
21.12.2012, 13:25 Uhr | Markus Roman
Das Bier zum balinesischen Sonnenuntergang könnte bald Geschichte sein (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Bali gilt Vielen als Traum- und Fernreiseziel, jedes Jahr kommen etwa vier Millionen Besucher auf die indonesische Insel. Auch das Nachtleben mit Bars und Restaurants ist Urlaubern dort ein Begriff. Dort könnte es bald herbe Eingriffe geben. Die indonesische Regierung legt einen Gesetzentwurf vor, der Alkoholproduktion, -verkauf und -konsum im ganzen Land verbietet und unter schwere Strafen stellt. Schon für den Genuss alkoholischer Getränke würde bis zu zwei Jahren Haft drohen. Hoteliers und Gastwirte fürchten starke Einbußen. Das berichtet die australische Zeitung "The Age" auf ihrer Website.
Der Gesetzentwurf wurde von der islamischen United Development Party eingebracht, die Teil der Regierungskoalition in Indonesien ist. Der Entwurf sieht vor, Alkohol im gesamten Staatsgebiet Indonesiens strikt zu verbieten. Die angedachten Strafen sind drakonisch: Produzenten von Alkohol sollen mit bis zu zehn Jahren Gefängnis oder Geldstrafen bis zu umgerechnet 780.000 Euro belegt werden, Verkäufern drohten bis zu fünf Jahren Gefängnis und Geldstrafen bis 400.000 Euro. Auch Konsumenten von Alkohol sollen zur Rechenschaft gezogen werden mit Haftstrafen bis zu zwei Jahren und Geldbußen von 15.000 Euro.
Sollte das Verbot kommen, würde es Balis Nachtleben stark einschränken. Ein Sprecher der balinesischen Hotel- und Restaurantvereinigung sagte laut "The Age", es wäre "sehr merkwürdig und sehr schlecht" für Bali, sich als internationales Touristenziel darzustellen, wenn man seinen Gästen keinen Alkohol anbieten könnte. Der Sprecher verwies darauf, dass es vor einigen Monaten in mehreren Restaurants und Hotels Lieferschwierigkeiten für alkoholische Getränke gegeben habe. Schon zu diesem Zeitpunkt habe sich ein deutlicher Umsatzeinbruch abgezeichnet. Die Region ist wirtschaftlich stark abhängig vom Tourismus - einschließlich des feuchtfröhlichen Nachtlebens. Die mehrheitlich muslimische Bevölkerung Indonesiens trinkt allerdings zum großen Teil laut "The Age" selbst nicht.
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Ahmad Kurdi Moekri, ein Parlamentsmitglied der United Development Party, verteidigte den Vorstoß als notwendig, um "die Moral der Nation zu beschützen". Alkohol habe auf das Land mehr negativen Einfluss als positiven und "alles Negative für die Nation ist ein Feind der Nation". Mit dem Gesetzesvorschlag will sich das indonesische Parlament im kommenden Jahr befassen. Eventuell kann die Tourismusindustrie des Landes dann auch noch ein Wörtchen mitreden, wie schon 2008: Damals stemmte sich das Gastgewerbe gegen den Vorschlag islamischer Politiker, das Tragen von Bikinis zu verbieten. Das Parlament lehnte den Vorschlag ab.
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Quelle: Markus Roman
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