenschaftler je für einen Asteroiden dieser Größe aufgezeichnet haben.
Die Chance, ihn von Deutschland aus zu sehen, ist zwar gering aber sie ist da. Vorausgesetzt man befindet sich währenddessen gerade unter klarem Nachthimmel und hat ein sehr gutes Fernglas. Dann ist "2012 DA14" als kleiner Punkt zu erkennen, der von Süden nach Norden zieht. Experten empfehlen jedoch den Besuch einer Sternwarte.
Die beste Sicht auf das Himmelsobjekt werden Indonesier und Australier haben. Nach Angaben von Wissenschaftlern der US-Raumfahrtbehörde wird der Asteroid eine Geschwindigkeit von 7,8 Kilometern pro Sekunde haben und damit ungefähr achtmal so schnell sein wie ein Gewehrschuss.
Für Satelliten kann der Felsbrocken gefährlich werden. So beobachten Wissenschaftler das All. zum Video
2012 DA14 war vor einem Jahr von dem südspanischen Observatorium La Sagra entdeckt worden. Er gehört zur Familie gefährlicher Flugobjekte, die der Erde nahe kommen. Sie sind klein genug, um übersehen zu werden und gleichzeitig doch so groß, um potenziell ernsthaften Schaden zu verursachen.
Quelle: dpa, dapd
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