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Nasa-Superrakete SLS: Trump will schnellstmöglich zum Mond

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Neue Superrakete der Nasa  

Trump will schnellstmöglich zum Mond

27.02.2017, 16:02 Uhr | Holger Dambeck, Spiegel Online

Nasa-Superrakete SLS: Trump will schnellstmöglich zum Mond.  (Quelle: Nasa)

(Quelle: Nasa)

Die neue Nasa-Superrakete SLS sollte erstmals 2021 Astronauten Richtung Mond fliegen. Doch Präsident Trump drängt auf einen früheren Termin. Die Nasa muss nun das Risiko für die Astronauten abwägen.

Donald Trump ist bislang nicht durch übermäßiges Interesse an der Wissenschaft aufgefallen. Ganz im Gegenteil: Er zweifelt am Klimawandel und hat den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. An die Spitze der Umweltbehörde EPA hat er mit Scott Pruitt einen Klimawandelleugner gesetzt, der die EPA jahrelang mit Klagen überzogen hat.

Doch ein Thema interessiert ihn offenbar doch sehr: Der erste Start von US-Astronauten mit der neuen Nasa-Superrakete SLS. Die US-Weltraumbehörde wollte das sogenannte Space Launch System nach bisheriger Planung Ende 2018 erstmals zu einem Testflug ins All schicken - ohne Astronauten an Bord. Erst drei Jahre später, im August 2021, sollte eine SLS-Rakete zwei Astronauten Richtung Mond fliegen.

Nasa (Quelle: Nasa)Nasa (Quelle: Nasa)

Doch dieser Termin ist der Trump-Administration offenbar zu spät. Sie hat die Nasa aufgefordert zu prüfen, ob der erste bemannten Flug vorgezogen werden kann. Möglicherweise könnte der ohne Besatzung geplante erste Testflug 2018 gleich bemannt erfolgen.

Sollte es jedoch bei dem ursprünglichen Zeitplan bleiben, würde Trump den ersten Flug von Astronauten mit der Riesenrakete nur dann als Chef des Weißen Hauses erleben, wenn er die Präsidentschaftswahl 2020 gewinnt.

"Ich finde es ermutigend"

Bei der Nasa, einer der US-Regierung direkt unterstellten Behörde, reagierte man diplomatisch auf das Ansinnen aus Washington. "Wir stehen nicht unter Druck", sagte Bill Gerstenmaier, Chef der Nasa-Abteilung für bemannte Einsätze. "Ich finde es ermutigend, dass wir um diese Machbarkeitsstudie gebeten wurden." Mitte Februar habe die Trump-Administration den Auftrag dafür erteilt, das Ergebnis solle in etwa einem Monat vorliegen.

Geprüft wird nun, ob der erste Flug von 2018 auf Mitte 2019 verschoben werden kann - dafür aber mit Besatzung. Zwei Astronauten sollen dann während eines acht- oder neuntägigen Einsatzes den Mond umrunden. Dies entspricht grob der Mission von "Apollo 8" von 1968, der Generalprobe für die erste Mondlandung im folgenden Jahr. Damals sahen die drei Astronauten als erste Menschen überhaupt zum ersten Mal mit eigenen Augen die Rückseite des Mondes.

Die SLS-Rakete erreicht eine ähnliche Schubkraft wie die legendäre Saturn V aus dem Apollo-Programm. Auf ihrer Spitze wird das Raumschiff "Orion" sitzen, das neue Flaggschiff der Nasa für Langzeitflüge zu Mond und Mars. Mit "Orion" will die kriselnde Nasa endlich wieder Aufbruchstimmung erzeugen. Die Spaceshuttles sind seit 2011 eingemottet, die bemannten Routineflüge zur Raumstation ISS führen die Russen und demnächst zwei Privatunternehmen aus den USA durch. Die Nasa selbst konzentriert sich derweil auf Ziele außerhalb des Erdorbits.

Das "Orion"-Design wirkt vertraut, die Anleihen bei den legendären "Apollo"-Raumschiffen und Mondlandefähren sind kaum zu übersehen. Die "Orion"-Kapsel ist kegelförmig, bietet Platz für sechs Astronauten und sitzt beim Start ganz oben auf der Rakete.

Raumschiff "Orion"

Dies hat den Vorteil, dass die Kabine im Notfall abgesprengt und mit Düsen aus der Gefahrenzone manövriert werden kann.

Die "Orion"-Kapsel hat ihren Jungfernflug bereits hinter sich. Im Dezember 2014 umkreiste sie unbemannt zweimal die Erde. Ins All geschossen hatte sie eine Schwerlastrakete vom Typ Delta IV. Die neue SLS-Rakete stand für den Jungfernflug noch nicht zur Verfügung. Bislang wird sie nur am Boden getestet. Die "Orion" könnte in Zukunft, angetrieben von der SLS, Menschen zu Asteroiden und vielleicht Mitte 2030 sogar zum Mars bringen.

Der Vorschlag des Weißen Hauses, auf einen unbemannten Testflug zu verzichten, bringt die Nasa-Verantwortlichen in die Bredouille. Das Aerospace Safety Advisory Panel der Weltraumbehörde erklärte, man brauche überzeugende Gründe, um Astronauten einem erhöhten Risiko auszusetzen. Die Sicherheitskommission war 1968 nach einem Brand von "Apollo 1" gebildet worden, bei dem drei Astronauten gestorben waren. Auch der Nasa-Raumfahrtchef Bill Gerstenmaier sprach von einem "erhöhten Risiko", sollte man auf einen unbemannten Testflug verzichten.

Jeder Raketenstart birgt generell große Risiken, das haben auch die vielen Unfälle bei Russen wie Amerikanern in den vergangenen Jahren gezeigt. Es ist daher eigentlich gängige Praxis, neue Systeme zunächst unbemannt zu testen. So ist auch die Nasa in der Vergangenheit vorgegangen. Einzige Ausnahme war der Jungfernflug eines Spaceshuttle im Jahr 1981. Damals waren zwei Astronauten mit der Raumfähre "Columbia" zu einem zweitägigen Flug gestartet.

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