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Angeln in Lappland

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Im wilden Norden: Angeln in Lappland

26.06.2013, 18:16 Uhr | Kurt de Swaaf

Angeln in Lappland. Fliegenfischen in Lappland. (Quelle: Kurt de Swaaf)

Lappland bietet vielfältige Möglichkeiten zum Angeln - Fliegenfischen ist eine davon. (Quelle: Kurt de Swaaf)

Die Region Lappland in Nordskandinavien ist Europas letzte große Wildnis – und ein Paradies für den Angelurlaub. Neben Äschen, Forellen und Renken tummeln sich in den fischreichen Seen und Flüssen Hechte, Barsche, Seeforellen, Saiblinge und - natürlich - Lachse. Unser Autor Kurt de Swaaf hat sich für trax.de in Finnland umgesehen und die Angelmöglichkeiten unter die Lupe genommen. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Angeln in Lappland.

Foto-Serie mit 12 Bildern

Angeln am Inarijärvi, Finnlands drittgrößtem See

Das Wasser hat die Farbe von dünnem Tee. Äußerst klar ist es dennoch, in der Tiefe erkennt man die Konturen von Steinblöcken und Felskanten. Der Bootsführer hat den Motor abgeschaltet, Ruhe breitet sich aus. Eine leichte Brise streift durch die Pinien. Die Insel ist normalerweise unbewohnt, versteckt im Wald liegt lediglich eine hübsche Jagdhütte. Die Besitzer kommen vor allem übers Wochenende zum Fischen hierher. Kein Wunder. Vom äußeren Nordwestufer aus wandert der Blick über die weite Fläche des Inarijärvi, Finnlands drittgrößtem See, ein über hundert Kilometer langes Gewässer mit mehr als 3000 größeren und kleineren Eilanden. Noch vor ein paar Wochen war die Seeoberfläche mit Eis bedeckt wie Tapani Lappalainen, Eigentümer des Feriendomizils, berichtet. Doch jetzt, Mitte Juni, sind endlich auch die letzten Spuren des Winters verschwunden.

Mit Kunstködern auf Raubfischfang

Der Inarijärvi gilt als überaus fischreich. Sein Wasser hat Trinkwasserqualität, die bräunliche Färbung rührt von Huminstoffen her, die aus den moorigen Waldböden des Umlands eingeschwemmt werden. Für die einheimischen Samen hat der See große Bedeutung. Sie betreiben hier seit eh und je Fischfang, jahrhundertelang war er eine der wichtigsten Grundlagen ihrer Ernährung. An diesem Tag ist von dem Reichtum allerdings zunächst nichts zu sehen. Keine Kleinfische am Ufer, keine verräterischen Ringe auf der Wasseroberfläche. Wo stecken die bloß alle? Tapani Lappalainen hat empfohlen, es mit silbernen Kunstködern zu probieren. Eilig wird ein nur fünf Zentimeter langer, sinkender Rapala-Wobbler an die Spinnrute montiert und ausgeworfen. Dank der dünnen geflochtenen Schnur fliegt das Fischimitat gut dreißig Meter weit. Ein paar Sekunden absinken lassen und zupfend einholen. Die Spannung steigt.

Rund eine Viertelstunde lang passiert nichts. Eine strahlend weiße Seeschwalbe fliegt vorbei, kleine Wellen plätschern gegen die Felsen. Dann fährt plötzlich ein kräftiger Ruck durch die Rute. Irgendetwas hat sich den Köder geschnappt und zerrt nun hektisch am anderen Ende der Schnur. Einige Minuten später erscheint eine prächtige Äsche an der Wasseroberfläche. Der Fisch misst genau 40 Zentimeter. Wahrlich ein guter Fang, und es werden noch weitere folgen. Das Abendessen ist gesichert.

Äschen gibt es praktisch überall im Inarijärvi, vor allem da, wo das Ufer relativ steil abfällt, erklärt Tapani Lappalainen. Forellen treiben sich ebenfalls dort herum, und manchmal beißen an solchen Stellen sogar bullige Renken auf kleine Wobbler. Hechte und Barsche findet man dagegen hauptsächlich im Flachen. "Im Juni tummeln sich die Hechte bevorzugt in seichten, geschützten Buchten", sagt Lappalainen. Vielleicht, weil sich dort das Wasser am schnellsten erwärmt. Hungrig sind die Raubfische auf jeden Fall. Später am Nachmittag können die Besucher auf der Ostseite der Insel drei schöne Hechte mit Kunstködern überlisten. Der kleinste davon ist 74 Zentimeter lang.

Juutuanjoki: Angeln am Fluss

Das Dorf Inari am südwestlichen Zipfel des Sees ist ein guter Ausgangspunkt für Angeltouren in der Umgebung. Hier mündet der Fluss Juutuanjoki in den Inarijärvi, und auch er verfügt über einen ausgezeichneten Fischbestand. Ab Juli wandern prächtige Seeforellen den Juutuanjoki hoch, um dort zu laichen. Die Einheimischen nennen sie "Taimen" (nicht zu verwechseln mit dem sibirischen Taimen, der nah mit dem Huchen verwandt ist), die Fische werden praktisch so groß wie Lachse.

Große Teile des Flusses sind jedoch nur für Fliegenfischer reserviert, andere Abschnitte sogar komplett gesperrt. Zum Schutz der Laichgründe. Angeltouristen müssen sich vor Ort genau informieren. Selbstverständlich gibt es im Juutuanjoki auch reichlich Äschen. Ruhige, strömungsarme Bereiche sind zudem das Revier von Hechten und Barschen. In den Wäldern rund um Inari finden abenteuerlustige Petrijünger in Wanderdistanz einige schöne kleinere Seen mit Forellen und Äschen. Man sollte sich vor Aufbruch allerdings gut mit Anti-Mückenmittel einreiben. Das Milliardenheer der Moskitos, manchmal scherzhaft auch "finnische Luftwaffe" genannt, wartet bereits.

Tenojoki: eines der besten Lachsgewässer Skandinaviens

Zirka anderthalb Autostunden nördlich von Inari liegt Utsjoki, eine verträumte Siedlung an den Ufern des Tenojoki. Der meist gemächlich strömende Fluss gilt als eines der besten Lachsgewässer Skandinaviens und bildet gleichzeitig die Grenze zwischen Finnland und Norwegen. Über zehn Kilo schwere Lachse sind hier keine Seltenheit. Den majestätischen Wanderfischen wird vor allem von Kähnen aus nachgestellt. Als Köder dienen bunte Wobbler und Lachsfliegen, die man in der Strömung spielen lässt, während das Boot langsam quer über den Fluss gerudert wird. Fachleute bezeichnen diese Technik als "Harling". Vom Ufer aus ist nur das Fliegenfischen erlaubt, und wer ohne einheimischen Begleiter mit dem Boot unterwegs sein möchte, darf dies nur von neun Uhr morgens bis zwei Uhr nachmittags.

Angeln mit Spinner in den Fjäll-Seen

Das Gebiet um Utsjoki bietet Anglern noch einige andere interessante Möglichkeiten. Oberhalb des Teno-Tals erhebt sich das Fjäll, eine abgeflachte, baumlose Hügellandschaft von urtümlicher Schönheit. Allein schon der Ausblick über die kargen Weiten ist einen Ausflug wert. Das Fjäll beherbergt aber auch mehrere kleine Seen mit einem guten Fischbestand aus Arktischen Saiblingen und Forellen. Letztere können mehr als zweieinhalb Kilo schwer werden. Die Fjäll-Seen verfügen über ein erstaunlich gutes Nahrungsangebot. Örtliche Experten berichten, dass es am Boden reichlich Flohkrebse gibt. Die Fische sind deshalb manchmal ziemlich satt und schnappen kaum noch nach einem Köder. An solchen Tagen lohnt sich der Einsatz winziger Spinner, ein kupferfarbener Mepps Aglia der Größe 00 zum Beispiel. Damit lässt sich dann doch noch mancher Schuppenträger zum Anbiss verleiten.

Utsjoki: Angeln ohne Limit

Wer auf Lachs aus ist und sich ungern den komplizierten Bestimmungen für den Tenojoki unterziehen mag, sollte sein Glück am Nebenfluss Utsjoki, der bei der gleichnamigen Siedlung in den Hauptstrom mündet, versuchen. Die Fische werden hier zwar nicht so groß wie im Tenojoki, doch dafür darf man uneingeschränkt mit Kunstködern oder der Fliegenrute angeln. Eine Tageslizenz kostet 20 Euro. Die beste Angelzeit am Utsjoki ist im Sommer spätabends. Der Fluss rauscht über vollkommen naturbelassene Kiesbänke, am Ufer blühen gelb die Sumpfdotterblumen. Kein Zeitdruck, kein Verkehrslärm. Auf dem Wasser schwimmen zwei exotisch gefärbte Enten stromabwärts, Äschen picken Insekten von der Oberfläche, und über den Hügelkuppen leuchtet die Mitternachtssonne. Was für ein Land!

Weitere Informationen:

Übernachtungsmöglichkeit in Inari: Kultahovi Hotel, Saarikoskentie 2, 99870 Inari, Finnland, Tel.: +358-16-511 7100, www.hotelkultahovi.fi
Bootsverleih und Übernachtungsmöglichkeit in Utsjoki: Feriendorf Poronpurijat, Ellintie 25, 99980 Utsjoki, Finnland, Tel.: +358-400-948 210, www.poronpurijat.fi
Zahlreiche Reiseangebote finden Sie unter: www.fintouring.de

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