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Sultanat Oman: Die beste Alternative zu Ägypten

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Urlaub im Orient  

Geheimtipp: Die beste Alternative zu Ägypten

27.10.2016, 10:57 Uhr | Christian Haas, t-online.de, aja, srt

Sultanat Oman: Die beste Alternative zu Ägypten. Ein Strand bei Quriat läd zum Baden ein - auch das ist der Oman. (Quelle: SRT /Fabian v. Poser)

Ein Strand bei Quriat läd zum Baden ein - auch das ist der Oman. (Quelle: Fabian v. Poser/SRT )

Wer Sonne und Landschaft liebt, wird den Oman sicher lieben: Das Land am Arabischen Meer vereint Wüste und Badeparadies und ist noch ein echter Geheimtipp. Was das Land alles zu bieten hat, zeigen wir Ihnen auch in unserer Foto-Show.

Das friedlichste Land Arabiens

"Wir Omanis sind sehr friedlich, im Moment vermutlich sogar das friedlichste Land Arabiens. Und das sicherste!" Jahad unterstreicht seine Aussage mit einem Grinsen. Seine locker gewickelte Kufiya, eine Art Turban, die leicht angebrochene Brille und der Drei-Tage-Bart unterstreichen das Gesagte. Und die entspannte Grundstimmung, die der 30-jährige Guide während der gesamten Tour durch die Hauptstadt Muscat ausstrahlt. In perfektem Englisch fährt Jahad fort: "Wir bauen keine verchromten und verspiegelten Wolkenkratzer. Mit Doha, Abu Dhabi oder Dubai kann man den Oman nicht vergleichen - und das wollen wir auch gar nicht."

Vielversprechend für Orient-Fans

In der Tat. Während die Emirate jährlich Urlauber im zweistelligen Millionenbereich besuchen, gehört der benachbarte Oman aus touristischer Sicht noch zu den Underdogs. Was sich mit ziemlicher Sicherheit bald ändern wird. Besonders angesprochen dürfen sich dabei Reisende fühlen, die den Orient schätzen oder kennen lernen wollen, aber vor Ägypten und Tunesien momentan aus Sicherheitsaspekten zurückschrecken und vom Turbokapitalismus à la Doha und Dubai genervt oder gelangweilt sind.

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Fortschritt in vielen Gebieten

Man fühlt sich im Oman ohnehin mehr den jahrtausendealten Traditionen verpflichtet, was in den Souks, auf einem Kamelmarkt und in der "Großen Moschee" (auch wenn die erst 2001 eröffnet wurde) besonders deutlich wird. Angenehm: Ein Großteil des royalen Reichtums fließt in Projekte, die allen zugute kommen. Erziehung zum Beispiel. Oder Infrastruktur. Vor mehr als 40 Jahren noch war das Land abgeschottet und rückständig. "Damals gab es nur fünf Kilometer Asphaltstraße", sagt Jahad. Seit Sultan Qaboos 1970 seinen Vater absetzte, hat sich das verändert. Aber nicht auf einen Schlag, sondern kontinuierlich und so sanft, dass man die Veränderungen des Landes im Westen gar nicht so richtig mitbekommen hat. Mittlerweile existieren derart viele und gut ausgebaute Straßen, dass Offroad-Fans sich richtig informieren müssen, wo es überhaupt noch lange, staubige Pisten gibt.

Auch im Arabischen Frühling friedlich

Was sich in all den Jahrzehnten jedoch nicht verändert hat, ist die große Popularität des Sultans - einem von weltweit nur zwei Herrschern dieser Art. "Der Sultan ist wirklich sehr beliebt", sagt auch Sharon Beigel vom "Shangri-La's Barr Al Jissah Resort", einem vor fünf Jahren ebenso liebevoll wie spektakulär in eine geschwungene Gebirgsbucht integriertes Hoteldorf unweit von Muscat. Und in der Tat gab es gerade 2011, im Jahr des Arabischen Frühlings, überall Ausschreitungen teils sehr heftiger Art. In Oman jedoch so gut wie keine. Selbst der schwelende Konflikt rund um die Straße von Hornus, die Meerenge, an die neben dem Iran auch der Oman grenzt, sorgt nicht für spürbare Unruhe. Jahad erklärt das so: "Wir haben keine Angst. Wir sind mit allen befreundet. Mit den Iranern ebenso wie den Amerikanern." 

Oasen und Berge

Weitere Pluspunkte für Urlauber sind die zahlreichen kulturellen Kleinode, die sich überwiegend im Landesinneren befinden. Rund 500 Festungen erinnern an Omans bewegte Vergangenheit. Von einigen stehen nur noch die Ruinen, andere sind richtig gut erhalten. Sehr lohnenswert ist ein Trip nach Nizwa, dem Zentrum im Landesinneren. Über dem Grün der 60.000-Einwohner-Oase mit seiner reichen Geschichte erheben sich der mächtige Turm der befestigten Burg sowie die blau-golden leuchtende Kuppel der Moschee. Ein Aufstieg auf die Plattform lohnt sich allein wegen des Ausblicks auf die Stadt, die Oasen und Berge - eine Farborgie aus Blau-, Grün- und Ockertönen.

Auf dem Beduinen-Markt

Noch so ein prächtiges Erlebnis: Jeden Freitagvormittag kommen die Beduinen zum Markt am Südende des Souks. Dort lässt sich dann so gut wie alles erstehen. Touristen interessieren sich besonders für Rosenwasser, Silberschmuck, Decken und Krummdolche. Und Weihrauch, den traditionellen und überall präsenten Duft, der selbst in den berühmten Parfüms von "Amouage" Eingang findet.

Kombination aus Südeuropa und Grand Canyon

Von Nizwa ist es nicht weit ins überraschend vegetationsreiche Jebel Akhdar-Gebirge. Aber dennoch muss man sich auf eine ganz schöne Kurverei einstellen. Die knapp 40 Kilometer lange Route auf Omans grünen Berg ist zwar vorbildlich ausgebaut, aber auch unglaublich steil. In nicht einmal einer Stunde führt sie auf 2000 Meter hinauf, wo es aussieht wie eine Kombination aus Südeuropa und Grand Canyon: weiß gekalkte Häuser am Steilhang, wagemutig terrassierte Gärten und eine Hochebene, die abrupt vor einer tiefen Schlucht endet. Trittfestigkeit ist hier gefragt, etwa beim schönen Drei-Dörfer-Weg, der mitten durch die blühenden Garten-Terrassen führt.

Natürliche Wellness-Tempel

Grün wird es auch in den Wadis, den für Oman so typischen Flussbetten, die sich majestätisch durch das karge Gebirge fressen und so spektakuläre Schluchten bilden. Meistens sind sie komplett ausgetrocknet (was zum Offroadfahren einlädt), manchmal überlebt aber ein mehr oder weniger dünner Wasserlauf, der dann von Bäumen, Sträuchern und Blumen gesäumt wird. Wie im Wadi Bani Khalid, das zwischen Felsen und Palmen sogar metertiefe Pools aufweist. Abenteuerlich: Von überhängenden Felsen und dort befestigten Seilen können Wagemutige sich in die Fluten werfen. Wer ruhig stehen bleibt und den Kitzel aushält, der lässt sich von kleinen Fischen die Hornhaut von den Füßen knabbern. In dem glasklaren, türkisgrünen Wasser, das mit rund 26 Grad wärmer ist als jedes deutsche Freibad, halten es selbst weniger badefreudige Zeitgenossen lange aus.

Wasserpfeife in der Wüste rauchen

So schön Stadt, Gebirge und Wadis auch sein mögen: Ein Oman-Trip ohne Wüstenerlebnis ist nicht komplett. Und die ideale Wüste für Einsteiger ist die Wahiba-Sandwüste rund drei bis vier Autostunden südlich von Muscat - nicht annähernd so groß wie die Rub-al-Khali und daher schön überschaubar. Und dennoch lässt sich auf dem Gipfel der hohen Sanddünen kein Ende der Wüste erahnen. Zumindest wenn man die knapp 40 Kilometer Piste auf sich genommen hat, die, vorbei an Dromedaren und Beduinen, zum "1000 Nights Camp" führt. Dort tut sich dann plötzlich eine kleine Ansammlung von rund 40 Zelten auf, in denen die Gäste, im Übrigen viele mit Kindern, übernachten können. Und wer nebenan im nach allen Seiten offenen Restaurant bei einer Wasserpfeife auf Dutzenden bunter Kissen sitzt, der sieht und hört Beduinen, die auf der Oud, einer arabischen Laute, typische Weisen zum Besten geben. Schöner und entspannter kann Arabien eigentlich nicht sein.

Weitere Informationen:

  • Allgemeine Auskünfte: Sultanate of Oman, Ministry of Tourism, Karl-Marx-Allee 91a, 10243 Berlin, Tel. 030/42 08 80 12, info@omantourism.de, www.omantourism.de.
  • Anreise: Oman Air bietet die einzigen Nonstop-Flugverbindungen ab Deutschland zum Sultanat Oman. Ab Frankfurt fliegt die Airline sechs Mal pro Woche und ab München vier Mal pro Woche nach Muscat. Auskunft und Buchung unter www.omanair.com.

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