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Pilgerweg St. Olavsleden: Wandern auf jahrtausendaltem Wanderweg

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St. Olavsleden: Neuer Atem für 1000 Jahre alten Wanderweg

04.09.2013, 16:35 Uhr | Hanna Engler, trax.de

Pilgerweg St. Olavsleden: Wandern auf jahrtausendaltem Wanderweg. Wandern auf dem Pilgerweg St. Olavsleden. (Quelle: Håkan Wike)

Die flache Landschaft der skandinavischen Länder wird Pilger und Wanderer gleichermaßen begeistern. (Quelle: Håkan Wike)

Auch in anderen Ländern Europas gibt es Pilgerwege, die zum Wandern einladen und nur halb so überlaufen sind wie der berühmteste Pilgerweg in das spanische Santiago de Compostela, der Jakobsweg. Ein bald 1000 Jahre alter Wanderweg war über Jahrhunderte eine der beliebtesten europäischen Wallfahrtsrouten für Pilger aus der ganzen Welt. Doch dann geriet er in Vergessenheit. Anfang September 2013 ist er nun endlich wiederbelebt worden, der St. Olavsleden, gewidmet dem Heiligen Olav, der von Schweden nach Norwegen wanderte. Sehen Sie den Pilgerweg St. Olavsleden in unserer Foto-Show.

St. Olavsleden: 1000 Jahre alter Wanderweg

Fast 1000 Jahre ist er alt, der Wanderweg. Im Juli 1030 war es, als Olav Haraldsson nach Jahren im Exil mit seinem Heer im schwedischen Selånger an Land ging, um in Norwegen seinen Königsthron zurückzuerlangen und das Land zum Christentum zu bekehren. Zwar fiel "der Dicke" (so wurde er zu Lebzeiten genannt: Olav Digre), doch wurde er nach seinem Tod auf dem Schlachtfeld (am 29. Juli 1030) heilig gesprochen und ist bist heute als Olav der Heilige bekannt. An dem Ort seines Todes, in Stiklestad, sollen Wunder geschehen, und an dem Platz seines ewigen Grabes - dem heutigen Trondheim - erbaute man den stattlichen Nidaros-Turm. Die beiden heiligen Stätten zogen fortan Pilger aus ganz Europa an. So begann die Geschichte des St. Olavsleden, einem über 500 Kilometer langen Wanderweg von Schweden nach Norwegen.

In den letzten Jahren verlor der Pilgerweg zwischen Trondheim und Selånger jedoch immer mehr an Bedeutung; der Wanderweg, der teilweise auf der Europastraße 14 (E14) verläuft, wurde vernachlässigt. Jetzt beleben Norwegen und Schweden den St. Olavsleden wieder und feierten in der ersten Septemberwoche die Wiederaufnahme der jahrtausendalten Wandertour. Dazu wurden auf beiden Seiten Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt: deutliche Wegmarkierungen, neu belebte Übernachtungsmöglichkeiten sowie Führungen und Kulturveranstaltungen am Wegesrand.

Wandern von Schweden bis Norwegen

Die Initiatoren der schwedisch-norwegischen Zusammenarbeit bezeichnen den St. Olavsleden als das "friedvolle Gegenstück zum spanischen Jakobsweg Santiago de Compostela", da der Wanderweg lange nicht so überlaufen ist. Und es müssen ja nicht gleich die ganzen 564 Kilometer vom Bottnischen Meerbusen in Schweden bis zum Europäischen Nordmeer in Norwegen sein. Auch kleine Strecken auf der Wanderroute, die durch tiefe Wälder und Flusstäler bis an den blaugrünen Fjord in Trondheim führt, sind wunderbar geeignet für eine Wanderung durch die skandinavischen Landschaften. Wenn Sie eine der fünf 100 Kilometer-Strecken zwischen Selånger, Borgsjö, Östersund, Åre, Stiklestad und dem Ziel in Trondheim erwandern, erhalten Sie dafür sogar ein Pilgerdiplom. Natürlich lassen sich diese Etappen noch einmal in kleinere Abschnitte mit zehn bis 29 Kilometern unterteilen.

Erste Wanderweg-Etappe startet in Selånger

Gestartet wird, wo der Heilige Olav seine Reise nach Norwegen begann und traditionsgemäß ein mit Kupfer verkleidetes Kreuz aufstellte: an der Kirchenruine in Selånger (in etwa "ruhige Bucht"). Entlang von Äckern und Getreidefeldern wandern Pilger durch das Selånger-Tal, dessen Dörfer geprägt vom Mittelalter sind und das sich am See Stödesjön öffnet. An der Südseite führt der St. Olavsleden vorbei, wer will, kann am See einen Badestopp machen. Über den Bergrücken Ljunganâsen und den Fluss Gimån geht es bis nach Fränsta zur sehenswerten Holzbrücke Vikbron von 1888, die mit 133 Metern die längste ihrer Art ist. Ab hier wandert man auf dem Liebespfad. Auch an den berühmten Bergâsen kommt man vorbei, die St. Olav-Quelle am Fuße lädt zum Verweilen ein, bevor es bis zum Etappenziel Borgsjö mit einer der schönsten Rokokokirchen des Landes weitergeht. Die Etappe ist 86 Kilometer lang mit vier Abschnitten zwischen 14 und 29 Kilometern.

Knotenpunkt auf dem Pilgerweg

Von Borgsjö geht es auf 114 Kilometern durch tiefe Wälder in Jämtland, in der Pilger früher Angst vor Räubern haben mussten, und durch offene Seenlandschaften bis nach Östersund. Prächtige Holzhäuser und fischreiche Gewässer prägen diesen Abschnitt: Gleich zu Beginn kommen Wanderer durch Lomböcken mit den traditionellen Bauten, es folgen das Dorf Bräcke (Gasthöfe um das Jahr 1900 errichtet) und mit kunstvolle Schnitzereien versehene Gebäude am Ufer des Sees Revsundsjön. Weiter geht es nach Revsund, wo sich die wandernden Pilger trafen, um in der Kirche ein Gemälde vom Heiligen Olav aus dem 13. Jahrhundert zu sehen. Richtung Norden geht es auf dem St. Olavsleden über Anviken nach Pilgrimstad, wo neben der St. Olav-Quelle die vor zehn Jahren eingeweihte Kapelle "Haus der Pilger" steht. Auf dem weiteren Wanderweg bis Östersund kommt man nicht nur an schönen Ausblicken auf das Fjäll vorbei, sondern auch am orchideenreichen Odensala-Moor. Die sechs Etappen sind 15 bis 23 Kilometer lang.

Wandern im Land der Rentiere

Raus aus Östersund geht es über eine Brücke auf die grüne Insel Frösön und wandernd Richtung Berge - es eröffnet sich ein umwerfender Blick auf das Gebirge Oviksfjällen. Ein zweites Eiland folgt, die Insel Rödön mit dem Burghügel Tibrandsholm, über die man gemütlich auf schönen Waldwegen dahin schlendern kann. Nach der seichten Furt über den Faxån, flussaufwärts von Vaplan gelegen, wandern Pilger auf alten Dorfstraßen bis Valne und durch leicht hügeliges Gelände weiter nach Glösa, wo 5000 Jahre alte Felszeichnungen von Elchen zu sehen sind. Berge und Gewässer bestimmen auch weiter den Wanderweg: Besonders schön sind der See Liten mit seinen Badeplätzen in Stålsviken und Havsdoan, und der Fluss Indalsälven, dessen rauschenden Stromschnellen man bis zum 14 Meter hohen Wasserfall Ristafallet folgt - ein atemberaubender Blick! Über Bergkämme mit traumhaften Aussichten auf Renfjället und Åreskutan geht es ins Tal von Åre, dort, wo seit Menschengedenken Rentiere gehalten werden. Heute sind es allerdings nur noch vier Samendörfer, die Rentiere züchten. Wer hier angelangt ist, hat 120 Kilometer in sechs Tagesetappen zwischen 16 und 26 Kilometern geschafft.

Über die Grenze von Schweden nach Norwegen wandern

Und 112 Kilometer liegen noch vor einem: Vom schwedischen Åre geht es in sechs weiteren Etappen (zwischen 12 und 23 Kilometern) über die Grenze in das norwegische Stiklestad. Fruchtbares Land erwartet Wanderer hier im Tal des Indalsälven, schön zu sehen am Ufer des Tegeforsen, dem der St. Olavsleden zu Beginn folgt. Über viele Steinbogenbrücken geht es auf dem Skalstugeweg weiter - verpassen Sie nicht den Tännforsen, an dem das Wasser 38 Meter in die Tiefe stürzt. Von Skalstugan geht es durch malerisches Bergland Richtung Norwegen. Im Rentierland erheben sich am Wegesrand hohe Gipfel, doch sobald man den E14 hinter sich gelassen hat, führt ein alter Pfad durch lichten Bergbirkenwald über die Grenze.

Norwegens Landschaft begeistert mit Felsgebilden, die dem Wanderer in Erinnerung bleiben, und Aussichten, die zum Träumen einladen. Nach Sul muss sich der Pilger für eine der zwei alternativen Routen auf dem St. Olavsleden entscheiden: eine führt über das Fjäll, die andere folgt dem Skalstugeweg weiter (auch Karl Johans-Weg) - der Bergweg führt mit 550 Höhenmetern bis zum Fjäll Brekka, wo die Aussicht ins Tal lockt. Auf dem St. Olavsleden kommt man über Vuku bis nach Stiklestad: Hier ist eine Steinkirche an der Stelle errichtet worden, an der der Heilige Olav einst in der Schlacht gegen das Bauernheer gefallen war. Hier sollen früher Wunder geschehen sein, und so zog der Platz die ersten Pilger an.

Auf der letzten Etappe nochmal viele Kilometer

Nach dem heiligen Ort müssen Wallfahrer noch 135 Kilometer in sieben Etappen zwischen zehn und 24 Kilometern bis nach Trondheim erwandern. Sie führen durch grüne Bauernlandschaften, Wälder und über Aussichtsberge. Der erste erwartet einen nach dem See Tomtvatnet - es geht steil bergauf zum Aussichtsplatz Tomtvasslia, und wieder hinab nach Markabygda. Es folgt eine Landschaft voller Seen und Flüsse: Je nach Routenwahl kommen Wanderer am See Tyldvatnet oder den Seen Bulandsvatnet und Ausevatn vorbei. Zudem gibt es nach dem tiefen Hållå-Tal Angelmöglichkeiten am Fluss Stjørdal und einen schönen Badeplatz an der Stelle, wo der Stjørdalsälven in den Fjord mündet (kurz nach der Kirche von Lånke). Der folgende Abschnitt über den Bergrücken Gjevingåsen war früher gefürchtet; Räuber und wilde Tiere machten den Pilgern zu schaffen.

Nun ist es nicht mehr weit zum Ziel des Pilgerwegs. Wanderer folgen dem Fluss Nidälven, bis er im heutigen Trondheim (früher Nidaros) in den Fjord mündet. Mitten in der tausend Jahre alten Stadt, die bis 1217 die Hauptstadt Norwegens war, liegt der mächtige Nidarosdom. 1070 wurde er über dem Grab des Heiligen Olav gebaut - ein Wallfahrtsort für Pilger aus aller Welt. Auf dem Turm des Doms hat man eine grandiose Aussicht über Trondheim und den Fjord, und in der Nähe der Heiligenstätte liegt ein Pilgertreffpunkt: In Pilegrimsgården können Wanderer, die mehr als 100 Kilometer auf dem Pilgerweg zurückgelegt haben, den Olavsbrief vom Pilgerpfarrer unterzeichnet bekommen.

Weitere Informationen:

Internet: www.stolavsleden.com/de

Olavs-Festtage: Als eines der größten Kulturfestivals Norwegens finden jeweils Ende Juli die Olavsfestdagene statt. Schauspiele, Gottesdienste, Opern, Rock-, Pop- und Volksmusikkonzerte gehören ebenso zum Programm wie der historische Markt mit Gauklern und Kunstgewerbe.

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