| tl (CF)
Für Bluthochdruck-Patienten kann eine Melatoninbehandlung eine schonende Alternative zu Betarezeptorenblockern sein. Das körpereigene Hormon reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus des Körpers und kann nach Ansicht von Experten auch den Blutdruck senken.
Manche Blutdruckmedikamente, wie zum Beispiel Betarezeptorenblocker (kurz Betablocker), können den erholsamen Schlaf beeinträchtigen. Viele Patienten nehmen die Betablocker abends ein, damit das Medikament seine volle Wirkung über Nacht entfaltet. Dies erweist sich jedoch manchmal als kontraproduktiv. Betablocker wirken auf die Nervenbotenstoffe im Gehirn und beeinflussen daher die Ausschüttung bestimmter Hormone, die für den Schlaf-Wach-Rhythmus wichtig sind, berichtet die "Apotheken Umschau". Die Folge sind häufig Schlafstörungen. (Anti-Aging: Melatonin als Wunderwaffe?)
Melatonin, das in der Zirbeldrüse des menschlichen Gehirns produziert wird, spielt bei der Einspielung des körpereigenen Schlaf-Wach-Rhythmus eine wichtige Rolle. Erst seit Kurzem ist das Hormon auch für seine blutdruckregulierende Wirkung bekannt. Eine ausreichend starke Melatoninausschüttung ist eine wichtige Voraussetzung für die sanfte Absenkung des Blutdrucks über Nacht. „Melatonin eignet sich gut für Patienten, die vor allem nachts erhöhte Werte haben“, so Martin Middeke, Leiter des Hypertoniezentrums in München, in einem Bericht des "Focus". Hinzu kommt, dass das Melatonin auch beim Einschlafen hilft und damit dem Betablocker eine wichtige Funktion voraus hat. (Hoher Melatoninspiegel kann zu Depressionen führen)
Um die Gefahr von Bluthochdruck richtig einschätzen zu können, ist es ratsam, den eigenen Blutdruck über den Tag verteilt mehrmals zu messen. Der Blutdruck unterliegt Schwankungen, die einem bestimmten Tag-Nacht-Rhythmus folgen. Hier kann Melatonin unter Umständen regulierend wirken. Zu beachten ist jedoch unbedingt: Sprechen Sie als Bluthochdruck-Patient immer zuerst mit Ihrem Arzt, bevor Sie ein Medikament absetzen, dass Sie verschrieben bekommen haben. Nur Ihr Arzt kann einschätzen, ob sich die Melatoninbehandlung als sinnvolle Alternative anbietet. (Nebenwirkungen von Melatonin)
Quelle: tl (CF)