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Surfend über den Atlantik in 25 Tagen: Rekordversuch abgebrochen

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Mit dem Surfbrett über den Atlantik: Rekordversuch abgebrochen

19.03.2012, 18:19 Uhr | trax.de, sid

Surfend über den Atlantik in 25 Tagen: Rekordversuch abgebrochen. Mit dem Surfbrett über den Atlantik. (Quelle: dpa)

Rekordversuch im Extremtauchen: Der Wiener Herbert Nitsch bei seinem Tauchgang in 244 Meter Tiefe. (Quelle: dpa)

Sarah Hebert hat es leider nicht geschafft. Am 22. Februar 2012 war die 28-jährige Französin auf ihrem Surfbrett zu einem Weltrekordversuch gestartet: Von der senegalesischen Hauptstadt Dakar wollte sie als erste Frau auf ihrem Brett die 4000 Kilometer bis zur Karibikinsel Guadeloupe in 25 Tagen zurücklegen. 13 Tage später, am 06. März, sah sie sich gezwungen, die Atlantiküberquerung abzubrechen. Die viermalige Windsurf-Meisterin und Europameisterin, die seit sechs Jahren einen Herzschrittmacher trägt,  musste sich der rauen Natur geschlagen geben: Wind und Wellen zwangen ihren Körper nieder, die Ferndiagnose Anämie gab den Ausschlag zum Abbruch. Die ersten Etappen des Rekordversuchs von Sarah Hebert können Sie sich in unserer Foto-Show anschauen.

Rekordabbruch: Gesundheit geht vor

Die letzten Tage auf dem Meer waren hart für Sarah Hebert. Das Meer war unruhig, die Wogen schwollen Tag und Nacht zwischen drei und fünf Metern an; und das bei erstarktem Wind von durchschnittlich 25 Knoten pro Stunde. Schon einige Tage vor dem endgültigen Abbruch sendete ihr Körper Signale: Schwindel bis an den Rand der Bewusstlosigkeit, eine veränderte Wahrnehmung des Umfelds und ein schockähnlicher Zustand zwangen die Französin, eine Pause auf dem Begleitschiff einzulegen. Doch die Auszeit auf dem unruhigem Boot reichte nicht aus, um vollständig Kraft zu tanken.

"Das wird ewig in mir brennen"

Dann die Diagnose ihres Arztes via Satelliten-Telefon: Alle Symptome weisen auf eine Anämie hin. Ein Eisenmangel kann an Bord nicht ausgeglichen werden, dazu fehlen eine ausreichende Ernährung, Ruhe und Schlaf. Ohne das und medizinische Versorgung hätte Sarah Hebert auf dem Meer nicht genesen können und so hieß es: Die Gesundheit geht vor. Sie wird den Rest der Strecke auf dem Begleitboot zurücklegen und voraussichtlich am 11. März in St. Francois auf Guadeloupe ankommen. Die tapfere Surferin sagte zu ihrer Mission: „Ich bereue nichts. Alles, was ich vor der Reise auf dem Ozean und währenddessen erlebt habe, ist unglaublich. Manchmal muss man seine eigenen Grenzen einfach akzeptieren. Ich habe auf dem Ozean und dem offenen Meer viel über mich gelernt und die ganze Erfahrung wird mir bei Herausforderungen in der Zukunft helfen. Das wird ewig in mir brennen.“

Die Mission: 4000 Kilometer über den Atlantik surfen

Das Leben von Sarah Hebert bestand schon immer aus der Weite des Meeres, dem Wellenrauschen und ihrem gelben Surfbrett: Das braucht sie zum Überleben - genau wie ihren kleinen Helfer am Herzen. 22 Jahre alt war die blonde Französin, als die Ärzte sie mit der schockierenden Diagnose konfrontierten: ventrikuläre Tachykardie, ein Herzfehler! Sechs Jahre später startete sie den Versuch: 4000 Kilometer über den Atlantik von Dakar im Senegal bis zur Karibikinsel Guadaloupe. Bis zu acht Stunden surfte sie am Tag, um den Rekord aufzustellen, als erste Frau den Atlantik auf einem „handelsüblichen“ Surfbrett überquert zu haben. 1998 überwanden die ersten Windsurfer den Atlantik beim "Transatlantic Windsurf Race".

Immer dabei: Satellitentelefon und vier Ersatzbretter

Nachts erholte sich Hebert auf dem Beiboot von den Strapazen, ein Physiotherapeut knetete ihr den Muskelkater aus den Armen und Beinen. Mit an Bord waren auch ein Satellitentelefon, vier Ersatzbretter, ein Dutzend Segel und ein Alarm-System. Mit einem satellitengesteuerten System konnte die Crew genau ermitteln, wo Hebert am nächsten Morgen wieder ihr Segel in den Wind stellen sollte.

Das Leben der Surferin

Auf dem Meer ist die Französin groß geworden, zwölf Jahre bereiste Heberts Familie die Welt auf einem Segelboot. Der Atlantik ist ihr Zuhause. "Ich liebe den Ozean", sagt sie. Dreimal holte sie bis 2005 den nationalen Meistertitel im Windsurfen, sie näherte sich dem Zenit ihrer Karriere. Doch dann nahm ihr eine Routineuntersuchung plötzlich jeglichen Wind aus dem Segel. Der Arzt stellte fest, dass ihr Herz beim Training bis zu 300-mal in der Minute schlug - es bestand die Gefahr eines Herzinfarktes. Seit dem 1. März 2006 reguliert nun ein winziger Herzschrittmacher Heberts Herz, indem er kleine elektrische Impulse aussendet. Zwei Monate nach dem Eingriff stand die Französin schon wieder auf dem Surfbrett und gewann im selben Jahr die Europameisterschaft, es folgten weitere herausragende Leistungen wie WM-Silber 2007. Und auch wenn Sarah Hebert den Rekord, als erste Frau den Atlantik auf einem „handelsüblichen“ Surfbrett zu überqueren, nicht geschafft hat: Sie hat gezeigt, dass man seinen Träumen folgen sollte, um unbezahlbare Erfahrungen zu machen.

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