Sie sind hier: Home > Nachrichten > Wissen > Astronomie >

Supererde 55 Cancri e: Astronomen gelingt Blick in Atmosphäre

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Entdeckung in der Astronomie  

Forscher finden Wasserstoff in der Atmosphäre der Supererde 55 Cancri e

16.02.2016, 19:15 Uhr | dpa

Supererde 55 Cancri e: Astronomen gelingt Blick in Atmosphäre. In der Atmosphäre der Supererde 55 Cancri e haben Astronomen Wasserstoff gefunden. (Quelle: dpa)

In der Atmosphäre der Supererde 55 Cancri e haben Astronomen Wasserstoff gefunden. (Quelle: dpa)

Die Welt der Astronomie dreht sich zurzeit recht schnell. Nach dem Nachweis von Gravitationswellen konnten Forscher jetzt zum ersten Mal verschiedene Gase in der Atmosphäre einer sogenannten Supererde identifizieren.

Die Lufthülle des fernen Planeten enthalte Wasserstoff und Helium aber kein Wasser, berichten die Wissenschaftler um Angelos Tsiaras vom University College London (UCL) im Fachblatt "The Astrophysical Journal".

"Diese Ergebnisse liefern einen ersten Einblick in die Atmosphäre einer Supererde", betonte UCL-Professorin Giovanna Tinetti in einer Mitteilung ihrer Hochschule. Leben ist auf dem exotischen Exoplaneten nicht möglich.

Supererden: Planeten mit mehr Masse als die Erde

Supererden gelten als häufigster Planetentyp in unserer Galaxie, der Milchstraße. Es handelt sich dabei um Planeten, die etwas mehr Masse haben und etwas größer sind als die Erde, aber längst nicht so groß und schwer wie die Gasriesen in unserem Sonnensystem. Die jetzt untersuchte Supererde trägt die Katalognummer 55 Cancri e und umkreist eine Sonne im Sternbild Krebs. Der Exoplanet hat etwa den doppelten Durchmesser und die achtfache Masse unserer Erde. Allerdings umrundet 55 Cancri e seinen Heimatstern so nah, das ein Jahr dort nur 18 Stunden dauert. Auf der Planetenoberfläche wird es durch die Nähe zum Stern geschätzte 2000 Grad Celsius heiß.

Cyanwasserstoff ist Teil der Atmosphäre von 55 Cancri e

Nicht nur durch die Hitze ist Leben auf dem Planeten nach unseren Maßstäben ausgeschlossen. Mit dem "Hubble"-Weltraumteleskop gelang es dem Team jetzt, den chemischen Fingerabdruck der Atmosphärengase des Planeten zu analysieren. Neben Wasserstoff und Helium, die der Planet offensichtlich aus seiner Entstehungszeit behalten hat, fanden die Forscher dabei Spuren von Cyanwasserstoff (HCN), die allerdings durch weitere Untersuchungen noch bestätigt werden müssen. "Cyanwasserstoff oder Blausäure ist hochgiftig, also ist es vielleicht kein Planet, auf dem ich gerne leben würde", sagte UCL-Professor Jonathan Tennyson aus dem Team.

Hubble-Teleskop untersucht zwei weitere Supererden

Die Supererde ist nicht der erste Planet eines anderen Sterns, bei dem die Atmosphäre analysiert wurde. Andere Forscher haben bei verschiedenen größeren Exoplaneten bereits Atmosphärenbestandteile identifiziert, darunter auch Wasser. Das "Hubble"-Teleskop hat nach UCL-Angaben bereits die Lufthüllen zweier anderer Supererden ins Visier genommen. Dabei hätten sich jedoch keine chemischen Bestandteile identifizieren lassen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
News-Video des Tages
Anzeige

Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Nachrichten > Wissen > Astronomie

Anzeige
shopping-portal
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017