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Angeln am Mittelmeer - Tipps zu Angelmethoden

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Angeln am Mittelmeer - nicht nur zum Baden gut

06.07.2012, 18:50 Uhr | Kurt de Swaaf, trax.de

Angeln am Mittelmeer - Tipps zu Angelmethoden. Ein kleiner Glatthai, gefangen auf Mallorca. (Quelle: Kurt de Swaaf)

Ein kleiner Glatthai, gefangen auf Mallorca. (Quelle: Kurt de Swaaf)

Das Mittelmeer ist nicht nur zum Baden gut: Wer seinen Urlaub in mediterranen Gefilden verbringt, sollte auf keinen Fall seine Angelausrüstung vergessen. Auch an den Küsten Spaniens, Frankreichs, Italiens, Kroatiens oder der Mittelmeerinseln wie Mallorca lassen sich prächtige Meeresfische aus dem Wasser ziehen - alles eine Frage der richtigen Angeltechnik. Wir stellen das Angelrevier Mittelmeer vor und geben Tipps, mit welchen Methoden der Fang gelingt. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Angeln am Mittelmeer. Wenn Sie unsere Leser an Ihren schönsten Fängen teilhaben lassen wollen, können Sie Bilder hier hochladen.

Anglerglück an der Küste Mallorcas

Nacht: Sanfte Wellen plätschern gegen die Felsen, der Mond steht als schmale Sichel über dem Horizont. Am wolkenlosen Firmament unzählige Sterne. Es ist warm. Kaum ein Hauch von Wind, dafür ab und zu das Summen einer Stechmücke. Der salzige Duft des Meeres mischt sich mit dem Aroma von Pinien und trockener Erde. Die Angeln liegen aus, endlich mal nichts zu tun.

Plötzlich durchbricht ein hektisches Klingeln die Ruhe. Eines der an den Rutenspitzen befestigten Glöckchen schlägt Alarm. Biss! Der Anhieb sitzt, am anderen Ende der Schnur zappelt es. Kurz darauf erscheint im Lichtkegel der Stirnlampe ein silbrig glänzender Fischleib an der Wasseroberfläche. Eine Geißbrasse, knapp ein Pfund schwer. Nicht schlecht.

Ort des Geschehens ist nicht etwa ein berühmter Angel-Hotspot am Atlantik, sondern die felsige Nordwestküste Mallorcas. Mediterrane Gefilde also. Viele Petrijünger mögen deshalb beim Lesen dieser Zeilen skeptisch dreinblicken. Angeln am Mittelmeer? Hat man schon mal versucht, bringt nichts. Eine Handvoll bunter, aber kleiner Schuppenträger vielleicht, aber das war's dann meist auch schon. Seitdem lassen Sie Ihre Angelausrüstung bei Urlaubsreisen an Europas beliebteste Ferienküsten zuhause.

Alles ein Frage der Angeltechnik

Wirklich berechtigt ist diese Resignation allerdings nicht. Sicher, das Mittelmeer mag in weiten Teilen stark überfischt und/oder noch immer verschmutzt sein, doch mit nicht allzu viel Mühe kann man als Angler sogar in der Nähe von populären Badeorten interessante Fänge machen. Es kommt auf die Stelle und die Technik an. Und auf den Zeitpunkt.

Foto-Serie mit 6 Bildern

Das Material kann im Allgemeinen leichter gewählt werden als es am Atlantik oder an der Nordsee erforderlich ist. In mediterranen Gewässern gibt es meist keine starken Strömungen und auch kaum Gezeiten. Kräftige Brandungsruten und 100-200 Gramm schwere Bleigewichte sind somit nur selten vonnöten. Stattdessen haben sich für das Grundangeln Karpfen- und Feederruten bestens bewährt. Einfache Laufblei-Bodenmontagen mit 30- bis 70 Gramm Gewicht reichen normalerweise völlig aus. Um weit auswerfen zu können, empfiehlt sich die Verwendung von dünnen, geflochtenen Hauptschnüren. Stärke: 0,10- bis 0,15 Millimeter.

Haken und Köder

Besondere Bedeutung kommt der Wahl des Hakens zu. Nicht zu klein! Kurzstielige Haken der Größe 2 sind optimal geeignet. Der Vorteil ist, dass man mit ihnen und einem entsprechend bemessenen Köder quasi selektiv fischen kann. Das im Mittelmeer so häufige "Kleinzeug" bekommt solch voluminöse Happen einfach nicht runtergeschluckt. Ein erheblicher Vorteil, auch für den Fischnachwuchs, der dadurch geschont wird. Die Vorfachschnur dagegen sollte möglichst fein gewählt sein, um die oft scheuen mediterranen Meeresbewohner nicht abzuschrecken. Tagsüber 0,20-0,22 Millimeter starkes Monofil, im Dunklen kann man auf 0,30 Millimeter erhöhen.

Spanische, italienische und südfranzösische Angelläden haben oft eine verwirrende Vielfalt an Spezial-Meeresködern im Angebot. Allerlei seltsame Würmer, teuer, schwierig am Haken zu befestigen, und eigentlich überflüssig. Kalmare vom Fischmarkt oder aus der Tiefkühltruhe sind eine hervorragende Alternative. Einfach einen fingerlangen Streifen herausschneiden und aufspießen, vielleicht noch garniert mit einem Tentakel. Wer auf echtes Großwild wie Wolfsbarsche aus ist, nimmt gleich einen ganzen Kopf. Das zähe Tintenfischfleisch übersteht die schwungvollsten Weitwürfe und schmeckt zahlreichen Fischarten. Natürlich knabbern auch Mini-Meerbrassen und dergleichen gerne daran herum – bis ein größerer Artgenosse auftaucht und den Brocken für sich reklamiert. Und dann sind Sie am Zug.

Ort und Zeitpunkt

Hafenmolen erfreuen sich als Angelplätze immer großer Beliebtheit, auch an mediterranen Küsten. Sie sind leicht zugänglich und führen in tiefere Gewässerbereiche. Oft gibt es aber auch viel bessere Möglichkeiten. Von niedrigen Klippen lässt sich prima fischen, vor allem dann, wenn unter Wasser große Sandflächen vorhanden sind, auf denen der Köder angeboten werden kann. Über zerklüfteten Felsböden ist dafür der Einsatz von einfachen Gleitposen-Montagen unumgänglich, sonst bleibt man ständig hängen und verliert sein Material. Ähnlich wie an heimischen Binnenseen lassen sich südländische Meeresbewohner übrigens auch gut mit Lockfutter animieren. Im örtlichen Fachhandel gibt es dazu eigene Spezialmischungen.

Einer der wichtigsten Erfolgstipps für das Mittelmeer lautet: Angeln Sie nachts. Es ist immer wieder erstaunlich, dass nach Einbruch der Dunkelheit plötzlich sogar Fisch gefangen werden kann an Stellen, wo tagsüber beim Schnorcheln nichts zu sehen ist. Wissenschaftlich betrachtet gibt es für dieses Phänomen noch keine eindeutige Erklärung. Gewiss, manche Fischspezies wie Muränen und Seezungen sind überwiegend nachtaktiv, doch das gilt bei weitem nicht für alle. Möglicherweise bringt die intensive Speerfischerei vielerorts die Schuppenträger dazu, sich bei Tag in Felsspalten zu verstecken, oder größere Tiefen aufzusuchen.

Diese Theorie kann allerdings nur eine Teilerklärung sein. Rund um Pula auf der Halbinsel Istrien zum Beispiel fahren kroatische Bootsangler praktisch nur bei Sonnenuntergang hinaus. Ihre Ziele sind Fischgründe in ein, zwei Seemeilen Entfernung zur Küste. Dort, über meist sandigem Grund, ist das Wasser etwa 20 Meter tief – keinesfalls ein Revier für Harpuniere. Die Fische, vor allem so genannte Pandoras und andere Meerbrassen-Arten werden trotzdem erst in der Dämmerung aktiv. Die lokalen Angler fangen sie an guten Abenden sogar eimerweise, während bei Tageslicht fast gar nichts los ist.

Angelerlaubnis und Naturschutz

Zum Schluss noch ein juristischer Hinweis und einer in Sachen Artenschutz: Während unter anderem in Frankreich und Italien für das Mittelmeer-Angeln kein Schein gebraucht wird, ist ein solcher in Kroatien und auch auf Mallorca Vorschrift. Die kroatischen Lizenzen sind in Hafenbüros und Touristik-Infos zu kaufen oder im Internet zu bestellen. Eine Liste von Ausgabestellen auf Mallorca finden Sie ebenfalls im Internet. Es gibt Mindestmaße, auch wenn diese häufig viel zu niedrig angesetzt sind. Alles unter 23 Zentimeter sollte man deshalb tunlichst wieder schwimmen lassen. Die langsam heranwachsenden Wolfsbarsche gehören erst ab einer Länge von 37 Zentimetern in die Küche, und die jungen Rochen oder kleine Bodenhaie, die man gelegentlich fängt, gar nicht.

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