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4000er der Alpen: von leicht bis klassisch - Touren für jeden

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4000er der Alpen: Wächter aus Fels und Eis

20.01.2014, 14:19 Uhr | Sebastian Benedikt, KGK

4000er der Alpen: von leicht bis klassisch - Touren für jeden. Mont Blanc und seine Trabanten. (Quelle: Ralf Gantzhorn)

Faszinierende 4000er, hier der Mont Blanc und seine Trabanten von Osten, vom Rochefortgrat. (Quelle: Ralf Gantzhorn)

Alpenweit reihen sich etliche lohnende Zwei- und Dreitausender aneinander, aber eine ganz besondere Anziehungskraft üben die höchsten Gipfel aus. Die 4000er sind die Könige der Alpen und wohl jeder Bergsteiger träumt davon, einmal ganz oben zu stehen. Ganze 82 gibt es zwischen Grenoble und dem Engadin - fast alle in den Westalpen, der Großteil in den Walliser Alpen und den umliegenden Massiven. Zeit für einen Überblick und ein Gespräch mit dem Viertausender-Experten und Autor Wolfgang Pusch. Unsere Foto-Show zeigt atemberaubend schöne Bilder einiger 4000er in den Alpen.

4000er damals und heute

Hohe Berge ziehen an - und das nicht erst seit gestern. Schon im 18. Jahrhundert wurden die ersten Viertausender erkundet und bestiegen. Mit der Erstbesteigung des Mont Blanc 1786 durch den Jäger Jacques Balmat und den Arzt Michel Gabriel Paccard war der Bann gebrochen. Die Legenden von unbegehbaren Graten, von Drachen und Geistern waren wie weggefegt. Die Jahre zwischen 1810 und 1865 gingen als "Golden Age" in die Alpingeschichte ein, denn in dieser Zeit wurden 42 Berge über 4000 Meter erstiegen. Und bis ins Jahr 1882 wurden sie fast alle bezwungen. Nur wenige Gipfel "wehrten" sich bis ins 20. Jahrhundert hinein. Heute stand natürlich schon auf jedem 4000er ein Alpinist, und sie sind in vielen Führern detailliert beschrieben. Was aber nicht heißt, dass es in den Alpen kein Neuland mehr gibt. Immer wieder finden Kletterer neue Wege und Routen durch einsame Wände.

Die Klassiker - von Matterhorn bis Eiger

Es ist eines der Postkartenmotive schlechthin: das Dreigestirn Eiger (übrigens "nur" 3970 Meter), Mönch und Jungfrau. Diese drei ziehen Bergsteiger aus aller Welt an. Gerade die Jungfrau steht mit ihren stolzen 4158 Metern keinesfalls im Schatten des Eiger, weiß Wolfgang Pusch. Er ist ein leidenschaftlicher Bergspezialist - in der Praxis wie in der Theorie. Der 4000er-Experte und Buch-Autor hat Geodäsie studiert, das heißt er beschäftigt sich als Wissenschaftler mit der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche.

Das Matterhorn gilt als einer der formschönsten Berge überhaupt und ziert nicht nur viele Schweizer Souvenirs, sondern auch eine bekannte Schokolade. Obwohl kein leichter Anstieg auf das Wahrzeichen Zermatts führt, tummeln sich bei gutem Wetter Scharen von Bergsteigern auf den ausgesetzten Graten - vielen Bergführern sei Dank. Die Nordwand zählt zu den schwierigsten Wänden der Alpen. Sie wird oft in einem Atemzug mit Eigerwand und der Nordwand der Grandes Jorasses (4208 Meter) genannt, gehören diese Wände doch zu den größten und herausforderungsreichsten der Alpen, die sich lange jedem Besteigungsversuch widersetzten.

Der Mont Blanc ist eines der beliebtesten Ziele. Viele verschiedene Routen führen auf den höchsten Alpengipfel (4810 Meter). Versierte Bergsteiger schätzen außerdem die Fülle an anspruchsvollen Zielen in der Region um Chamonix, der Stadt am Fuße des höchsten Berges Europas.

Ähnlich beliebt ist das Monte Rosa Massiv, das größte der Schweiz. Die Dufourspitze ist mit 4634 Metern der zweithöchste Punkt der Alpen und eine der zehn Viertausenderspitzen des mächtigen Gebirgsstocks. Passen Verhältnisse und persönliches Können, dauert die Überschreitung der zehn Gipfel circa zwei Tage. Eine der ganz großen Unternehmungen in den Alpen. 

Die "Unschwierigen" - machbare 4000er

Mit Sicherheit kann keine Hochtour in den Alpen als leicht beschrieben werden. Jedoch gibt es Anstiege, die mit weniger komplizierten Passagen aufwarten als andere. Letztendlich hängt es (abgesehen von den Verhältnissen) immer vom Bergsteiger ab.

Es gibt sie aber natürlich, die gut machbaren Viertausender. Seit jeher beliebt ist das Allalinhorn, Namensgeber der Allalingruppe. Es steht in zentraler Lage, umgeben von vier Gletschern. Seit es die "Metro-Alpin" gibt, ist das Horn sogar als Tagestour möglich. Man kann mit der Bahn vom Tal bis zum Mittelallalin fahren und von dort in gut drei Stunden auf den 4025 Meter hohen Gipfel steigen. Die Tour sollte allerdings nicht unterschätzt werden, denn der Gletscher öffnet immer mehr Spalten und der Anstieg verläuft über eine steile Firn- beziehungsweise Eisflanke. Wolfgang Pusch empfiehlt daher einen anderen Gipfel zum Schnuppern von Höhenluft: "Man sollte lieber aufs Breithorn gehen! Das ist eine kurze und unschwierige Tour auf einen tollen Berg, der in grandioser Nachbarschaft des Matterhorns steht. Mit der richtigen Begleitung, zum Beispiel durch einen staatlich geprüften Bergführer, ist hier auch für Anfänger ein Traumgipfel zu holen."

Die "Besonderen" - echte Geheimtipps in den Alpen

Mindestens so schön wie das Matterhorn ist wohl das Weisshorn, mit 4506 Metern siebthöchster Alpengipfel. Es führt zwar kein leichter Anstieg auf den höchsten Punkt, aber einer der schönsten. Wolfgang Pusch: "Der Nordgrat des Weisshorns sucht seinesgleichen, eine Traumtour! Auf seinen fast zwei Kilometern Länge bietet der Grat alles: lange Passagen auf dem gezackten und sehr ausgesetzten Felsgrat, schließlich senkrechte Kletterei beim Aufstieg zum Großen Gendarm. Zum Abschluss einen wunderbaren Firngrat zum Gipfel. Der bietet gerade mal zwei Personen Platz zum Stehen."

Etwas berühmter noch ist der Biancograt auf den einzigen 4000er der Ostalpen, den Piz Bernina. Diese Route ist ein echtes Highlight und erfreut sich trotz erheblicher Schwierigkeiten großer Beliebtheit. "Die makellose Firnschneide zählt zu den schönsten im ganzen Alpenraum.", so Experte Pusch. Auch eine Besteigung von Superstars wie Mont Blanc oder Monte Rosa gehören in jedes Tourenbuch. Klappt alles, werden solche Touren zu unvergesslichen Erlebnissen. Allerdings sind auch hier die leichten Anstiege Mangelware.

Doch die gibt’s auch: Schöne, unkomplizierte und nicht total überlaufene Anstiege. Tatsächlich. Der Südostgrat auf das Weissmies ist so einer. "Diese Route ist viel eindrucksvoller und ruhiger als der Normalweg. Das Besondere ist, dass sie dabei kaum schwieriger ist.“ Ein echter Tipp vom Kenner.

Berge im Klimawandel

Die Gipfel sind zwar noch schneebedeckt, doch der Gletscherrückgang spricht für sich. Der Klimawandel macht auch oberhalb von 4000 Metern keinen Halt. Manch einer mag jetzt denken, dass nun auch Viertausender ohne Gletscherberührung möglich sind und alles sicherer wird. Weit gefehlt. Die Gletscher brechen immer weiter auf und es entstehen mehr Spalten.

Anstiege, die früher reine Gletschertouren waren, offenbaren heute ihren felsigen Untergrund. Immer öfter muss man nun auch an vermeintlich leichten Touren Hand anlegen und klettern. Aus diesem Grund werden einige steile Führen nur noch im Winter begangen. Zu groß ist die Gefahr von Stein- und Eisschlag im Sommer. "Einige Routen wurden unbegehbar und verschwanden. Andere werden schwieriger und gefährlicher",  warnt Wolfgang Pusch. Bestes Beispiel sei der Piz Bernina. Der vormals unkomplizierte Normalweg sei heute deutlich unangenehmer, weil immer mehr Kletterpassagen hinzukämen.

Alte Wegbeschreibungen sind also unter Umständen mit Vorsicht zu genießen. Sie sollten zumindest abgeglichen werden. Denn eine sorgsame und genaue Tourenplanung ist fast die halbe Miete. Je mehr Informationen man vorher hat, desto weniger Überraschungen erlebt man unterwegs. Allerdings ersetzt eine solide Planung natürlich weder die persönliche Erfahrung am Berg noch gute Verhältnisse. Wolfgang Pusch formuliert es so: "Wenn man seine Ziele im Vertrauen auf seine Erfahrung und seine Fähigkeiten angeht, werden Viertausender zum Fundus einer tief reichenden Zufriedenheit, die weit über den mühsamen Tag hinaus anhält."

Weitere Informationen

Wolfgang Puschs neues Buch "Viertausender der Alpen" mit aktuellen Tourenbeschreibungen ist soeben frisch erschienen (Rother Bergverlag). Es ist die 14. Auflage des Klassikers von Karl Blodig. Wolfgang Pusch hat die Texte des letzten Autors, Helmut Dumler, erweitert und den heutigen Fakten angepasst. 

Wolfgang Pusch, Helmut Dumler, Willi P. Burghardt: "Viertausender der Alpen". Bergverlag Rother, München. 2014. 

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